Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Colmar 1× ep/1047872
- Dijon 1× ep/1044434
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Präsident deö C.-Consist. Hr. Cerfbeer gehalten, wie nicht minder über die Rede des Hm. Ennery, welche die genannte Zeitschrift bringt, läßt sich sehr viel sagen. Die erste ist vielsagend aber durch und durch unangemessen und von einer Unkunde des Judeuthums eingegeben, die andere ist nichtssagend, daß man beim Ende fragen mochte, wenn sie anfangen wird. Doch lassen wir dies auf später und theilen vorläufig die Correspondenz mit. Paris, 1. Dec. 1846. Gestern wohnte ich einer Feier bei, von welcher man in Deutschland keinen Begriff haben dürfte. Es war nämlich die Installation des bisherigen Oberrabbiners von Paris, in seiner Würde als Krand Rabl)in de France, welche im Temple consistorial in der Straße No Ire Dame de Nazareth gefeiert wurde. Das Programm setzte den Beginn der Feierlichkeit auf 3 Uhr fest, aber schon um 1 Uhr war in dem geräumigen Tempel eine dichtgedrängte Masse verschiedener Glaubensgenossen versammelt, welche der Feierlichkeit beiwohnen wollten. — Nach 3 Uhr erschien zuerst das Departements-Consistorium, welches drei seiner Mitglieder in die nahegelegene Wohnung des Grand- Räbbin abschickte, um denselben abzuholm. Nachher kam das Central-Eonsistorium, an seiner Spitze den Präsidenten Cerfbeer, Mitglied der Deputaten-Kammer und Colonel des Etat Major. Sodann erschien der Minister der Justiz und der Culten, in Begleitung des Grafen R a ui bull a n, Präfecten des Seinedepartements, deö Maire uitfc des Adjuukts des Arrondissements, und endlich unter ^Gesang eines guteingeübten Chors von Männern und Knaben, begleitet von den Tonen der zu besonder» Feierlichkeiten im Tempel ausgestellten Orgel, der Gr.'ud-Rabbin de France, nebst dem Viear des Grand-Rabbin de Paris, Hr. Charleville, Rabbiner zu Dijon, gefolgt von dem Comite des Departements- Consistoriums. Nachdem sämmtliche Würdenträger die ihnen angewiesenen Plätze eingenommen hatten, begab sich der Präsident des Central - Consisioriums, Hr. Cerfbeer, auf die Estrade, und hielt hier eine Rede, in welcher er sich über das Judenthum im Allgemeinen, sodann über die französischen Israeliten ausfprach und endlich damit schloß, den neuerwählten Grand-Rabbin aufzufordern, nach seinen Kräften, die ihm übertragene Stelle seines verewigten, wackeren Vorgängers im vollsten Sinne des Wortes, durch, mit den Anforderungen d'cr Zeit übereinstimmende Thatcn zu besetze«. — Hierauf betrat der Grand-Rabbin die Kanzel, und breitete sich, in einer gediegenen Rede über die Wichtigkeit der von ihm zu übernehmenden Pflichten aus, und versicherte dem Publikum seine eifrigsten Bemühungen für das Wohl des Jndenthums, indem er schließlich dem Consistorium seinen Dank zollte, für die ihm gewordene Ehre der Wahl. Hierauf verlas der Minister der Justiz und der Culten die königliche Ordonnanz, welche' die Wahl des Central- Censistoriums sanktionirte. — Alsdann trat der die Stelle eines Grand-Rabbin von Paris intermistifch ver- [■ sehende Hr. Charleville auf die Estrade und segnete den neuen Grand-Rabbin ein, worauf von letzterem das übliche Gebet für den König und die königliche Familie! vorgctrageu wurde und die Feierlichkeiten unter Absingung j mehrerer, zu diesem Fest von dem trefflichen Vorsänger N a u m b u rg eigens komponirtm Gesänge, ihr Ende; nahm. — Eine Feier, welche allen denen, die ihr beis wohnten, unvergeßlich bleiben wird. Es war hier guter - Geschmack mit Kunst und frommen Sinne verbunden! und nur durch eigene Anschauung konnte man solche j würdigen. — j Ueber die Besetzung der nun vaeanten Stelle eines |; Grand-Rabbin von Paris, wird erst in einigen Wochen s, entschieden werden; bis jetzt glaubt man allgemein, es; werde der mit dem Interim beauftragte Rabbiner von ' Dijon erwählt werden, doch lassen sich schon einige s Stimmen gegen ihn vernehmen, welche lieber, den Rabbi ■ von Halöbourg, Hrn. Isidor, die Stelle einnehmen sehen. Letzterer ist ein guter Prediger, was hier sehr vermißt wird, und in seinen Prinzipien, ganz mit denen des Grand-Rabbin de France übereinstimmend, während . ersterer als Prediger gar keinen Ruf hat und in fernem Systeme sich mehr der Reformpartei zuwenden soll. r N—m. I Algier. Der Direktor der israelitischen. Schule . zu Algier. Hr. M. A. Weil, wurde nun zum Großrabbincr deö israelitischen Consistoriurns daselbst ernannt. , Andere Mitglieder des dortigen Consistoriums sind die Herrn C o h c n, (der Präsident) Gu genheim,Mig u e r 6 s, L e v y - B r a m. D er Sohn des Paris er Großrabbiner, Hr Alpheub Ennery, wurde dabei Sekretär. (L. P.) [, Bordeaux. Der Großrabbiner dieses Bezirkes, Hr. p M arx , hat den Herrschaften, dem Herzog und der Herzogin von Montperfier seineAufwartung gemacht und sie mit einer schönen Anrede begrüßt. Herzog von Montpensier \. dankte ihm verbindlichst und erkundigte sich sehr eifrigJ' nach den Zuständen der dortigen Israeliten. (L. P.) \ Mühlhausen (im Elsaß). Der Mumeipalrath dieser Stadt hat die Summe von 15,000 Fr. für die: Errichtung einer Synagoge votirt. Ein schöner Beweis von Fortschritt und Humanität. Die Synagoge wird, dem Vernehmen nach, ausgezeichnet werden, die Vorzüge der zu Straßburg, Nancy und Colmar in sich vereint! gend. (L. P.) : Metz. Auch hier wird ein neuer Tempel gebauet. Die Gesellschaft der Wohtfart für die israelitische In- | gend, wird präsidirt von Hrn. A. Lambert, welcher h in diesem Augenblicke ehe Lotterie zu Gunsten der Ar- L mm der Gemeinde errichtete. Die Billete sind mir' durch Hrn. Lambert, den Großrabbiner zu bekomme!!- >- (L. P.) i