Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 4 (22.1.1847)
- Date
- 1847-01-22
- Page
- Spalte 51-52 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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51 Studien. Die biblische beschriebene Gotteslästerer seinen Tod gefunden", wodurch die allmäligen Uebergänge zur Gotteslästerung geschildert werden. Oder folgende: „die Weltlust ist's, die nicht etwa im bildlichen, sondern im buchstäblichen Sinne ihre Opfer erst ins — Gefä'ngniß" bringt und dann zum Tode führt". Der geehrte Verf. wird aber wohl nicht gemerkt haben, daß ' feine so beredten und eindringlichen Worte, die auf seine Zu- Hörer mächtig eingcwirkt — eine Waffe gegen ihn in die Hand geben. Treffend hebt der Redner nämlich S. 11 hervor,^daß der Gotteslästerer aus einer Mischehe entsprungen sei, und doch wollte der Doktor Salomon Mischehen' gestatten, was der Prediger Salomon in Hamburg, wegen der traurigen Folgen, so siegreich und mit schlagenden Gründen zurückwies! — In Nr. 7 über Num. 8, 1—3 wird das Symbol des Lichtes klar und gemüthlich in „Worten, die aus dem Herzen kommen und auf das Herz einwircken" gedeutet. In einer Schabuot-Predigt über Ies. 2, 1 vom Jahre 1819 war Salomon in der Behandlung desselben Thema's viel glücklicher und mehr beredt, weil der Gesichtskreis — die Religion im Ganzen — weiter, während hier das Haus das Terrain bildet, aus dem der Redner das Licht anzündet und er-hier den Verlust zweier jungen Frauen betrauern will. Sinnig ist die Deutung, daß die Frauen „für das Licht im Hause Sorge tragen" -,jn npWrv Sn allen drei Predigten ist aber — schon vermöge der Texte — das mivraschische Kolorit, das nur von kunstsinniger Hand berührt sein will, wenn es nicht plump oder matt sein soll, treffend wiedergegrben, was denselben nur zum Lobe gereichen kann und in d i e se m Punkte übertreffen sie ihre Schwestern im „Berge des Herrn". Wir wünschender Schwesterfamilie noch eine zahlreiche Vermehrung und ein ferneres Einverständnis) mit ihrem Pflegevater: b*m Midrasch. Ad. Jellinek. Ueber die Bedeutung des Bundes (rp-c) nach der Bibel Wir glauben in früheren Aufsätzen'nachgewiesen zu haben, daß der assertorische Eid bei Jehova, dem Gotte Israels, eine heilige, dem Gottesdienste gleichstehende Handlung sei, und seine Verletzung von den alten Israeliten der Gotteslästerung gleichgeachtcr wurde. Wir gehen jetzt zu einer andern Art von eidlichen Versicherungen über, welche "sich Zwar auf die Zukunft beziehen, aber dem wahren, die Vergangenheit bezeigenden Eid an Bedeutung vollkommen gleichstchcn. Dieses sind die in der Offenbarung oft genannten Bündnisse (ninv"i3). Daß die Talmudisten ryrQ und nyot£> als synonym ansehn, geht schon aus der bekannten Stelle Pesachim Abschn. 11 hervor, aber auch in der Bibel werden sie oft in gleicher Bedeutung gebraucht: Jesaj. 56, 9 sagt: „Denn wie die Ge- Bedeutung des Bundes. 52 wäfferNoa's ist mir dieses, so wie ich schwur, daß die Gewässer nicht über die Erde kommen sollten, also schwöre ich" u. s. w. — Wir finden aber nicht, daß die Gottheit in dieser Hinsicht einen Eid geleistet hätte, Gen. 8, 11 —12 ist blos von einem Bunde der Gottheit mit den Menschen die Rede. Ebenso Jer.-v, 24: '„die beschworne Zeit der Ernte hält er aus," was sich ebenfalls nur auf den Bund Noa'ö Gen. 8, 22 z und 9, 17 bezieht. Bei dem bekannten Siege, Richter 20, 11. „Esversammelten sich alle. Männer Israels bei der Stadt, wie ein Mann verbündet;" aber ungeachtet hier nur ein Bündniß geschlossen wurde; heißt es doch Richter 21. 5: „und es sprachen die Söhne Israels u. s. w. denn der große Eid ist geleistet." In diesen und ähnlichen Stellen ist offenbar der Abschluß eines Bundes wie ein Eid aufgefaßt, und namentlich scheinen die Eide Gottes in der Bibel sehr oft nur ein Bund zu sein. — Daß dem Eide diese Heiligkeit der Bündnisse selbst dann, -wenn sie ohne Anrufung Jetwva's geschlossen sind, beiwohnt, findet sich vornehmlich bei denjenigen Verbindungen vor, welche als wesentliche Bedingung der Erhaltung iund Entwickelung des menschlichen Geschlechts von Gott selbst eingesetzt sind. Diese sind: der Bund der Ehe, des Staates, der Familie und der Religion. -Der Ehebund ist schon dem Adam geoffenbart worden, Gen. 2, 23. 24., der Staatsbund mit den zu seiner Arifrechthaltung nothwendlgen Urgesetzen dem Noa Gen. 9; 1—7. Er ist es, auf dem die Staaten der Urvölker nach ihrer Sprache und ihren Geschlechtern beruhen. Gen. 10,20; der Familienbund bei Abraham Gen. 17; das vierte und letzte dieser Bündnisse ist uns Exod 24, die Theokratie nämlich verkündet. — Alle diese Bündnisse sind von Gott geboten und eingesetzt, und werden daher auch ewig, heilig und göttlich genannt. Sie werden in den Worten zusammengesaßt: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. " (Gen. 2. 18.), ein Ausspruch, der sich nicht allein auf den Bund der Ehe, nach dem mao&y, bezieht, sondern auch auf alle vorgcdachten Bündnisse. Auch die Tradition erklärt die Nothwendigkeic dieser Bündnisse mit dem kräftigen Worte: „ ttmnD kV NnrOD " „Geselligkeit oder Tod." — Wir wollen einige, sich aus die Heiligkeit dieser Bündnisse beziehende Bivelsrellen anführen: — Es wird die Ehebrecherin getadelt, welche den Vertrauten ihrer Jugend verlaßt, und den Bund ihres Gottes vergißt; sehr harte Strafen werden über sie ausgesprochen Deut. 22. 23. Ja sogar ein unanständiges, nur den Verdacht eines Ehebruchs erregendes Betragen, hat für sich nachtheilige Folgen für die Frau Num. 5,. Deut. 22, 25, 9. — So spricht Male acht: Jehova ist Zeuge zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, an welcher du treulos gehandelt hast, da sie doch deine Genossin und das Weib deines Wun-