Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 4 (22.1.1847)
- Date
- 1847-01-22
- Page
- Spalte 61-62 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Studlen. Bon der Darstellung der: Messiasidee^ 61 daß. hie Jugend, die Jünglinge ihm folgten, ähnlich Ps. 8, 3: ,,Du hast ans dem Mrinde der Kinder und Sänglii^ge dir Sieg gegründet um deiner Widersacher willen" u. s. w. 9JL s. Matth. 10, 42. 18, 6 und 14. Endlich daselbst 21, 15 und 16. ist als „Dichterwort" (in. s. Ges. d. W.) synon. mit -Auch wählte passend Johannes hier den Ausdruck, der 1 Chronik 15, 2.1 und 22, bei David verkommt, (n-^d>) nn* 46, 1: D)üby by — njipS’j zugleich' auch als „Anwendung" dieser 'Phrase auf Christus, der im N. T. öfters Sieger, genannt wird. M. s. Apokalypse 6, 2: N-^^-1 T&jte und häufig werden die, „welche ihm folgten": cinsböP, die Sieger, genannt. M. s. unsre „Forschungen'über die Ucbcrschrifteu der Psalmen" (Leipzig 1846, bei C. L. -Fritzschc) S. 18: die Bedeutung des Wortes „Alamct" bei David als Name des jüngsten der Levitenchöre Davids". Wir haben also hier eine Stütze für unsre Erklärung dieses Worts. *— R. Saadja Gaon nimmt sogar „Alamot" in dem Psalm 68, 26 geradezu als Alamim. In seiner arabischen Psalmenübersetzung heißt es in der Anmerkung: „Ich habe für ü'üby genommen, da ausschließlich die männlichen Leviten daS vortrngen, und unsre Voreltern, wie ich bemerkt habe, es nicht anstößig fanden, manchmal die weiblichen Wörter als männliche und die männlichen als weibliche zu behandeln, wie rvDi-, UjSn,' (AmoS 1/ 13) für nurno O'nj; (Nchem. 15, 31) für und Anderes diesem ähnliche". M. s. die Zeitschrift „Snlamit. Erster Band. Neue Folge. Heft; 9. Jahrgangs 2. Heft". — Allenfalls hat Johannes nach unsre Stelle zu nrtheilen, unter tci David, weder „Sopran Stimme", nach „musikalisches Instrument"; weder „Anfang eines Liedes" noch „Tonart"' verstanden; sondern I ün g l iug e, Knaben, denn sonst hätte er das.. Wort hier nicht anwcnden können. Die griechische Ilebcrsetzung aus dem hebräischen Original: „Jungfern" ist somit fehlerhaft. — (Fortsetzung folgt). IIL Vs-n. der Darstellung der Mesfiasidee. (Fortsetzung.) « „Wunder" heiAt er sowohl in sofern, als seine Erscheinung eine wunderbare ist, wie sie auch 7, 14 als ein göttliches Zeichen (niN) an gekündigt wird, als auch in sofern, feine »Wirk u n g wunderbar sein wird, weil sie von den Erscheinungen früherer Zeiten abweichend und von dem Eifer Gcttcs ausgehend gedacht wird (B. 6). U9 iy. "ON Va ter und Fürst heißt er als R egent. Der Begriff der Ewigkeit kommt ihm in individueller Deutung nach üblichem Sprachgebrauch (vergl. oben) als Umfang seiner Lebensdauer zu. Oder .es sind ly und n&y als charakteristische Merkmale der messianischen Zeit und Eigenschaften ihres Regenten zu fassen, in sofern dessen Geist als der absolut wahre ewig nach wirkend gedacht wird. ftTTlin'Ä Es liegt hierbei nicht der Hauptnachdruck auf die Mehrung der Herrschaft als Ausdehnung derselben, londern es foll mehr die Größe der Herrschaft ausgedrückt und auf diese (Herrschaft) an sich der Nachdruck gelegt werden, wie es gleich von Anfang heißt: D2V by mcsrbn Vim (V. 5). In sofern ist selbst die engste Beziehung auf Palästina zulässig, aber selbst eine weitere auf die damals bekannte Erde und eine Ausdehnung der Herrschaft über sie, die jedoch mehr im Sinne einer Geltendmachung der israelitischen Herrschaft und Sicherung des Friedens und Glückes des israelirischen Volkes, als im Sinne willkürlicher und herrschsüchtiger Eroberung aufzufassen ist, bietet keine Schwierigkeit der Erklärung und des Verständnisses dar, wie wir analoge Stetten schon oben bei der Besprechung der Ps. berührt haben, ebenso wie auch noch in idealer Auffassung und mit universellen Beziehungen die Mehrung messianischer Herrschaft als eine all-, gemeine Anerkennung der jüdischen Religion, ihrer Gotteserkenntniß uub Gotteslehre gedeutet werden kann. „Recht und Gerechtigkeit" des Königs werden als Hauptstützen seines Thrones genannt, wie deren Vernachlässigung denselben jetzt wankend machen (vgl. 11, 3—5). Wir lasten hier gleich unsere Ansicht über die messi'anische Prophezeiung von der friedlichen Vereinigung der Thiergegensätze ii, 6 ff. folgen. Das Verständniß derselben wird sich daran wenden, ob. man an die Prophezeiung im eigentlichen Sinne als an eine dercinstige Umgestaltung der physischen und animalischen Naturverhältnisse glauben will, oder ob man dieselbe bildlich auffaßt und die Gegensätze auf die thierische Natur des Menschen deutet. Letzteres allein ist nur möglich, weil die Wirkung des Ganzen von der Verbreitung und Allgemeinheit der göttlichen Erkenntnis abhängig gemacht ist (V. 9). Erkenntniß aber, als eine geistige Eigenschaft/ ist nur dem Menschen eigen, der darin seinen eigentümlichen Vorzug vor den Thieren hat, den in ihn gelegten Willen Gottes, das göttliche Gesetz, seine Bestimmung überall aus Freiheit und mit Bewußtsein zu vollführen, während das Thier gezwungen dem Triebe der Natur, seinem Instinkte folgt und daraus gar nicht herauskommt. Für die Menschen ist eine Abweichung von dem göttlichen Willen und Gesetze möglich, und das ist die Sünde, — und eben Ln der selbstbewußten Erkenntniß der Gesetze Gottes und seines Willens und in der freien Bestimmung ihrer Handlungen danach haben diese ihr sittliches Moment, besteht ihr moralischer Werth. Die Erkenntniß Gottes, die sich bei den Menschen eben in der Erkenntniß des göttlichen Willens und der göttlichen Be-