Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 4 (22.1.1847)
- Date
- 1847-01-22
- Page
- Spalte 63-64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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63 stimmung für sie offenbart, ist es darum, welche die Sünde, hier den thierischen Gegensatz im Menschen, unmöglich macht, sie beseitigt, und es ist darum ganz recht und verständlich, daß von der Erfüllung der Erde mit göttlicher Erkenntniß, „wie die Wasser das Meer bedecken" (V. 9), die Auflösung und friedliche Vereinigung der thierischen d. i. sündhaften Gegensätze und Widersprüche im Menschen abhängig gedacht, und die messianische Prophezeiung daran geknüpft ist. „Sie werden nichts Böses mehr thun und nichts mehr verderben auf meinem heiligen Berge" (das.). Schwierigkeit könnte vielleicht Ln dem Einzelnen das Verständniß der Prophezeihung (V. 7) bieten, daß der Löwe gleich dem Stiere wieder Stroh (Heu) fressen würde. Man 'muß sich fern halten, hierauf den Gedanken einer physischen und animalischen Verderbtheit der Natur zu gründen, die von den göttlichen Gesetzen abgewichen, fleischfressende Thiere erzeugt oder sie dazu umzebildet habe, und darum zu glauben, daß die Prophezeihung an dieser Stelle die Idee einer späteren nothwendigen Einlenkung der Natur in die ursprünglich vorgeschriebenen Geleise und eine Einrichtung derselben nach dem ersten göttlichen Willen ausdrücke. Denn es ist durchaus falsch, wie es hiermit geschieht, die Möglichkeit einer Bewegung der physischen und animalischen Natur aus ihren vorgeschriebenen Schranken, eine Abweichung von ihrem göttli- 64 chen Naturgesetze' (Instinkte) anzunehmen. Vielmehr erstreckt sich die Annahme einer solchen Verderbtheit blos auf. den Menschen, der da die einzig mögliche, sittliche Bedeutung hat. Hier scheint dem Propheten die Idee vorgeschwebt zu haben, daß die fleischessende Natur oder Gewohnheit des Menschen eine Abweichung von dem ursprünglichen, göttlichen Gesetze und Willen sei, und wirklich scheint die Stelle Gen. 1, 29, wo ursprünglich nur Vegetabilieri zur Nahrung freigegeben erscheinen, im Gegensätze zu 9, 3, wo erst die Fleisch- Nahrung gleich der früheren, vegetabilischen erlaubt wird, darauf hinzudeuten, wie auch der Nachweis bloser Molarzähne und des gänzlichen Mangels aller Schneidezähne an alten egyptischen Mumien, , was uns zur Voraussetzung einer ausschließenden Ernährung damaliger Geschlechter von Vegetabilien nöthigt, dafür zu sprechen. Es würden dann hier im „Löwe" und „Stier" die Gegensätze von Fleisch-' und vegetabilischer Nahrung ausgedrückt und durch die messianische Prophezeihung der dereinstigen Ernährung des Löwen von Heu gleich dem Stiere die Rückkehr des Menschengeschlechts zur ursprünglich von Gott angewiesenen, vegetabilischen Nahrung und der Vermeidung aller aus dem Fleischgenuffe entspringenden rohen und sündhaften Leidenschaften und Triebe im Menschen angedeutet sein. ^Fortsetzung folgt.) Ankündigungen. Ankündigungen ♦> In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1J Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [11] Bei E. L. Fritzsche in Leipzig ist soeben erschienen: Debarim Atillrfiit. Xi. Enthält: 1) Fragment eines alten hebräischen Bücher- und Autoren-Verzeichnisses. 2) Keb uz at Kese f,. Katalog der von Josef Jbn- Caspe verfaßten Schriften, von ihm selbst angefertigt. 3) M e t e chet Sch' tomo, Proben aus Josef Jbn- Caspe's Schriften. . Von S. Werbluner. (Nach Handschriften auf der k. Bibliothek, zu München.) 4) S e fa t Chacha m i m, oder Erklärung der in den Talmnden, Targnmim und Midraschim vorkomrnenden persischen und arabischen Wörter. Von A-. Jellinek. Herausgegebcn von I. Benja?ob. Brosch. Preis 15 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. Durch C. L. Fritzsche in Leipzig sind zu beziehen: mMru 15D, Keli UTecIioscliet oder Erklärung des Astrolabiums und seines Gebrauches für Astronomie und Crdmessung. Bon Abraham Jbn-Efra. Zum ersten Male gedruckt. 8. Brosch. Pr. 10 Ngr. Die termini teebniei in arabischer Sprache, welche auf vielen Seiten dieser Schrift sich finden, haben für den Orientalisten ein besonderes Interesse. V't umso rroip 'ö mto cy nn^n *w nbw, Das Hohelied mit einem Kommentare von Dbadja Sforno. Nach einer seltenen Benezianer Ausgabe nebst dem masoretischen Texte, gr. 8. Brosch. Pr. 4 Ngr. Der vortreffliche Kommentar des berühmten Exegeten aus dem 16. Jahrhundeet liegt hier in einer sehr korrekten und billigen Ausgabe vor. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.