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Der Orient · 1847-01-29 · Heft 5 (29.1.1847) · p. Seite 40

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 5 (29.1.1847)
Date
1847-01-29
Page
Seite 40 (sequence 15)
Language
German
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- 40 Dichter. Dem ist aber nicht so. Beide haben nie gedichtet, und will man auch die paar Pijjutim, die sie uns hintertaffen, Gedichte nennen, so stempelt sie dies noch lange nicht zu Dichtern. Und ist's denn diesen großen scharfsinnigen und höchst philosophischen Geistern als Fehler anzurechnen, wenn sie keine Poeten, warenwenn sie ihre Geistesfrüchte nicht singend geben konnten? n:n nS±I )xb 'NH; yT1 )ND jDVi-' So sucht auch Dr. Sachs einen unsrer größten Denker auch als Dichter in Schutz zu nehmen, trotzdem derselbe in einem seiner Pijutim sagt: / 'NNMN? inj .’ ' . u M ^^3 sßteto iyj' ptejj Heiliger Sänger David! Hätte man Dir einen solchen Mann als Dichter und Nachahmer Deiner herrlichen Gesänge vorgestellt/ die Harfe wäre Dir aus den Händen geglitten! * Hätte sich in den gewöhnlichen Pajtanim ein Dichtergeist geregt, so hätten sie der Spur gefolgt, die ihnen unsere Weisen im Talmud angedeutet hatten. . In Berachot u. a. w. finden wir Schlußgebete in einer reinen , edelen- und herzerhebenden, wenn auch nicht höchst poetischen Sprache. Sie erlaubten gerne solche Zugaben zu unsrer gewöhnlichen Tesilla, sie sagen: aber von der Pijjutmanier hatten , sie keine Ahnung. Härten wir in unserer Synagoge leichte schön geformte, und-der Jugend leicht beizubringende Pijjutim, so dedürften wirdcr nichthebräischen Gesänge nicht, womit die Reformer die Andacht zu heben wähnen. / Denn es bleibt - eine unumstößliche Wahrheit, daß die hebr. Sprache für uns eine Kraft zur Andacht besitzt, wie sie uns jede andre Sprache vergebens darzubieten vermag. Durch düse Macht haben sich die schlechten Pijjutim so lange erhalten. In .einer andern Sprache wären sie schon längst, wie die alten Kirchenlieder, verschwunden.. Wir Schiffbrüchige haben Hclns und Hof und Boden und Alles verloren, was ein Volk zum Volke stempelt - unser Boden ist die heilige Sprache. Daher auch der nicht der hebr. Sprache kundige Jude soviel Erbauung in Allem findet was. hebräisch ist. Es sind Heimaths-Klänge, die uns ganz wieder ins Vaterhaus versetzen, sein Gott sprach, einst mit seinen Vätern darin, jedes Wort ist - ihm Gruß aus der Heimat, wer darf es wagen ihm dieses zu nehmen? — Sein historisches Ererbtes läßt ec .sich nicht aus den Händen reißen, bis man ihm etwas Besseres chiet et. Keineswegs ist es daher unsere Absicht, die Pijjutim in jeder andren Hinsicht zu verdächtigen. Lange genug haben sie die Synagoge erhalten. Und den, der sein eignes. Andachtsgefühl mit hinein legen kann, begeistert der Pijjut noch mehr als die Propheten. Der Sprachkundige Pleßner behauptet, daß ihn die Kinüt mehr als die Klagelieder in d. h Schrift in Rührung versetzten. Die Kinüt! — Aber.der - gute Mann hat kein Lob aus die Kinot, sondern mehrentherls auf sein eigenes frommes kindliches Gemüth aus-, gesprochen.. Die KinOt so wie die Ma^arabijot sind, in sprachsicher poetischer Hinsicht die. schlechtesten unter den schlechten Pijjutim. Der bekannte Zion steht.unter den KinOt, wie eine Rose unter Dornen, eine Myrte in der Wüste. Schließlich möchten wir noch aus einige Sprach- und andere Fehler aufmerksam machen, die unser Machsor enthält. Möge ein frommer Verleger, bei einer neuen Ausgabe, diese und sehr viele zu verbessern suchen. Es wäre ein gottgefälliges Werk.; -SWphV Maamor deutet nur Befehl, Gebet durchaus nicht. ' 'W D'niN'arn WDy—tfN'3h# ganze Vers ist eine Verkündigung Gottes für alle Völker bhzq p-ip DK-TV, Vor r6on Miflal zu sagen wird wohl kein Sprachkenner billigen, so-wenig wie jinpl ^pDl yt^n -— . ‘»npn^nnnjyv foll beißen: „ Meine Gerechtigkeit soll mir bezeugen", so nehmen es auch alle uns bekannten Übersetzer der Bibel. Es ist aber grundfalsch , ..wo nach tUy und ein I steht, bezeichnet es durchgängig verläumden, anklagen. Hier sagt Jakob zu Laban: Findest Du Nichrgefiecktes in meiner Heerde, so ist es Gcstohlnes; dann soll meine eigene Redlichkeit als Zeuge gegen mich auftreten. nN die'' Schrift sagt, wer zu den Kaßdim hinausgeht, der kann sein Leben als Beute davontragen. Mit solchem Ausdruck aber darf man nicht zu Gott beten. . nten DDIH. Won njp^in Sttfal nüDH: zu sagen ist unschicklich, da der 'Talmud damit eine unreine Handlung äuödrückt. . 'yil VW jysK Diese Worte legt der Pajtan ,'aber ganz unschicklich, Gott im Munde, obschon es der Midrasch so.nimmt. — D'&mifi keine erlaubte Bezeichnung für die Engel.. heißt nicht bitten sondern kränken. Im ersten Fall muß davor stehen. Eben so falsch ist und ^["6 "sNW, welches so oft von allen Pajtanim als ein Lieblingsausdruck gebraucht wurde. Eben so ist ein „Prachtbild", welches leider so oft wiederholt wurde. Ueberhaupt ist nur Verleitung zum Bösen. ' lülin.'pBn)/ heißt nicht ge w ähre unser Verlangen, sondern empfange. Das sagt auch ny^pn 2Wp muß -)^pn heißen. Der Pajtan wollte aber sein Liebes p nicht fahren lassen. Eben so MIN Tiö Gern hätte er dafür -j'M gesagt, aber er mußte die n haben, das war wichtiger. p£on. 'Ml plp l'yr^Q t Wer war dieser Bock? der ^ly!? heißt nicht Korban, und der Faden den der Sündenbock trug, war nur zum Zeichen .und entfärbte sich nicht. ' Hamburg, Chanuka 607. Moses Mendelsson. Verlag von C. Ä. F r i tz s ch e. Druck von I. H. Nagel»

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