Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 3 (15.1.1847)
- Date
- 1847-01-15
- Page
- Spalte 43-44 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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44 43 Studien. GeWchte der jüd, Literatur in Babylonien. MaMlot) und die Astronomie für ein religiöses Wissen, sich auf die Schriftstelle berufend (Dt. 4, 6), daß die Himmelstunde, die Berechnungen u. s, w. die Weisheit Israels ausmachen. Bar-Kappara behauptet^ daß wer diese Wissenschaft versteht und sie nicht übt,, von dem gilt der Ausspruch der Schrift (Ies. 5, 12) : das Werk des Ewigen schauen sie nicht, seiner -Allmacht That sehen sie nicht. Nab, der Genosse Samuels', sprach sich dahin aus, daß man eines Menschen nicht gedenken möge, der die Himmelskunde versteht und sie nicht anwendetn7). Die Kalender künde (Sod ha-"Jbbur) ist nach Lewi den Sisi, einem Schüler Jehuda Ha-Nasi's und Freunde Samuel's, die wahrhafte jüdische Wissenschaft, vor deren Mittheilung an die Heiden Gort die Juden beeidet und es ist bekannt, wie Hillel der Alte, sein jüngster Schüler Iachanan den Sakkai, Hillel, der zehnte in der Familie der Nesiim, welcher das Kalenderwesen verbesserte (Tikkun ha-Äbbur) u. A. Kunde von dieser Wissenschaft gehabt, wie Mar Samuel schon über eine Stelle in einer alten Barajta de-Sod.Ha-Ivbur befragt, wurde '^), so daß die Thäthigkeit Samuel's auf diesem Gebiete sehr erklärlich ist. — 4. Nun können wir zu den Werken Samuel's, insofern sie über Astronomie oder Kalenderkunde handeln, übergehen. Mar Samuel schrieb: i. Barajta de-Schemuel. Dieses Werk, das wir aus Anführungen kennen ^), enthielt, fo, viel wir aus den Bruchstücken bei I o se f K ar a in seinem Job-Kommentar 1 -1), die selbst erst aus Sabbatai Dono lo's Tachkemo n i oder Kommentar über diese Barajta gezogen sind, sehen können, 'Lehren über den Bau der Welt, über Sonne, Mond, Sternbilder und Sterngruppen, über die vier Tekufot, über die Ursachen u. das Wechseln der Jahreszeiten u. s. w., and Sabbatai Donolo (1. e.) sagt ausdrücklich, daß die Barajta, welche er. kommentirt, von unserm Mar Samuel, Dem Ambra, dem Genossen Rab's in Babylonien herrühre. Außerdem enthielt noch diese Barajta, nach den erwähnten Fragmenten, die Grundzüge einer Himmelskunde (Astronomie) oder eine grundzügliche Kenntniß von dem Welt-, gebaude, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, von den Elementen der physischen Kräfte, durch welche die Sphären aufeinander wirken, und handelte auch von der Gestalt der Erde, des Mondes und der Haupt- und Nebenplaneten, von dem Wechsel der Tage und Jahre u. s« w. „ Ich habe über die Astronomie geforscht, sagt Donolo in der nun gedruckten Borrede zu seinem Kommentar über das Buch Jezira, und habe gefunden, daß die Astronomie schon, in der Bar aj ta des Samuel, des Forschers d. h. des Astronomen lfta), 117) Sabbat o. 7. — 118) Midrasch Schir zu 3, 5. — 119) Rosch Ha-Schana 20 b. - 120) Es existirte noch 1325 n. Ehr., wie wir aus der Anführung des Dbadja den David zu Maimüni's Kid,dusch ha-Chadesch e. 10 zu ersehen, da jener Vers, um jene Zeit in Egypten schrieb. 121) Kerem Chemed ’VH. S. 61—69. —. 