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Der Orient · 1847-01-15 · 3 (15.1.1847) · p. Spalte 47-48

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
3 (15.1.1847)
Date
1847-01-15
Page
Spalte 47-48 (sequence 8)
Language
German
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47 Ankündigungen. 48 90. Diese verschiedenen Arten des Hebräismus gehören inSgesammt Zur Wissenschaft dev hebräischen Sprache , d. h. sie müßten alle in Grammatiken und Wörterbüchern der hebräischen Sprache berücksichtiget werden; wenn es anders wahr ist, daß eine Sprache durch Aufnahme neuer Ausdrücke und durch wenige und unbedeutende Abänderungen, die sie im Laufe der Jahrhunderte in ihren Flexionen erleidet, ihren frühem Namen nicht einbüßt, wenn diese neuen Ausdrücke und Biegungen durch dm Sprachgebrauch desselben Volkes, das Bürgerrecht sich gesichert haben la). s 91. In den später» Zeiten (von 500 und weiter herab), als die Zahl der hebräisch Schreibenden sich vermehrte, entstanden fast eben so viele Hebraismen, als es Schriftsteller gab. Diese Hebraismen, da sie nie beim Volke gebräuchlich, sondern ausschließend den Gelehrten eigen waren, gehören nicht in die Wissenschaft der hebräischen Sprache, sondern ins Bereich des kritischen Studiums der rabb. Literatur. 92. Diese Hebraismen, die wir die neuern nennen wollen, lassen sich auf 6 folgende Klassen bringen : A) den neuern rabbmischen Hebräismus, der von den Rabbinen und allen, über.talmudische Gegenstände schreibenden Gelehrten, als: Raschi, die Losafisten, so wie überhaupt von allen Ritualist en (D’>pD'lD) gebraucht wurde. Die Basis dieser Sprache ist das Hebräischmischnäische, mit hie und da eingestreuten hebraisch-talmudischen Ausdrücken. Diese meidet 12) Ein Specimen eines kritischen Lexikons des nuschnischen Hebräismus ist von mir erschienen in Bikkure ha-Jttim 589. S. 123-132. fast immer den Gebrauch solcher Ausdrücke und Phrasen , die blos biblisch und nicht mischnäisch sind. B) Den neuern philologischen Hebräismus, dessen sich die Philologen als Jbn Esra, Kimchi, Abrawanel und andere Schriftsteller von vielseitiger Gelehrsamkeit, bedienten. Dieser Hebräismus ist, zum Gegentheile des vorhergehendenbiblischen Ausdrücken und Phrasen hold, und bedient sich nur äußerst selten der chaldäischen Redensarten dos Talmud. C) Oer neuere philosophische Hebräismus, von jenen eingeführt, die philosophische Werke aus dem Arabischen übertrugen, nämlich von den. Labboniden (Jehuda, Samuel und Mose), den Uebersetzern des rWlBN Don Saadja, des ron von Bachja, des iijd »on Jehuda Ha-Lewi, des DOU3 PTO von Maimuni rc. derspäter von einigen Philosophen die hebräisch schrieben nachgeahmt worden, wie z. B.-vom Gersoniden (^^). Diese Sprache zeichnet sich durch Redensarten aus, die weder hebräisch noch aramäisch, sondern arabisch stad. D) Oer neuere oratorische Hebräismus, in dem die erhabene oder elegante Prosa geschrieben ist; welcher zerfällt in 1) nichtgereimte Prosa, 2) gebundene Prosa und 3) in eine, von Reimen nach Willkür, eingestreute Prosa. Diese Sprache liebt klassische Phrasen und Paranomasitn oder Wortspiele, und verschmäht dieselben selbst da nicht, wo solche aus nicht biblischen oder sogar nicht hebräischen Wörtern bestehen. In den neuesten Zeiten gav es einige unter den Deutschen, welche eine erhabene Prosa ohne Reimen ohne Paranomasien und ohne Barbarismen schrieben. (Beschluß folgt.). Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 'Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [8] Durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Wr. E. Aiey's Calechismus der mosaischen Religio ns lehre«. Dritte umgearbeitete Auflage. (9 Bogen.) Preis nur 10 Ngr. Bis jetzt kostete dieser Katechismus^ 15 Ngr., um solchen über immer mehr in den Schulen einzuführen, und um den vielen geehrten Zuschriften wegen einer Preisermäßigung zu genügen, werden wir von jetzt ab obigen billigen Preis von 10 Ng r. bestehen lassen und außerdem auf 10 Exemplare ein Freiexemlar bewilligen. Durch jede Buchhandlung sind Exemplare zur. Einsicht zu erhalten. Leipzig, den 1. Januar 1847. Voigt Fernau. Verlag von C. L. F r i tz f ch e.! C^] Bei 2. E. Epstein in Breslau ist so eben erj schienen: Versuche eines Scheintodten. 8. (14 Bogen) elegant geheftet. Preis 1 Thlr. [10] Bei C. L. Fritzfche in Leipzig ist so eben erschienen: Forschungen, über die Überschriften der Psalmen. Dazu Erläuterungen der Gotteönamen, der poetischen Formen in den Psalmen, Auslegungen schwieriger .Stellen der althebräischen Poesie und ein ergänzender Anhang. Von Hartwig Philipp .Nee in Aarhus. Mit einem Vorwort von Dr. Julius Fürst, drosch. Preis 24 Ngr. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.

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