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Der Orient · 1847-01-15 · Heft 3 (15.1.1847) · p. Seite 19

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 3 (15.1.1847)
Date
1847-01-15
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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19 Haus des hiesigen Bankiers Hrn. Frankel, der einen großen Saat in seinem Lokale zur Kemmisswnsverhandlung bestimmte. Das Scrutinium ergab felgendes Resultat: Hrn. Hirsch, Landesrabbiner in Emden, traf die Wahl primo loco. Hrn. O p p e n h c i :n e r, Rabbiner zu Ei bensch nß, 86CUU(!o. In lerlio hatte Hr. Neuda, Rabbiner zu Loschitz zwei Stimmen, Hr. Stiftsrabbiner Lasch zu Prag ebenfalls zwei Stimmen, die noch übrigen 2 Stimmen waren getheilt. Die Berathnngcn. der Rabbiuen unter einander dauerten drei Tage, bei denen recht viel debattirt wurde. Hr. Renda, als Wahlmann des Ollinützer Kreises, hatte Anfangs in seiner: Ansichten vor: den übrigen Wählern divergirt, und da er seine individuelle Ansicht mit Energie und gründlicher Durchdachtheit inotivirte, hätte seine alleinige Stimrne der: fünf andern gegenüber ein bedeutendes Gewicht in die Waage gelegt, auch sollte schon deswegen die Wahl um einen Tag verschoben werden. Allein cs kam endlich doch zur freundlichen Ausgleichung der Ansichten, und heute fri'lh bei der amtlichen und errdlichen Resolution hatten rvir das Vergnüge::, die gesarnrnterr ehrwürdiger: Sechsmänrrer von einem Geiste der Einigung dnrchdrnrrgen zu sehen. Es ist - nunmehr kein Zweifel, daß wir Hrn» Hirsch als geistliches Oberhaupt an unserer Spitze haben werden, nnb sprechen wir hier im Warnen des Landes den tiefgefühlten Wunsch ans: Hirsch möge sobald als mir immer möglich in unsere Mitte treterr. Wir werden ihn mit; offenem freudigem Herzen begrüßen, denn wir brauchen einen Mann, der alte unsere Interessen vertritt. Jede 'Strrnde Zögerurrg wäre ein Vergehen gegen die Dringlichkeit der Bedürfnisse, denen bei unfern mährischen . Glaubensbrüdern abgeholfen werden muß, und hoffen wir es, Hr. Hirsch ist der Mann, der diese Abhilfe bewir- - ken kann und wird. Es ward daher gewiß noch nie einem Landesrabbiuer mit solcher Freude und Sehnsucht entgegengesehcn. Unterlassen kennen mir es nicht, dem ' edlen Menschenfreund, dem k. k. KreiSkemmissär, Flitter 1 Znai m w erth, welcher den Wahlakt leitete, und mehr- > malS die schönsten und sprechendsten Beweise seiner hu- - maneu hochherzigenGesinnungen gab — hiermit unfern / innigsten Dank anSzusprechen. Daß Rabbiner wie I. P e l l a k, O p p e u h e i m e r, R e u d a, O u e t sch :c., nur von heiliger Ueberzeugung und unerschütterlicher H Rechtlichkeit sich leiten ließen, das hat unsere Provinz H gewußt, und hat ihnen daher auch das Zutrauen ge- Sf ich"lkt, die Wahl ganz in ihre Hände zu leger:. 11$ Krnklnr, 1. Jan. Die aus der Bremer-Zeitung E andere Blätter übergegangene Nachricht von der D Audienz unseres Rabbiners Meiset bei Hrn. v. D. A und von der Antwort, die er in Betreff der Judensteuern (Licht- und Fleischsteuer) erhalten haben sott, ist nach genaller Erknndignng völlig ungegründet und unrichtig. Bis jetzt ist nicht nur noch gar von einer jüdisch-galizischer: Steuer nicht die Rede, sondern dieser Beamte hat sogar die Versicherung gegeben, daß wenn vorher ein Bittschreibeu nach Wien gerichtet werde, wahrscheinlich auch in'Zukunft von einer solchen Steuer nicht dieRede sein wird. Und eine solche Petition ist bereits abgeschickt worden, ungeachtet daß für jetzt, wie gesagt, von einer selchen Steuer nicht die Rede ist. Jan Ganzen hat sich hier noch nichts verändert; die alten Beamten sind geblieben , nachdem sic Oesterreich den Eid geleistet, und alle alten Gesetze sind noch in voller Kraft. Schlechter ist es aber in Bezug auf die deutsche Tracht geworden. Die vorige Behörde hatte die Absicht, die sogenannte jüdisch -polnische Tracht attmälig ganz verschwinden zu lassen, die jetzige ist nach dem österreichilchen Prineip viel larer und wir erleben eö täglich, daß viele unserer Inden, die schon die alte Tracht abgelegt, jetzt dieselbe wieder aulegeu. In Bezug auf die Aufhebung derRechte als freie Handelsstadt, so hat Oesterreich sich durchaus nicht inhuman benommen; die Kaufmannschaft, worunter auch viele Juden, wurden befragt und sie wünschte, insofern das ganze Krakauer Gebiet nicht frei sein kann, die Aufhebung. Von den Inder:, die noch von der Revolution her sitzen, ist nur der Eine Dr. Kr. Brünn, 31. Deebr. 1846. Da die jüngsten Nummern 'Ihres geschätzten Blattes so Manches über die damals noch schwebenden Laudrabbinatswahl berichtet haben, so wird es gewiß Ihren geehrten Lesern nur höchst angenehm sein, daß diesfätlige Endresultat auch genau zu erfahren, welchen Dienst ich Ihnen um so eher zu leisten im Stande bin, da mir hier am Orte Alles leichter ans sicherer Ouelle bekannt werden konnte, weswegen auch dieser mein Bericht Ihnen, Herr Redakteur, als ein officieller gelten kam:. An: 27. d. M. trafen die särmntlichen Wahtmänner aus den 6 mährischen Kreisen hier ein, und zwar die Herren Rabbiner Oppen Hein: ans Eibeirfchütz, Q :: e t f ch ans Leipnik, Poll a k aus Trebitstb, P l a cze ck aus Boskowitz , To ff aus Biscuz und Neu da aus Loschitz, ein Jeder versehen mit einer von seinen Kennnittenten, den sämmtlichen Geineindcdepntirtcn gefertigter: , und von den betressenden k. k. Kreioftellen lc.galisirter: Vollmacht; und nachdem sie sich sänrmtlich dem wohllöbl. k. k. Brunner KreiSamte dargestctlt hatten, wählten sie im hohen Aufträge desselben den Herrn Oppenheim / als den Aeltesteu unter ihner:, z:uu Vorsitzenden, und den H. Nathan Pollak, Schullehrer aus Eiber:schütz, zu ihrem Aktuar. Diesem ihren Präses wurden hierauf die von den 9 Koukurrellten, den Herrei: S. R. Hirsch, B. Oppenheim, Simen Lasch aus PragH H. B. Fasset, I. Brill, A. Renda, M. Duscha k, M. Nascher und Ml. Feilbo gen,

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