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Der Orient · 1847-01-29 · 5 (29.1.1847) · p. Spalte 73-74

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
5 (29.1.1847)
Date
1847-01-29
Page
Spalte 73-74 (sequence 5)
Language
German
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73 Studien. M. B. Friedenthal. Ueber die Bedeutung des Bundes nach der Bibel. 74 dieses Lehrerpaar, bekannt gewordenwie ihre Eintheilung des pentateuchischen Textes von der palästinischen. Praxis verschieden, was sie im der That von Ankommenden aus Palästina erfahren konnten 1S4). Und daß dieser Unterschied nur in Folge eines liturgischen Brauches sich gebildet, erkennt man schon daraus, daß 'er hauptsächlich beim Pentateuch, dem Buche der jüdisch-religiösen Praxis, entstanden. In Palästina nämlich wurden die Sabbat- und Festvorlesungen der Fünfbücher in so viele Perikopen getheilt, daß erst nach drei Jahren das Vorlesen aus dem Pentateuch beendet wurde 18S), während in Babylonien dieser Per ikope n -EykLus in Einem Jahre durchgemacht wurde, und in Folge dieser liturgischen Verschiedenheit mußte natürlich dort der 'Pentateuch in 155 Sidra's oder Sabbar-Perikopen zerfallen, während er hier nur in 54 zu zerfallen brauchte 18$). . Jede sabbatliche Perikope mußte in sieben Kapitel oder Parascha's (für die 7 Vorlesungen eines jeden Sabbat) zerfallen und diesem nach mußte bei den Palästinensern der ganze Pentateuch in 1085 Kapitel getheilt werden, während in Babylonien die Theitung in 378 genügte I87). Dieser Umstand mußte auch auf die Eintheilung der Kapitel in Verse Einfluß üben, da gesetzlich jede Parascha, um sie für die Wochen-LeLtion wieder in drei theilbar zu machen, nicht weniger als 21 Verse haben durste. Die Babylonier mußten demnach im Pentateuch wenigstens^ 7,938 Verse gehabt haben, während die Palästinenser 22,785 haben konnten, und der Inhalt mag es wohl zuweilen veranlaßt haben, daß über diese Zahl hinausgegangen wurde. Und. eine solche doppelte Verszählung im Pentateuch giebt auch die talmudische Literatur an. Eine Barajta *88) giebt sie auf 8,888 an, was die Verszahl der Babylonier wäre, und nach einem alten Midrasch wird die Zahl auf 23,842 angegeben, was die palästinensische wäre 189). Auch wo die Hälfte 184) Kiddusch in 30 a. — 185) Megilla 29 b. — 186) Von der Zerfällrmg der pentateuchischen Perikopen bei den Palästinensern in 155 berichtet uns schon R ab (Ester rabba Ans.), der aus Palästina kam, er sagt nämlich dort: „die 5 Bücher des Gesetzes haben die Zahl nip (Koneh)", was nur von diesen erwähnten Perikopen verstanden werden kann. Dieselbe palästinische Eintheilung hat auch Jak. Tunisi (b. Chaj.Y nach einer alten Masora in der rabbinischen Bibel mitgetheilt, wie auch die masoretische Glosse über die Anzahl der Sidra's hinter jedem Buche des Pentateuchs. Nur ist in der was. Zählung noch Einiges zu berichtigen. —- 187) Es handelt sich nämlich darum, ob 54 oder 155 mit 7 multi'plkcirt wird. — 188) Kidduschim 30 a. Zwar steht dort nVj d. h. 5000, allein es ist kaum zu bezweifeln, daß n'Vj zn lesen ist, und die versuchte Korrektur des Abr. Abele G u m b i nn e r in seinem Jalkut-Kommentar (zu Jalk. 1. §. 855) führt schon auf diese Emendation, obgleich sie an dortiger Stelle nicht angebracht werden sollte. — 189) Jalkut 1. §. 855. Dort heißt es freilich aber mit dieser Lesart ist keiner der Kommentatoren zufrieden (s. Sajit Ra'anan l. c.). Die Emendation .fD der Verse-Zahl im Pentateuch ist, wird genau angegeben 190), und dies beweist, wie gern man den heiligen Text umgränzte. Später'dehnte man die Sorgfalt auf die übrigen biblischen Bücher aus. Die Verse des Psalters werden als um 8 den Pentateuch übersteigend angegeben, wie die der Chronik um 8.weniger, wie die Kapitel der Psalmen auf 147 gezählt werden 191). Genug, die Eintheilung der Schrift in Kapitel und Verse und die genaueste Zählung derselben war in diesem Zeiträume genau bestimmt, wie auch die Abweichung von unserer Zählung.ganz unzweifelhaft und dieser nicht unwichtige Moment der Texteskritik ist, wie wir gesehen, aus der liturgischen Praxis hervorgegangen. Neben der rießenmäßigen und massenhaften Ausbildung der traditionalen Lehre der Halacha, neben der umfänglichen Tha'tigkeit auf dem Gebiete der haggadischen Schriftauslegung, da Rab bekanntlich schon ein Haggadawerk angelegt193), nahm die Synagoge und ihre Liturgie den breitesten Raum ein, und haben auch einige Gegenstände eine, wenn auch schwache Pflege gesunden, die später große Disciplinen der jüdischen Wissenschaft wurden, so gingen sie doch nur von den erwähnten Bestrebungen aus. Dasselbe ist mit dem Anfänge der biblischen Texteskritik. der. Fall. - (Fortsetzung folgt). lieber vis Bedeutung des Bundes (tmn) «ach der Bibel- (Schluß.) Die Erziehung der ersten Menschen war vielmehr die That des sich offenbarenden Gottes unmittelbar, der ihnen Freiheit gab, aber auch zugleich die vor dem.Mibbrauch derselben schützenden Gesetze. Gott ließ den Menschen nur wenige Stunden einsam inmitten der weiten von ihm geschaffnen Erde. Kaum hatte er durch Darreichung der nothwendigen Nahrungsmittel seine Fortdauer gesichert, Gen. 2, 9. 16 und ihn über feine Stellung zu den andern Geschöpfen und seine Pflichten gegen fte (ibid. 2, 19) belehrt; da gab er dem Manne die Frau , und führte ihn somit in seinen ersten und wichtigsten Bund ein, er ließ ihn wissen, daß er nur als geselliges Wesm' den -Zweck der Schöpfung zu erfüllen vermöge. — Einige Generationen später, nach der Ausartung des Menschengeschlechts, stellte sich das Erforderniß einer würde die notwendige Zahl einschließen und doch über dieselbe nicht zu weit hinausgehen. — 190) Kidduschin 30 a. — 191) Sabbat c. 16 Änf. — 192) Bergl. über diesen Gegenstand den trefflichen Aufsatz Rapaport's in Polak's Halichot Kedem (Amst. 1847. 8.) p. 10-19. - 193) m OTMTtlN D Sanhedrin 57 b. —

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