Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 6 (5.2.1847)
- Date
- 1847-02-05
- Page
- Spalte 83-84 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/8555529-9890729-9890775--4840-3532928- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SB Kritiken. Schlesinger, Einlkitung zu Jkkarim. 84 zu bciir höchsten jüdischen Denkern, und sein Buch Ik ka rim (Grundlchren), welches derselbe im Jahre 1425 verfaßte, gehört zu den merkwürdigsten Werken» Bon seinen Lebensumständen ist, wie von so vielen andern jüdischen Gelehrten, wenig bekannt. Dieses Buch wurde von Juden sehr geschätzt, wenn auch zuweilen über einige Ansichten desselben an ge feindet z. B. von A b rav an el (vergl. eine hierher gehörige Stelle in unserm Werke: Zur Kenntneß u. s. s. S. 150) auch christlicher Seits'wurde das Euch sehr wichtig gehalten, und auch widerlegt. Jo sef Albo lebt^c zu einer traueigcn Zeit , tag Wort Christenthum war damals mit Inquisition identisch, die christliche Dogmätik — von der Jesus selbst nichts wußte, da derselbe doch kein Christ /im heutigen Süin des Wortes, sondern ein aufgeklärter Jude war — saß damals auf dem Thron, sie hatte noch ein zweischneidiges Schwert in Händen, und mit einem- Sylogismus konnte sie damals noch Städte entvölkern und namenlosen Jammer über Tausende von Menschen einbrechen lasten. Der Begriff von H u m a n i t ä t — merkwürdig, daß der Deutsche, der auf sein Gemürh so stolz zu sein pflegt, für das Wort M e n sch li ch k eit erst nach dem heidnischen Rom wandern mußte, um einen Ausdruck dafür zu holen — hatte damals noch keine Geltung. Das Wesen des Christenthums bestand damals darin, Ketzer zu machen und zu verfolgen, und Judengasteu zu plündern. Die Worte'„wer nicht für mich ist, ist wider mich" waren das Glaubensbekenntniß der Zeit, Bekehrungssucht das wichtigste Werk der christlichen Liede. Manglaubte damals, wie zum Theit woch jetzt, daß wer aufhört Jude zu sein, notwendig Christ werden muffe, mau hatte noch keine Ahnung, daß etwas in der Mitte liegt — der Dcismu s. Bckehrungssucht war damals noch nicht wie jetzt, das Monopol einer Gesellschaft geworden, welche, auf friedlichem Wege, hie und da einen Juden in einen.Christen verwandelt, sie war damals eine Lawine, die mit erdrückender Gewalt sich auf alles warf, was ihr'im Wege stand. Der Kirchenglaube war. damals das Höchste und man vergaß beinahe die Religion darüber. Jüdische Gelehrte, waren schon früh mit Untersuchungen über das Christenthum beschäftigt, sie flochten auch im Vorbeigehen verschiedene polemische Bemerkungen in ihren Werken ein. So z. B. Saadja Gaon^, Abu Saht den ' T e m l m 4. Die Religionsgespräche warm im 12. Jchrhun- 6) Emunot we-Deot. . 4) In seinem Kommentar zum Buche Jezira, auf der Pariser Bibliothek (Nr. 160 Oratorie, Papier 4., wir werden bei einer andern Gelegenheit ausführlicher über dieses Werk handeln) lesen wir folgende Stelle: i?o fmi *i iD3i wip wy emp m-— Soft--pna’ O'1-w : onb. norar vi ym m *£> -idin- D*nbn idti ttrbw,an\yvb >n ':nj?pp -rnip purp. w iNp p<m pynrirar ’:jrin IW-pönp pimDi .;n«^p prroi rveD *»n pirroNin uw tj Torr horr jiD^p dert, besonders in F rä n t re i ch, häufig, sie warm btose Unterhaltungen zwischen^ christlichen Geistlichen und jüdischen Nabbinen. „Diese Gespräche, wovon uns handschriftliche Ucberbleidsel erhalten sind s)., drehm sich mitunter um Unbedeurenheiten aller Art, und sind für die Geschichte der Kultur, isirn nxbi uw -poir tmsm , ne Nim no yj^p wi)nD Mrr> . Ws*?' pDip' tw pqnp annro —. .O">dr un nNKO; DnäxP -ainpy ids 5) Besonders ein Werk dieser Art Ist hier zu erwähnen, es ist dies das, NjpDn rjor "IDD cmf der Pariser Bibliothek Nr. 222. 4. Perg. (Zs ist dies identisch mit dem auf der Hamburger Bibliothek (vergl. darüber unsere litera-- turhistorischen Mittheilungen S. 24 Note). Die Pariser Handschrift scheint etwas weniger zn enthalten, hingegen befindet sich -hierin das Vorwort, welches in der Hamburger fehlt. Das Vorwort ist von Zu Anfang des Werkes lesen wir folgende Zeilen: cwtra rbnnn ij? ei'b« 'i ptt 11156 — — — npnt'nT om jnj yrs-n f|0)’; St nunpn-jb’Nt de»o .0 .D'tnbj ddp by tä'nd , Doam tnet prST, Ion Die erste Zeile dieser Ueberschrift ist leider weg geschnitten. Das Vorwort beginnt mit den Worten: Dum rum Nipon *)Dn Spnh deo wnp.wvaiy 'uso in tidt Tiab ob yttbo TPnnb. Nb o oy - An vibNb inNjp Njp o inN.i dopt . Das NTMnD m der Hamburger Handschrift heiße hier richtig p-i’-V nN. Diese Sammlung hat mehr literaturhistorischen als reellen Werlh, es finden sich mitunter Antworte», die mehr als Bonmots zu betrachten sind. So z. B. folgende: W1 jiyn 'Ptsno 'in ' ,n“j>,.Y3 ->Tft..T'yv'Y. (*? d 11> 5p u> 3 Dpb 1»n na asa nt p f) d p '~b 1s!N nbj □sw DOT omp. pwb prw pbn ’ay NP Vn . □vnn TMb TP'bdT pp tipn-onw'□toppe' (**tffjn.n Dwji nn 'Jsd V'n. pripiron pmpa rn pimiron Hins nJJ'Ni nasy nnpa nnpitsan rninon Vn p 'TW 'b tdn p j'ccPts'p ab i’N pb >"n ) TtTPnb abtti'D nm p jnj 't.t p *]on 'tn 'Jpi Folgende Stelle kann ohngefähr den Maaßstab der allgemeinen Bildung allgeben. . St p thJ’Pn 't PT.T nru:” D'bbn dti p’P ,Si bNnaiN »nNB'o S'Sajipn 'P! tsd pm’S bTyn dt □’bpiN DnNBnaB Nim pns?’Sti >N'n;' ay Nb) nay.Dm nnt?1 D’bbn mi oybp iaj.ptp ’P TDlb DPb iT’iT Pr TiriN D’DPn P't?D - DT’by -'XINTp) P) Dip’ NOP Dy in plD3.T BNp PDiD D'bbn DT1'ht iniN in ,Sn iniN nnB' D’bbnbTi *pt3 bpN' Ty DDL" Nb : PN ibi^aris Nob Man ersiehet hieraus, daß damals schon die, wahnhafte - Beschuldigung, als brauchten die Juden Christenblut bekannt war, welche erst später öfter vorgebcacht wurde. Nach, diesem ist der Verfasser der Einleitung (S. 6 zu Ende der Note) zu berichtigen. *) Glockm. "*) Häringe.