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Der Orient · 1847-02-05 · 6 (5.2.1847) · p. Spalte 89-90

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
6 (5.2.1847)
Date
1847-02-05
Page
Spalte 89-90 (sequence 5)
Language
German
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90 89 Studien. Zur Geschichte der Juden in Ungarn. j der Vertreibung der Türken scheinen auch wenigstens die nörd- | lichen Gemeinden unter einem Landrabbinate gestanden zu f sein diese Stelle, bekleidete am Ende des siebenzehnten Jahr- I Hunderts R. Simson Wertheim/Rabbiner zu Wien *) , wie dies von der Auf- oder Unterschrift mehrerer von ihm erteilten Gutachten zu ersehen ist. So findet sich z. B. von "demselben in einer Ausgabe der VE>bs 21 zu Frankfurt am Main eine nDDDD mit folgender Aufschrift: ^.1.1 nDDDH ifxb baprui un nrnva dti n'a'N dd^ddh jfeion | bspnj znpDi bnpb nxi ub iniinvw jxid pp I' DVD i\WJl YVV 'iHEO TDT1V p pa ftSl 12 üb .-inN;bppa-’nbrtn min hidni Die Unterschrift Lautet einfach: 'pH F L3Jn non rny n^ivhd rwiru Eben so wird er in einer | Vorrede zu wn rnttOn und iJitrtfiT rN12Zbezeichnet.- p (d^did d-ahnm nnwo vmv. nnriN rnyi nw |< jittw Vidi 'vlb p"p-r ö"m'-YaN mn^DN nn 'ino p p"pD nonD )miapi. njnnm.Dn d'V npmM I; iim p"pai -JINID.) Sn einer Vorrede zu by +U/m IHN I n^nDD wird er auch als p^n W&W bezeichnet. Er |; muß ein hohes Alter erreicht haben, da er zur Zeit des R. p Meir Eisenstadt noch gelebt, und mit diesem im Jahre &yn F häufig Briefe wechselte, (y, vO,-N0 '’D D"n ^"N DW 'n P Ny).’ Ueber die jüdischen Einwohner Ungarns finden sich im k' Allgemeinen noch ältere Urkunden in den Responsen des R. F Meir Rothenburg vor, der bekanntlich im dreizehnten Iahr- N Hunderte gelebt. Sie standen in damaliger Zeit häufig V' mit Deutschland, vorzüglich mit ytytyß (Mogunt.ia, Mainz) %: in Geschäftsverkehr, wohin sie ungarische Produkte zum Ver- Fj kaufe brachten und dafür deutsche Waaren zurückführten. p^a pyvm pirn : npnn ^d- JnojyDno dvid 'n F; nyb)nb) d^dh nupb am mab pywb pim )n:n ym f: rwn owpao onuc?.. d^dh M nupbv.DK/. D-obbr yttyßb F; nmn.pbnbl maiDbl "UPI pfrO, Ebenso scheinen sie nach g derselben Stadt Münzgeschäfte gemacht zu haben, da der A Geldkours in Ungarn geringer gestanden ist wie in Deutschland. F; pNa pyDt^i \p\tn : nbpnn Na jmajyono dihd 'n F obrnb ^mmp 'ar-rnarmb iwy vyrnb pim pm w nw pBO.-bwb iwßw mn tonji puyob piyDa jw Ow nwa nm yapm “ün paa yw. | Nachfolgendes Gutachten gibt uns Aufschluß über das Münzwesen, überhaupt, wie es in damaligen Zeiten in Ungarn ge- § handhabt wurde. Es konnte nämlich ein Zeder, der unge- F prägtes Silber besaß, sich daraus nach eingeholter Erlaubniß vom König, gangbare Münzen prägen lassen, cnrtt) 'n pim .jyrai -un p*o yyom pitn : Jpnn Na jrnaajjönb I byab nm mnw nabab vby nmb udd. wpa. pyntw | 'iD^b . 