122) Viele Haben sich durch den Ausdruck ha-Chacham, begründet ist, und auch die Schriften der Nichtjuden stimmen i damit überein; nur ist das Buch Samuel's sehr dunkel." Auch die Gnomonik war darin enthalten, denn Sabbatai Do- $ nolo sagt (das.): der babylonische Astronom Bagdas lehrte {] mich..die Gnomonik, die mit der, in der Barajta des Sa- \ muels ganz übminftrimmte 123). 2. Barajta de-Sod ha-°Jb1)ur, eine Barajta überdas jüdische Kalenderwesen z also eigentlich die praktische Seite des frühern Werkes, und daß es nicht mit dem vorigen identisch ist, läßt schon der Umstand schließen, weil es jenem gegenüber nur beschränkt gewesen sein kann, und es auch nur so cirirt wirb124). Vermach lichist dieses nach dem Muster der altern Barajta de-Sod Ha-Jbbnr, die schon vor Samuel vorhanden war, gearbeitet. 3. . S ed er h a-Tek ufo r, über die Jahreszeiten, worin vielleicht nur das in Nr. 1 schon gegebene weitergeführt ist. Unter diesem Namen befindet es sich noch handschriftlich im Vatikani25). Dem nicht lange nach ihm arbeitenden Adda b. Ahab-a hat dieses Seder Tekufoi wahrscheinlich zu seinem, mit ähnlichem Namen, verfaßten Wn'kchen, als Muster gedient. Das sind die gesammten astronomischen Arbeiten Mar Samuel's, von denen wir zum Theil nur durch die wenigen Fragmente des Sabbatai Donalo eine Kunde erhalten Haben*"), so .erklärlich cs auch ist, daß ein Mann Ha-Doresch irre führen lassen, und erst neulich Reifmann in dem schon erwähnten Pescher Dabar 11. S. 9 z aber Donolo sagt ja cruch ausdrücklich, daß es der Amora ist. Es kann \ daher unler jenen Bezeichnungen nur der Astronom verstanden werden. — 123) Vgl. Zunz, GV. S. 93. Kerem Ehemed Vll. 0. 61. Reismann 1. 1. S. 9. — . 124) z. B. Nachmani zu Job 26, 13. — 125) Cod. 387 n. 17, acht Blatt stark. — 1'26V Sabbatai den Abraham den Joel Donolo, geboren 913 in Averse im Neapolitanischen, war Arzt und Astronom in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts, un> schrieb: 1) S es er Tachkemoni, einen Kommentar über die Barajtg des Samuel, in welchem er alles das, was er von dem Astronomen Bag das in Jräk über die 12 Sternbilder, über andere Sterngruppen, über Horoskopke und Astrologie gelernt, was er aus griechischen, arabischen und indischen Schriften über Astronomie, namentlich aus Samuel's Barajta, dir eine vollständige Astronomie enthielt, zusammengetragcn, wie er selbst in seinem astronomischen Kommentare zum Buche Jezira (Vorrede) mittheilt (Melo Chafrajim 29 — 33 Anm. S. 95 —99). In diesem Werke hat er Gründe über die Nacheinanderfolge gewisser Sterne (Raschi zu "Erubin 56 s), wie auch die astronomischen Bestimmungen des Jahres 946 (Vorr.) gegeben, welche letztere in dem unter Saadja's Namen gedruckten Komm, zu Jezira (eck. 1806 p. 71 u) ausgezogen > wurden. Dieses Werk schrieb er «'. 946, und die Kalendertabelle für 916 (Biscloni) scheint nur ein Stück dieser astronomischen Bestimmungen» 2) Zofn at Pa^aneach (symbolischer Name für) Kommentar zum Buche Jezira, in astronomischer Weise. Die Vorrede zu diesem Komm., die nach einet Kopie aus den de Rossi'schen Handschriften zu Parma (N. 393. 417). mit Anmerkungen i>r Melo Chafnajirn (1. e.) abgedruckt wurde, lautet in der Ueberschrift (übersetzt): Ich beginne das Buch Jezira (zu kommentiren), und dieser