Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 2 (8.1.1847)
- Date
- 1847-01-08
- Page
- Spalte 23-24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Korrektor zugeschrieben Hat". Nun steht wieder auf der letzten Seite nDDn '*\m '13 DiD^p,. tinis ist nun tvahrscheiulichcr als daß eben dieser KatonymoZ der Korrektor war. Wir übergehen Nr. 2die einen Pentateuch auf L79 Pergamentblättern bringt, und wenden unsere Aufmerksamkeit dem schonen Codex Nr. 3 zu. Diejes ist jedenfalls die interessante Handschrift aus dem Jahre 916, aus der Pinner ein Faksimile, des Propheten Habakuk nämlich, anfertigen ließ. Sie enthält die letzten Propheten, und besteht aus 225 Pergament-Blättern, klein folio. Hr. P. liefert hier wieder ein ganzes Register Varianten, auf welches er eine außerordentliche Wichtigkeit legt, und wofür wir ihm allerdings dankbar sind, obwohl wir offen gestehen, daß wir nicht Lust genug haben, eine mühevolle Vergleichung anzustellcu; denn einerseits ist dies nicht Sache des Bibliographen, andererseits aber haben wir, wie bereits gesagt, zu wenig Vertrauen zu Varianten (Schreiber sind auch nicht unfehlbar) und' Hr. P. hätte doch wenigstens unseren Text daneben stellen sollen., um' es dem Leser leichter zu machen. Zu bemerken hätte ich hier nur zuerst, daß dieser Codexeigentlich ein Bruchstück ist, indem er ursprünglich auch .die ersten Propheten hatte. Wie so ich daS weiß, wird Hr. P. fragen? Weil er selbst es mir und jedem Leser ohne sein Wissen gesagt. Hr. Pruuer gibt nämlich an, chaß am Ende des Codex steht: mipn DDOT ptn nnpiivnT dvd jdn hww .no bi «rDi ’w^ro'^NW-NDv PD DW ."MM bn.^1 DUDNÜ rpx nwn tGnrn npD.'uirv nmn NTpn tobi ybyib nnmn m St did rn^D — D'piDprppi d^d™ niND m rr /dd.njjmw nKND .jyoni fjVn . -- 'dd'-mw •DHDND] F]!?N — n^Dm H1ND B^Dm *'2bö ^vpin’» yznNi dwi hvnd wbvn n^1 fm njwi .D^Dni rwjp nn z-pp *)bx Wenn also der Schreiber die Verse der ersten Propheten zahlt, so hat er selbe auch geschrieben. Diese' Handschrift hat wegen der Eigeuthümlichkeit der Punktatiou und Accente, die über den Buchstaben stehen, was bei einem gewöhnlichen hebräischen Manuskripte selten vorge- .'kommen, Aufsehen in den Journalen Frankreichs, Eng-' bands und Deutschlands. gemacht. Ein Facsimile der Propheten Habakuk liegt uns durch die Güte des Hrn. P. vor, und wir können keinen Augenblick an das Alter dieser Handschrift zweifeln, da noch dazu der Schreiber die Jahreszahl genau ängibt, räumen-ihr vielmehr gerne in Bezug auf dateumäßiges Alter dm ersten Platz unter den Bibelhandschriften Europas ein, obwohl mit schwerem Herzen, denn bisher galt dafür die Handschrift Nr. 13 der hiesigen Hofbibliothek, deren Alter Kennicot ins zehnte Jahrhundert setzt. Aber wenn Herr P. gar so viel Gewicht darauf legt, und iu seinem Vorwort sagt .,,daß durch dasselbe (was er gefunden) nicht nur für die hebräische Grammatik und fi'ir die Entstehung und Bil- 24 düng der Punktatiou und der Accente, sondern auch ftft die Lehre der Massora ein außerordentlicher Gewinn entstehen kann, und wer weiß, ob sich nicht dadurch eine ganz neue Bahn eröffnet", so.müssen wir gestehen, das wir hierin nicht mit Hrn. P. übcremstimmen, und mrsere Meinung über diese Handschrift ist folgende : Wir hatten nämlich dafür, daß diese Handschrift im Besitze eines Arabers oder Persers war, der vielleicht aus Bequemlichkeit oder zum leichtern Lesen die Punkte hier so ungeniert'bald oben bald unten setzte, wie er bei dm andern orientalischen Werkelt zu . thnn. gewohnt war. Unsere Gründe hierfür find folgende: Erstens kommt ln der mitgctheilteu Inschrift das Wort nnDin, welches arabisch Rolle, Buch bedeutet, und in einer andern, das Wort Fpso, welches Coran heißt, und noch ein drittes FpnEhVrtt, vor welches ich aber leider nicht zu übersetzen weiß. Dies.zeigt nun eine Bekanntschaft des Schreibers und der Besitzer mit dem Arabischen. Zweitens beschreibt Hr. P. Nr. 18 einen Codex (Propheten) mit persischer Uebersetzuug, der ebenfalls die Punktatiou bald über bald unter den Wörtern hat, und endlich drittens kann sich jeder Leser leicht überzeugen, daß diese Punkte gar nicht allein die hebräischen, sondern viele darunter arabische und persische Zeichen sind*). Uebrigens wollen wir unsere Behauptung ganz bescheiden ausgesprochen haben in der Erwartung, daß Sachverständige das Ihrige beitragen mögen Liefen interessanten Gegenstand zu erhellen. Wollten wir uns nun bei jedem einzeüi-eu Codex aufhalten, so würde uns das einerseits zu weit führen, andererseits können wir nicht so viel Raum beanspruchen .5 wir bemerken daher nur noch, daß Hr. P. seine meiste Aufmerksamkeit den Varianten schenkt, und nicht selten legt er uns sein aufgeregtes Gefühl vor, in welches ihn der Anblick alter Manuskripte zu.versetzen pflegte. ‘ So sagt er von ctnmt Codex den er wieder nü'bw KStn min nennt, wunderbarer Weise „daß chm sowohl wegen seines hohen Atters als seines Inhalts eine gewisse Heiligkeit nicht abgesprochen werden fanti", das mußte uns erst Hr. P. sagen und das in-eurem erhebenden Gefühtscmfatl l Nr. 7 kommt in der Inschrift eines Codex etwas über im p und 'bntti p vor, wovon Hr. P/saglr „Sehr bedauern muß ich, daß mir. die Enträthselung des zweiten Theils nicht geliuKM wollte, vielleicht ist darin so Manches über Beu Ascher und Ben Naftali, worüber. uns die Quellen leider so ganz fehlen." Ein löblicher aber naiver Wunsch! Bon einem Schreiber (sie) im Jahre 1327 verlangt Hr. P. Nachricht über die Bene Ascher und Bene Naftali? Nr. 20 ist ein karaitischcs Gebetbuch, ans welchem Hr. P. ein Stück mittheilt, welches wir später wiedergeben tverganz falsch geurtheitt, wie überhaupt das Urtheil über diesen'Codex unrichtig ist. Hr Pinner 'hat-recht',-und die Erklärungen Luzz.'s über diese Accente beweisen dies hinlänglich. Red. Kritiken. Pinner über die Od'essaer Handschriften.