Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 6 (5.2.1847)
- Date
- 1847-02-05
- Page
- Spalte 81-82 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studie« und Kritiken ■■■■’;■ . : '■ für; - Mische Geschichte und Literatur. JVi Cie Leipzig, dm 5. Februar 184^« Inhalt. Kritiken. Die jüdische Religionsphilosophie. Schlesingev's Einleitung zu Josef Albo's Jkkarirn. An gezeigt von L. D ukes in Paris. —Studien. Nothwendige Hinzufügungen zu Leop. Löw's: „Schicksale und Bestrebungen der Ungar. Juden". VonRabb. M. Zipfer. (Forts.) — Von der Darstellung der Messiasidee. Von Dr. Rothschild. (Forts.) — Ankündigungen. Die Mische ReligionsphilofophLe. (Kritiken.) 8) Historische Einleitung zu R. Josef Albo's BucheJkkarim^ nebst kritischen vergleichenden historischen., pyilosophischeu Anmerkungen von Dr. Ludwig Schlesinger, Lehrer der neuen Sprachen (jetzt in Paris). Frankfurt a. 3L 1844. 8. 44 Seiten und 70 Seiten Noten. Angezeigt von Leopold Dukes. (Erster Artikel.) Das Studium der jüdischen Literaturgeschichte hat in Deutschland in den letzten 15 Jahren die Aufmerksamkeit vieler Gelehrten in Anspruch genommen, und ist noch immer in Zunahme' begriffen. Man ist von allen Seiten her bestrebt, die Erzeugnisse des jüdischen Geistes kennen zu lernen, ihren Zusammenhang mit der gesammten europäischen Literatnr- und Kulturgeschichte zu erforschen. Man hat einfehen gelernt, daß man um die Gegenwart zu verstehen, zur Vergangenheit zurückkehren müsse, um aber diese zu beurteilen, muß man sie erst kennen lernen. Eine Geschichte der jüdischen Literatur, zu deren Aufbau übrigens noch sehr viel fehlt, wird für Juden und Christen zugleich von der größten Wichtigkeit sein; sie wird ein wichtiger Beitrag zur vergleichenden Literaturgeschichte werden, woran es überhaupt noch fehlt. Jeder Beitrag zur nähern Kenntniß der jüdischen Literarur ist schon'an und für sich höchst dankenlswerth und ist auch zugleich als Tribut zu betrachten, welcher der großen Idee der Menschheit dargebracht wird. Das Wiederholen derselben Erscheinung ist der Boden der Erfahrung, woraus der tiefe Denker erst das Gesetz, welches diese Erfahrungen bedingt, finden und aussprechen kann. \ Dieses Werk, welches wir hier dem Leser vorführen, von einem Nichttheologen herrührend, den innerer. Drang zu literarischen Bestrebungen getrieben hat, ist ein höchst wichtiger Beitrag zur Geschichte der jüdisch-philosophischen Literatur des 15. Jahrhunderts. Es ist so wichtig durch den Gegenstand, den es behandelt, als durch die Art wie es geschieht. Der Verfasser dieser Einleitung versteht die schwere Kunst mit wenig Worten viel zu sagen- Das Büchlein ist rumi m pnnd Der kleine Umfang birgt reichen Inhalt in sich und wirkt nach allen Seiten hin-belehrend und normgebend auf den Leser *). Dieses Büchlein zerfällt in zwei Abteilungen: 1. Einleitung. H. Noten. Die Einleitung selbst 44Seiten enthaltend, zerfallt ebenfalls in 2 Abteilungen, a) Biographie des Josef Albo (S. 1:—16); b) Entwickelung und Literatur der Glaubenslehren (S/ 16-44). I o s e f A l b o — der Schüler des tiefdenkenden -C H a sdai Creskas -) — lebte von ungefähr 1360—1444, gehört 1) Auf dieses höchst lehrreiche Werk wollten wir gleich bei seinem Erscheinen die Aufmerksamkeit des Lesers lenken, leider hielten uns damals andere Arbeiten von unserm Vorhaben ab. Obwohl wir jetzt nicht alle Hilfsmittel bei der Hand haben, so wollten wir die Erfüllung dieser für uns angenehmen Pflicht nicht länger hinausschieben, und begnügen uns hier damit, einige literarische Ergänzungen zu geben;, wir werden bei einer andern Gelegenheit abermals darauf zurückkommen, und dasselbe in einem großem Zusammenhänge betrachten. Das genaue Eingehen auf alles was das Büchlein enthält, würde ohne dies die Grenzen einer Recension überschreiten, es würde dies selbst zu einem Buche anwachsen. 2) Vergl» die höchst lehrreiche Mitteilung des Verfassers (S. 638) über diesen Schriftsteller, der Leser findet zugleich daselbst einen kompendiösen Auszug aus seinen wichtigen Werke Or Adonai. 6