Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1847)
- Date
- 1847-01-08
- Page
- Seite 13 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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13 des Landes, zum Heil und Glück der ganzen Bevölkerung, so wie den religiösen Kampf der israelitischen Parteien Ungarns —, sie hat so eben die Presse verlassen und diese Predigt reiht sich würdig an die andern ausgezeichneten Arbeiten des gelehrten VerfasierS. Gediegenheit, Einfachheit und Klarheit so wie blühende Sprache find Eigenschaften, die dem Style deö Hrn. Löw besonders eigen sind. Diese hat überhaupt große Wirkung ans das Publikum gemacht, und ist von den meisten inländischen Blättern auf das schnrcichelHafteste belobt worden. — Die auf dem Stadtgrund sich ansiedelnden Israeliten in Raab bestehend aus 34—40 Hausvätern will als eine für sich bestehende jugendliche Gemeinde bestehen, und haben sich gänzlich losgesagt von der Gemeinde zu Szigeth. Pesth, im Decbr. 1846. ' Die israelitische Gemeinde hier hat zur Erinnerung an das Jubiläum Sr. k. k. Hoheit, des Erzherzogs Reichpalatinö die Jntressen eines Kapitals von 4000 fl. CM. also 200 ft. alljährlich zur Erhaltung-und Verpfleguug zweier armen Studirenden ohne Unterschied der Religion in der zu errichtenden Industrieschule hier als Stipendium angelegt, und um die jedesmalige Ernennung dieser Zöglinge Sr. k. k. Hoheit selbst angesucht; worauf Höchstderselbe in. einem ungarischen Schreiben an den löblich. Pesther Magistrat Seinen Dank zu erkennen gab. Sie sehen also, daß hier ein reges Leben und Treiben ist, und gewiß würde so Manches hier geschehen, da ein ansehnlicher Wohlstand herrscht, wenn von gewichtigen und berufenen Personen eine Anregung käme. — Pesth zählt gegenwärtig 2340 israelitische Familien und im Ganzen 13,384 israelitische Personen, eine Zahl die Bedeutendes leisten konnte, mcmt nur irgend der Sinn über das materielle Streben hinausginge. Preßburg im Decbr. 1846. Endlich nach 25 jährigem Processe hat es die israelit. Gemeinde hier dahin gebracht, daß sie einen neuen Friedhof anschaffen konnte; der alte, der so oft aufgeschüttet wurde, und wo trotz der hohen Mauer bei austreteudem Wasser die Gräber überströmt, und die Leichen herausgeschwemmt wurden, bietet seit lange kaum ein Plätzchen zu einem Grabe. Die neue Grabstätte liegt außerhalb des Zuckermaudels aus einer Anhöhe, ist bereits mit einer Steinmauer umzogen, und .das Friedhaus ist' fertig. Ob mm auch eine mit allen modernen Vorrichtungen versehene Leichenkammer hergerichtet wird, wissen wir nicht. Ein sonderbares Völkchen die Preßburger, Povidelsaft und Nektar: Noth thäte sie um so mehr, da bei den Juden noch immer der fürchterliche Misbrauch bestehet, die Gestorbenen kann: erkaltet schon in die Erde zu legen. Die „Eletkepek" bringt uns die freudige Nachricht aus authentischen Quellen, daß der Hr. Leop. Löw. Oberrabbiuer zu Papa eine neue Zeitschrift unter dem Titel „a inagyar Zsynagoga“ (die Ungar» Synagoge) beabsichtigt herauözugeben. Frisch ans Werk. Viel Glück dazu. Deutschland. Breslau, 1. Jau. Seit einigen Monaten füllt sich das Fränkel'sche Bet Ha-Midrasch immmer mehr und mehr, die foiift hier herrschende Oede wird immer belebter, und zwar von Bachurim aller Art, von klassischer, romantischer u. s. w., die aus aller Welt herbeiströmen. Es ist eigeuthumlich, daß gerade in die Residenz Geiger's, — der noch immer, beiläufig gesagt, zweiter Rabbiner, Vertreter des Rcformvcreius und je nach Umstanden auch Vcrtheidiger der Orthodoxie ist, — diese Nachzügler des alten Judeuthums ziehen, daß in einer Zeit, in der von allen Seiten eine Verjüngung des Judeuthums in hochtrabenden phrasenreichen Vorlesungen verkündet wird, in der man das alte Kleid des Judeuthums in die Rumpelkammer zu werfen in Rabbinerversammlungen beschließt, an einem Orte, wo sogar ein Rosormverein projektirt und veruglückt ist, noch eine solche Wallfahrt, wie weiland vor hundert Jahren alle freitäglich nach der ,,Fechtschule^, möglich ist. Fast scheint es, daß je mehr die Gegner der alten Zeit ]D H3T tufcn, die Wirklichkeit m-p si> entgegensetzt, nur ist in dieser Vermehrung nicht so großer Segen. Vorige Woche cirkulirte hier in Bezug auf die Bachurirn-Schaar eine Aufforderung, und zwar in hebräischer Sprache abgcfaßt, zur Stiftung eines Vereins für Unterstützung dieser jungen Leute, und man erwartet, daß die hier fconüntrettbc orthodoxe Partei etwas in dieser Beziehung thuu wird. Oder vielleicht sucht die Geiger'sche Partei sich dieser Verlassenen anzunehmen, nur sie bann später als Material gegen das eigensinnige und hartnäckige Judenthum zu gebrauchen. — Unsere Zustände sind noch dieselben, wie sie früher waren; unser Vorstand mag von der einmal angeschlagenen Bahn nicht wieder einlenken und so dauert die Zerrüttung fort» Die Gründung eines Rabbinerseminars, wozu uns das großartige Fränketsche Vermächtuiß Hoffnung gegeben, wird bei der Uueutschiedcuheit der Curatoren wohl auf lauge hin noch verschoben werden. Daß ein solches Institut ein Zeitbedürfuiß ist, weiß Jeder, und es ist zu bedauern, daß Parteirücksichten irgend einer Art den Segen eines solchen Instituts verhindern» Posen, 15. Decbr. Wir berichteten in unserm letzten Artikel über die großartige Kollekte, welche in hiesiger Gemeinde zum Besten der Armen veranstaltet wurde und sprachen auch von einer Generalversammlung, zu welcher alle diejenigen, welche beigesteuert hatten, eingeladen waren. Die Versammlung hat nunmehr stattgeffludeu, und es ist in derselben ein Verwaltuugsko-