'p iy m2T2 dwd. pyrnb b twyb. yavvn. m) Auch scheint dies mit den mährischen L^andrabbinern der, Fall .gewesen zu^sein. In einer n?3DDn jn Dnbmn mim, vom Jahre pb heißt es wie folgt:, bmn niNvm pnyO nvnvO! ppi bSi n"ax ^nyn mino ddiiddh n^n nunov Eben so finbet fid) von der früher» Existenz der jüdischen Einwohner in Ungarn in noch andern jüdischen Geschichtsquellen, und sie hatten nicht minder unter jenen grausamen Verfolgungen, welche die Kreuzzüge am Ende des eüften Jahrhunderts hervorgerufen, daselbst mit zu leiden gehabt. Wenn daher Hr. Löw in seinem vorjährigen Berichte (Wiener Jahrbuch 5606 Seite 73) die Behauptung aufstellt: Während also zu Köln, Trier, Mainz und Worms viele als Opfer der Unmenschlichkeit jener Glaubensritter geblutet hatten, fühlten sich Ungarns jüdische Bewohner in Ruhe und Sicherheit, so steht dies nicht minder im Wiederspruche mir den jüdischen Geschichlsquellen. Gedalja b. Jachja (pYlttf) behauptet gercibe das Gegentheil und äußert sich hierüber, wie folgt: awoNan b 'dyn (1096) wnn 'iranjra umy nb'isjn n’Dnjinn an D^n1 bjj'riDnbDb nüjjd! .nidti! n“i’öp'N3cy n?bnp nmn UIN'I .nN'tnw no^Da-nljNp nnn 'm n’i3j>-.D n’D'b pi %U Quelle der Angaben citirt er daselbst die Geschichts- Chronik des R. Josef Kohn, die auch R. Elieser, Aschkenasi ausgenommen. Ebenso äußert sich Gans (n'd), de» auch Jechiel Heilpern 1N0) citirt, über das Schicksal der ungarischen -Juden,in dieser Zeit-Epoche: natwa iDnw) naru ptOJiK) ün^nd'n na'D^.nN onpi nDaa cwNirnjannai dd^ iw-an opai maaa noa' vi'np by ’no Na ‘rnts/ n'n onnn mb mVina , 'p'N .niDpo n rnnj bj/ nnna nna nn'bni. asoo. Sa er meldet uns sogar die Geschichte von einem gewissen Jakob aus Ungarn, der in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts in Frankreich sich an die Spitze der zur Befreiung Ludwig des Heiligen zusammengerotteten Hirten stellte, und mit grauser Wuth gegen Juden und . jüdische Bücher daselbst, vorzüglich in Bourges. wülhere. Jndeß soll dies keineswegs unfern edlen Magyaren zum Vorwurfe dienen,, wenn unsere Väter von den Ihrigen nicht besser behandelt wurden, als man damals Juden zu behandeln überhaupt gewohnt gewesen. Wer als Israel hat es am schmerzlichsten empfunden, wie. ungerecht es sei, einem ganzen Volke die Verbrechen des.Einzelnen zuzuschreiben oder die Vergehungen der Väter den Nachkommen anzunehmen. Es sei nur hiermit so viel gezeigt, daß jedes Volk im Mittelalter zur Vernichtung des jüdischen Volkes ein Kontingent geliefert, und da es Pflicht der. Nachkommen ist, die Ehre ihrer Vorfahren durch Vergütung des von denselben begangenen Unrechts wo möglich, wieder herzu- - stellen, das jüdische Volk in jedem Winkel der Erde auf die Ertherlung der ihm so lange vorenthalteuen Menschenrechte zweifach berechtigt ist. Am Ende dieser Abhandlung diene noch folgende Selbsterklärungdaß wir hiermit nicht eine Geschichte der ungarisch-türkischen Juden geben wollten , sondern nur zu zeigen gesucht haben, wie wenig der jüdische^ Geschichtsforscher Ursache haben kann, zur Nichtbenntzung jüdischer Geschichtsquellen. Mögen auch viele der hier angegebenen Daten zu geringfügig und zu unbedeutend, sein, so findet nicht desto weniger ein geübtes Forscherauge in dergleichen

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