Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1847)
- Date
- 1847-01-29
- Page
- Seite 39 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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39 - chem gemäß den tztz. 21 und 43 der tempor. Regeln, zuerst Lei der tempor. Kommission, Ln der Folge aber bei den Hebr. Kronötehranstalten. 6) Es versteht sich von selbst, daß Hebräer, welche die Erlaubnis), in den allgemeinen Fächern ihre Glaubensgenossen unterrichten zu dürfen, erhalten wollen, den Prüfungen in allgemeiner Grundlage und in der Stufe, die sie zu erlangen wünschen, unterworfen werden. — Die Zahl der Anstalten, welche in den acht Univcrsitäts-Lehrbezirken und in Sibirien, so wie in den Transkaukasischen Provinzen unter der Leitung des Ministeriums des öffentlichen Unterrichts stehen, ist folgende: Gymnasien * . . 79 mit 20,436 Schülern. Kreisschulen » . 477\ Kirchspielsschuten . 1O47> - 87,955 - Privat-Lehranstalten '585/ Zusammen 2188 mit 108,391 Schülern. Die Nabbinerschule zu Warschau zählte im Jahre 1844 214, und im Jahre 1845 136 Lernende. —- - Die 5 im Reiche bis jetzt bestehenden israel. Real- ElemcnLärfchulen (zu Odessa^ Riga, Kischenew, Wilna und Uman) zählten im Jahre 1844 270 und Jahre 1845, 273 Schüler. — Ueber de« poetischen Werth der Pijjirtim, hanpsächlich der deutsche« und, polnischen. Eine Stimme dagegen. (Schluß.) Aber gerade die Hochachtung und Bewunderung für obige Dichter, was sie in profaner Dichtung geleistet, führt uns zu einer Krüik gegen das, was man heilige Dichtung oderPijjut nennr, zuweilen die spanische und .italienische nicht ausgeschlossen. Wie mag es gekommen sein, daß man diese entartetete Gattung der Dichtkunst des Namens „Poesie" würdigte? Selbst m dem von Zunz hochbelobten Machasor von Avignon, stehen viele Pijutim in roher kunstloser Sprache, die nicht einmal dm Namen guter Prosa verdienen. Und während ähre pro- ' sane Dichtung rein, und wo es hingehort ernsthaft gehalten ' ist, sind die heiligen Gesänge mit allen Arten Spielereien ausgeschmückt, die zur Andacht übel angebracht sind. Knitteli Verse, wie .man sie Ln scherzhaften komischen .Gedichten gerne z sieht;Spielereien mit dem A lfa betherbeigeholte und schlechti angebrachte Bibelstellen, unglücklich gewählte rabbinisch - juf vistische Ausdrücke, und endlich die so sehr beliebten Akrostichen, | das soll Poesie, und gar heilige.Poesie sein? D a s nennt f "wn „Schmuck der Fest- und Feiertage, mit künstlich geformten Poesien.ausgeschmückt— — „Eine glänzende Dilderpracht in dem bezauberndesten Sprachklange"? — Und angenommen alle Pajtanim wären Dichter stvie Pindar und Dante, vermochten.sie etwas Großes hervorzubringen „wenn man Ihnen zugemuthet hatte, ihrer Muse die Zwangsjacke des Akrostichon , und wohl gar die sogenannten Gematrija's Buchstabenzähl, oder Zahlenwerth, anzulegen? Kalir, immerhin der große Kalir, schlug seine Pijjutim m alle Bande der Pijjutimmanier, sind sie nun wirkliche Poesie? Jbn Esra rügt Fehler Ln dessen Pijjut;!aber Rapaport und Zunz sagen zu seiner Bertheidigung, daß Kalir so und nicht anders, sagen konnte, weil sonst die Buchg abenzah l nicht heraus gekommen wäre. Zwar trat man schon gegen sie auf und bewies mit schlagenden Gründen, daß die Büchstabeirzahl gar nicht herauskomme z aber angenommen es habe dennoch seine Richtigkeit, hat die Buchstabenzahl poetischen Werth? Ist sie . Kabbala? Befördert sie die Andacht? Nein. Aber vielleicht war es Poesie nach dem damaligen Geschmack? Aber es thut weh, die jüdische Vorwelt eines solchen Geschmacks zu beschuldigen, und, mit Zunz und Rappaport zu glauben, daß in Kalir's Elegie die Worte: WÜ.WI *pti QV2 schöne Poesie wären, weil sie die Zahl 1962 enthielten, und demnach den Namen des Pajtans und dessen Vaters Wohnort anzeigen.'! — Daß aber der Geschmack unsrer damaligen Dichter nicht so verdorben war, das sehen wir ja aus ihren profanen Dichtungen, die der reinen Form aller Zeiten gehuldigt hatten. Es bleibt uns.also nichts übrig als anzunchmen, daß man bei dem Pijjutim die Form nicht beachtet, geflissentlich nicht beachtet hatte z aber dann ist's auch keine Poesie mehr. Denn die Form ist die Grundlage aller poetischen Schöpfung. Das Ziel der schaffenden Kraft am Schöpfungstage war eine Form zu bilden, und diese Form muß allenthalben, und auch bei Poesie streng berücksichtigt werden. Poesie heißt schaffen, Hervorbringen, Poesie ist das Vollendeste, was der Geist schafft und in die äußere Welt überträgt, und nur eine Dichtung, welche das Ergebniß einer solchen Kraft ist, nennen wir Poesie und deren Verfasser Dichter. Aber die Sache verhält sich ganz anders. Die meisten Pajtanim waren durchaus keine Dichter, ihre Bilderpracht besteht nur in aus ihrem Zusammenhang herausgeriffenen Bibelstellen, die, gleich einer aus dem heimischen Boden gerissenen Pflanze zwar nur schwäch, aber immerhin noch Duft und Glanz giebt. Diese Männer haben also die Pijjutmanier mit allen ihren Unfchönheiten in die Synagogen gebracht, und die wirklichen Dichter wie Gebirol, Kalir u. a. mußten diesem Geschmack huldigen, mußten gute Miene zum bösen Spiele machen, wenn sie ihren Pijjutim Eingang beim Volke verschaffen wollten. „Fast alle Denker jener Richtung", sagt Herr Dr. Sachs, waren auch Dichter." Die Sache ist aber umkehrt: Alle Dichter waren Denker, sie waren „der philosophischen Bildung theilhaft gebliebenfo hatBedarschi seinen Bechinat- Dlam aus den More (wie Pope seinen Essay ofMan auf Locke) gepfropft; aber nicht fast alle Denker waren Dichter. Delitzsch und Sachs rechnen Rambam und Ramban unter die