Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 6 (5.2.1847)
- Date
- 1847-02-05
- Page
- Spalte 87-88 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Studien. Zur Geschichte der Juden in Ungarn. 88 Nöthwendige HLnzufügttNAen zu dem im ' Kalender - - und 'Jahrbuche für Israeliten auf das Jahr 1847 befindlichen Aufsätze „Die Schicksale und^ Bestrebungen der Juden in Ungarn, seit dem elften Jahrhundert bis auf unsere Zeit. Von L e o p o 1 d L o w, Oberrabbiner zu „ Großkanischa" ' von §£f£* 3tpf£t*f Rabbiner in Stuhlweißenburg. ' ' (Fortsetzung.) Salmoni wird im Juchasin als Aeitgenosie des Me'r'r aus Padua angegeben. Aus den oben citirten Worten: DlpD. -tfn njHDD nrvn was natürlich auf eine .von den türkischen. Kriegen friedlich lebende Zeitepoche schließen läßt, wie auch aus dem Umstande, daß erwähnte Zeugenaussage mit dem Rabbiner Herz zu Preßburg in Verbindung steht, welche Gemeinde aber unmittelbar nach der Schlacht von Mohacs (1526) aufgelöst wurde, geht hervor, daß R. Josef Salmoni in den ersten Jahren des R. Me>r aus Padua sein Rabbineramt in Ofen verwaltet haben mußte. Nach einem von Dr. Zunz ertheilten Schreiben (Frankels Zeitschrift 1846, Monat Oktober Seite 386) war derselbe im Jahre 1520 in Ofen. Noch ist folgender , für die jüdische Literatur wichtige Punkt hervorzuheben, daß nämlich die Manuskripte eines der gelehrtesten Karaiten aus dem vierzehnten Jahrhundert in Ofen aufgefunden, und von da nach Deutschland verbreitet worden sind. Es sind die des Ahron b. -Elijahu, auch der Letzte genangt, die er als Wiederlegung auf die Angriffe des Jbn Esra und sonstiger Talmudisten gegen seine 'Sekte herausgegeben. Er verfaßte folgende Werke: 1) py p auch 32O genannt, worin Erklärungen der in den fünf Büchern Mosis enthaltenen Gebote nach karaitischer Auslegung sich vorsinden. 2)^3^NN ein worterklärender, grammatikalischer Kommentar, nach karaitischer Anschauungsweise über den Pentateuch. (Basnage l. IX. ch. 23. p. 18)*) 3) um yy* mehrere auf Bernunftgründe gestützte Beweisführungen der jüdischen Glaubenslehren in 114 Abschnitte eingetheilt. Außer Ofen ist noch die jüdische Gemeinde zu Temesvar während der türkischen Regierung zu erwähnen, die aber den Einfluß ihrer türkischen Nachbargemeinden durch die Annahme des sefardischen Ritus noch zur Zeit des R. Meir Eisenstadt beibehalten. (^ f'D 3n>t#"N D3n£ d)pDn, uw DÖrnD dhv dh-idd rm t?npri 3m jrsi dpnya6 irrnrapN..snsi&ws *) Ein Theil vom „Ke ter .Tora" wurde von Ko segarten unter dem Titel ' corana legis und der „Ez Chajim^ unseres Aharon den Elijahu von Delrtzsch heransgegeben7 Das letztere Werk ist auch früher bereits in der Krim gedruckt worden. DUl&MOn pSM by N^in$.) Im selben Gutachten findet sich auch jene in unserm Nachtrage ausgestellte Bermuthung, daß R. Me'ir Eisenstadt unter dem blos eine türkische fc. h. sefardische. Gemeinde verstanden, völlige Bestätigung. Er äußert sich daselbst wie folgt: pipi 'npnön" jH'n'piN Dnsöbri 'bnotcr , 'jdtn s'j/D-’vwn 'oro n1? n dn - nn»T np^y p?N d>tidd tapn sn n>nn nw 'booi ]hd 'ipntnpiN ’; : : : .’niDT-i'n Der Jrrthum, daß er Buda für eine türkische Benennung gehalten, ist sehr leicht zu erklären, weil R. Me'ir kein Ungar, sondern ein geborner Pole war. Als zu seiner Zeit ein deutscher Jude nach Temeswar zog, mußte er, wahrscheinlich weil er der Einzige daselbst war, der sich zum deutschen Ritus bekannte, den Schächter der Sefardim nehmen. Da aber letztere in verschiedenen Punkten der religiösen Gebräuche von dem JrtfD abwichen, vorzüglich darin, daß sie sich blos nach den Aussprüchen des V'sl öDD*") hielten, während bei den Andern R. Moses Jsserles nebst allen spatcrn erschwerenden Kasuisten als normgebende Autorität angenommen wurden, so wurde gegen ohiges Verfahren Bedenken getragen und dasselbe als illegal betrachtet (l2Q 3V1 b/n b")ilD). Ob aber die Temeswarer Gemeinde ursprünglich aus fefardischen Einwanderern entstanden, ist noch in Frage zu stellen. Es war nicht selten der Fall unter den ungarisch-türkischen Gemeinden, wenigstens in einem Orte, wo der Ritus in TWN MD «ntnnlDD Pri)D getheilt war, daß ein Theil seinen frühern Ritus aufgab, und gemeinschaftliche Sache mit den Bekennern des andern Ritus machte» Dasselbe geschah in Belgrad, wo zur Zeit der Vertreibung der Türken aus Ungarn ein großer Theil der Deutschen zum sefardischen. Ritus sich bekannte (rarw Dj)DD nyi : :6p ''d a'n lv"b! nino nJt» önt»y. pJD nnpO: nn d’tj^n non omoD ^npno D'Tiöon jhjd iDDni nn« . ^npn n^sUW). Jedenfalls mußte die Temeswarer Gemeinde in späterer Zeit eine entgegengesetzte Metamorphose unternommen haben, da sie heut zu Tage, wie die übrigen ungarischen Gemeinden, den jjj-jjq D3G£W besitzt. Uebrkgens scheinen die Gemeinden der südlichen Provinzen Ungarns, Kolonien von neuerer Zeit zu sein, da die frühere ältere Gemeinde durch die türkischen Kriege theils aufgerieben, theils mit Vertreibung ihrer Herrscher ebenfalls südwärts weiter gedrängt wurden z während die nördlichen') Gemeinden, die nie oder nur für kurze Zeit durch diese Kriege zu leiden hatten, ältern Ursprungs sind. Nach , ') Außer Ungarn hatten auch, die mährischen Gemeinden Vieles durch die türkischen Kriege zu leiden, wie dies aus nachfolgendem Gutachten des ,R. Gcrschon Aschkenasi zu ersehen ist. (mra hin wn. .)} f'o. .wiJin mbp. 'n Dmpfl bäN pp Oy WN im pn. föb w: pnyo .runm npnte is^jns ^)D) QMN bmwü rwz: neböJ4 3L7N dDL/ (.namo v