Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 3 (15.1.1847)
- Date
- 1847-01-15
- Page
- Spalte 45-46 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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45 46 Studien, lieber die Sprache der Mischna.. wie Mar Samuel, der bei seinen Zeitgenossen als Arzt und Astronom berühmt war, der einen persischen Astronomen A tzlat zum Genossen hatte, wohl zur Abfassung von dergleichen Werken geeignet war. —. 5. Ganz spurlos,;wenn man die Mittheilungen in beiden Talmudm ausnimmt,""), ging die Thätigkeit Mar Samuel'S in der Medicin vorüber, da keine Kunde von einem in diesem Fache verfaßten Buche sich erhallen,. wenn schon die Vorlagen in den Latmuden und in Betracht, daß die Medicin als Wissenschaft schon angebauet wurde 12a), auf; Schriftwerke vermuthen lassen, wie doch bekanntlich schon Komm, heißt Sefer (Tachkemoni) Zofnat Pa'aneachDas hier Eingeklammerte ist aus Versehen des Abschreibers hineingekommen, wie auch auf diesen Namen Zofnat Pa'anach); v. 30 — 31 der akrostisischen Vorrede sich bezieht: "Ln dem edirten Komm, zu Iczira (I a), angeblich von Elcrtar aus Worms, erfahren wir manche Erläuterung von ihm (42 b). 3. Sefer ha- Mazzalot (Aftrognosie), ein eigenes astronomisckes Werk über dir Sternbilder, das vom Tachkemoru zwar verschieden, jedoch mit demselben wegen des verwandten Inhaltes wohl häufig zuiammenfaUen mußte. Dieses Werk wird unter diesem Namen cirirt in Elasar aus Worms Sode Rasaja (20 b), in Isaak aus Akko's Meirat 'Enajim (zu Dt. Ms.j, in dem handschriftlichen Machsor-Kommenrar der Hamburger Bibliothek (cod. 17 u. 62), am häufigsten jedoch und mit bedeutsamen Auszügen bei Josef Kara in. seinem Job- Kommentar (K. Eh. VII. S. 63—67). Aber nach Analogie der zwei vorhergehenden Werke zu schließen, so war dies wohl auch zugleich ein Kommentar zu einem alten Sefer Mazzalot, wie Nr. 1 zu Samuel's Barajta und Nr. 2 zu Jezira, und darum citirt Josef Kara dieses Werk al6 Peru sch d. h. Kommentar,- und er selbst spricht in der Vorrede (Meto Chaf. S. 13) von Sifre Mazzalot in den Händen seiner Glaubensgenossen, die er gesehen, und die seine Zeitgenossen aus Mangel, an astron. Kenntm'ß nicht verstanden- Sab. Donolo hat also drei Werke des Alterthums, nämlich die Barajta des Samuel, das Buch Jezira uud das Buch über die Sternbilder vorgenommen und sie durch die vielfach gewonnenen Kenntnisse auf seinen Reisen kommentirt, und im Bewußtsein dieser seiner .Thätigkeit als Kommentator sagt er sehr richtig (Vorr. I.!. v. 31): „Die Geheimnisse der vorhandenen, dunkeln Schriften zu kommentiren" von seinem Berufe. Außer dem har dieser noch 4. ein Sefer ha-Jekar, ein medlcinisches Werk geschrieben, das sich noch wie der Jezira - Kommenrar, in der Florentischen Bibliothek besmdet (Brscioni Cat. 4. n. 37. 61). — 127) Vgl. z. B. Bechorot 22 a, 45 a; Nidda 25 a b 65. 66 u. s. w. 128) Ueber die talmudische Medicin vgl. 1. Me ah Dafin (Centifolium) von einem Anoymus, erwähnt bei Wolf MH.). und in Seder ha - Dorot 170 a. — 2. G. G i n z - bürg er, Dirrs. «xlübens Me. die in am ex lalmudicis illirsdratam. Göttmgen, 1743. 4. — Dann vorzüglich das ueuefte und vortreffliche Werk 3. I'entamen bistoriro - me* di cum, exhibens collectanea Gynaecologica, guae ex Talmude Babylomico depromsit vr. A. H. Israels. Groningen, 1845. 8. bei P. van Zwerden. Die talmudische Medicin ist übrigens noch ein großes auszubauendes Feld, namentlich sollten in dieser Beziehung die Lehrsätze jcdes Einzelnen besonders zusammengestellt werden.— früh Sifre Refuot vorkommem In Bezug auf das traditionale Studium hatte man von ihm eine Tosistä***)' (52 sifta de - Mar Samuel) und vielleicht noch andere Sarnmlungen; er sammelte darin unstreitig das' von den ersten TaNnaim Ueberlieferte, wie schon sein Landsmann Chrjja eine ähnliche Sammlung veranstaltete ___ (Fortsetzung folgt). >; Ueber die Sprache der Mischna V 0 N - / ,,, Sam. Dav. Lirzzatt^ (Fortsetzung.) 87. Diese rabbinische Sprache, von welcher, außer' den Gebets-Formeln auch einige Fragmente im Talmud angetroffen werden, wurde glücklich bis zur Zeit der letzten Talmudisteu ") (Anno 5V0 der üb. Ztr.) gebraucht. Man besitzt auch eine schöne Hymne, die man für einige' Jahrhunderte jünger als die Talmudisten hält ^). ' 88. Bis zu dieser Zeit war die hebräische Sprache eine lebende, d. h. von dem jüdischen Volke mehr oder weniger allgemein geredete Sprache. Der biblische Hebräismus? war lebend und unter dem Volke üblich, wenigstens als lingua illustris, und es war der spätere Hebräismus der Mischna, wenigstens während der ersten drei Jahrhunderte der gew. Ztr., nämlich bis zu den Zeiten des R. Jochanan und seiner Schüler, von denen sehr viele Sentenzen hebräisch' sind/ -89. Man kann daher in der hebräischen Sprache drei Zeitalter unterscheiden. a) Das goldene Zeitalter, welches in .sich alle vor der babylonischen Auswanderung geschriebenen; Bücher begreift, oder das Zeitalter des reinern biblischen Hebräismus. b) Das silberne Zeitalter, welches in sich alle nach der babylonischen Auswanderung geschriebenen Bücher faßt, oder das Zeitalter des spätern biblischen Hebräismus. c) Das eherne Zeitalter, oder das des nachbiblischen spätem Hebräismus,, den man gewöhnlich rabbinische. Sprache nennt. 129) Raschi zu Jom-Tob 29 a, — Nach Schema hatte er auch Mischna's und Barajta's gesammelt. 130) Abba Areka starb 243, sieben Jahre danach, 250 starb' Mar Samuel. (Diese sieben Jahre von 243 bis 250 führte Samuel das Rektorat über Sora und Neharde-a' zugleich (Scherira l. «.). Die Angabe Scherlra's: ist bei dieser Gelegenheit berichtigt. 10) Siehe Berachot 16. 17, Moed Katan 25, 'Aboda Sora 24.' und. j> Mo'ed Katan Kap. 3. 11) pvy welche in den Zeiten der Geonim verfaßt sein soll.