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Der Orient · 1847-01-08 · 2 (8.1.1847) · p. Spalte 21-22

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
2 (8.1.1847)
Date
1847-01-08
Page
Spalte 21-22 (sequence 3)
Language
German
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22 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. 21 ein berühmter Midrasch über die letzten zwei Bücher des Pentateuch, nnd ähnlich dem Si fr a ebenfalls bald halachischen bald h.aggadischen Inhalts, je nachdem der heilige Text zur Halacha oder zur Haggada Veranlassung giebt. Ursprünglich war dieser Midrasch in Barajta's eingerheilt -»nd viel umfangreicher . gegenwärtig ist die innere Emtheilung nach Kapitel oder Pieka's, und der zu Numeri umfaßt 161, der zu Deuteronomium 357 Piska's. Da nun die Sifre wie der Sisra als Werk, das in der Schule Rab's vorgetragen wurde, bezeichnet ist, und in Betracht, daß dix darin aufgeführten Autoritäten gerade bis Rab reichen, daß daher Rabbi Je d u da Ha-Nasi darin vorkommt und die Schule des Babyloniers Ch ijja 88), daß umgekehrt Ma r Jochanan, der, gleichzeitig mit Rab lebend, noch nichts von diesem Midrasch gewußt, weiter bis nach Palästina noch nicht verbreitet war^9), so ist wohl kein Grxnd vorhanden, dem Rab die Redaktion dieses Werkes abzusprechen, wie auch in der That Maimüni 9°) es schon richtig Mab oder Abba Areka zaschreibt. In dieser umfänglichen literarischen Thätigkeit Al>ba Areka's oder Rab's, die von schon ansehnlichen Vorlagen in der traditionalen Literatur ausgegangen, lag der Anfangs- und Schwerpunkt der ralmud. Gesammtwerke, wie der Talmud Babli später wurde, und ohne diese Thätigkcid wäre jener Talmud kaum erklärlich 9,J). Diese Wichtigkeit war noch bedeutender in Bezug auf die Hochschule zu Sora, deren Schöpfer und Begründer er war, und wo später, man braucht nur an Saadja zu decken, der ebenfalls da lehrte, die verschiedensten Gebiete der Literatur sich entwickelten; denn es wird ausführlich mit B-rstimmtheit erzählt, daß Rab 'zu Sora zwar eine große Gemeinde, aber auch die -größte Unwissenheit und Gesetzesunkumde gefunden, tet. Der Ausdruck scheint in Bezug auf Sisra entstanden zu sein, dem gegenüber diese die übrigen Bücher Meißen. —. 87) Nach der Sidra Korach stand in der ältest Ausgabe, nach einer Handschrift, die Formel: „'Hiermit ist das Buch Numeri zu Ende, bestehend aus drei Hundert und acht Barajta's ", dann stand aber das Epigraph, d. h. nach Sidra Massai: Hiermit ist das Buch Ba-Midbar Sinai d. h. Numeri zu Ende, ausmachend 136 Barajta's ", Bei der gänzlichen Rärhselhaftigkeit dieser Nachschrift, döe übrigens der letzte Herausgeber und Kommentator, Abraham Lichtstein, bei seiner Ausgabe (zu Numeri. Dyrhenfurt, 1810 f. zu Deut. Radwill, 18! 9. f.) schon bemerkt, sieht man doch soviel, daß früher die Eintheilung in Barajta's war. — 8») Vgl. Sifre, piska 115. Asulai in Wa'ad 1. s. v. Sifre. 89) Daß Jochanan Sisra und- Sifre noch nicht gekannt s. Asulai. Vgl. über diesen Gegenstand Jad Malachl §. 256. — 90) Einleitung zu Serchim. Eben so Abravanel in Nachlot Abot, Dorr, und ebenso Schebile Emuna, Absch. 8. — 91) Daher wurde er atsTannai angesehen (Chullin 122 b, Baba Batra 42. 3, Ernbin 50 b, Girtin L-8.1»),. und Mar Jochanan ihn jdarum als den Lehrer in Babel zlo%r\v nennt (Chulin 95 b). — was er dann durch Einrichtung eines Gerichtshofes und einer Hochschule > durch das Ansichziehen vieler Schüler und Lehrer zur berühmtesten Stätte gemacht; es war ein Thal, wie bildlich gesagt wird, das er umzä'unt9").— (Fortsetzung folgt). 1 Kurze Anzeigen. 1) Prospektes der der Odeffaer Gesellschaft für Geschichte und Alterthümer gehörenden ältesten (?) hebräischen und rabbinischen Manuskripte. Ein Beitrag zur biblischen Exegese von Dr. Pinner, Herausgeber des Talmud mit deutscher Übersetzung. Nebst einem lithographirten Facsimile des Propheten Habakuk, aus einem Manuskripte vom Jahre 916. Odessa. Auf Kosten der Gesellschaft. 1845. 4. 92 S. Angezeigr von S. Deutsch. (Schluß.) E. "jan *1DD bibische (?) Schriften. Hier fängt die Einthciümg wieder Nr, 1 an, welche den Leser nur verwirrt, und die Neugierde zu wissen erweckt, nach welcher Ordnung die Bücher in der Bibliothek stehen. Gewöhnlich pflegt man, wenn man auch die Kataloge nach den Fächern der Wissenschasten ordnet, die Nummern der Codices fortlaufen zu lassen. Also Nr. 1 bringt einen Pentateuch nebst den fünf Megillot und Haftarot deS ganzen Jahres, welche letztere, nach der ausführlichen Eintheilung, die' Herr Pinner liefert, in ihrer Ordnung nicht nur von T0D nao, sondern auch von tjdpn anao al'weichen, felio, auf 312 Blättern geschrieben. Die Zeit des 'Schreibers dieses Codex setzt Pinner ins 14. oder 15. Jahrhundert, und den Ort im Westen Europas. Was die Ortsbestimmung P.'s anbetangt, so kommt ste mir wie jener unaufmerksame Knabe vor, der als ihn der Lehrer überrascht fragte: Zeig mir Junge, wo ich halte, alle fünf Finger gestreckt aufs Buch legte-Warum nicht näher bezeichnet, Hr. Dr.? Es gibt ja. bekanntlich leichte Merkmale, als: spanisch, provenealisch, deutsch, italienisch re., und was die Zeit des Schreibers betrifft, .scheint .mir offenbar der Codex älter zu sein; denn nach den Klageliedern steht LM d'v nsion Q.VOtf um und Seite 8 bei Cod. Nr. 3 kommt ein Sohn dieses Schreibers ibidh'prrDN ,'d "D. als Zeuge vor, der seine Unterschrift im Jahre 1289 schreibt, folglich der Vater noch früher, oder wenigstens zu gleicher Zeit. Herr P. sagt weiter „der Text (dieses Codex) ist fast durchgehends fehlerhaft geschrieben, es sind häufig Wörter und ganze Sätze ausgelassen, die ein späterer 92) Taanlt 21 d Raschi; Gittin 5a; Chullin 45b 140a; Erubin 6a, 10Ob. — 2*

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