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Der Orient · 1846-12-24 · 52 (24.12.1846) · p. Spalte 827-828

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
52 (24.12.1846)
Date
1846-12-24
Page
Spalte 827-828 (sequence 6)
Language
German
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827 Kritiken. Kurze Anzeigen. Dr. I. Levy. H. Pollach. — Notizen und Miscellen. 828 gegeben, als Specimen ihres Fleißes solche 'Themen wählen, und gleichsam derjüdischen Wissenschaft im weitesten Sinne einen kleinen Tribut zollen» Gehen wir nun zum Inhalt dieser Dissertation über. Sie zerfällt rn zwei Theile , der. erste handelt in 8 Paragraphen von dein Ursprung des Alfabets, der andere erklärt einige phönicische Marmorinschristcn. Die Paragraphen über den Ursprung der Schrift reduciren sich auf Folgendes: Obgleich alle Schriftsteller (Athenaeus, Lukanus, Plinius) und sogar manche neue (Heeren) die Phönicier zu Erfindern des Alfabets machen, so ist es doch jetzt gewiß, daß diese Ehre den Egyptern gehört, da dem Alfabet offenbar die hieroglyphische Bezeichnung vorangegangen. Namen und Gestalt der Buchstaben stimmen mit denjenigen Dingen überein, die sie bezeichnen, indem sie gleichsam nur die Riffe derselben geben, und die Egypter waren die ersten, welche die 'Gegenstände durch Abzeichnung sestzuhalten suchten, und wenn auch die Buchstabennamen semitisch sind, so ist das Prinzip, die Idee egyptisch. Die Phönizier, Hebräer und Egypter sind in der Geschichte die ältesten Völker, welche die Laute durch Abzeichnung der Sachen wiedergebenwelche für fccn Anfangslaut die Sachen hinzeichneten, und es: scheint unzweifelhaft, daß das Prinzip dieser rheilweife eine Quelle habe. Diese Eigenthümlichkcit aller Alfabete, die-auf Einen Ursprung hinweist, kann nur für Egypten sprechen, da man dort am frühesten die Laute zeichnete und bevor wir noch etwas Geschriebenes haben, wird von egyptifchen Zeichnern mit dem Griffel (O'QllNN von Bin) erzählt. Aber, die Schrift war eine Sylbenschrift d. h«. die Zeichen der Laute drückten, nicht blos den Konsonant allein sondern denselben in Verbindung mit dem Vokal, also eig. eine Sylbe aus; das indische, aUpersische, altegyptischr und semitische Alfadct hat ursprünglich diesen Charakter und das phönicische hat diesen Charakter treu bewahrt, wenn pIN*? wie , BW wie B”N ausgesprochen wurde. Dann untersucht noch der Verf., wie von den Egyptern die Schrift zu Hebräern und, Phöniciern gekommen, d. h. wie das Princip sich verbreitet, wie die althebräische Schrift der, Phönicischen geglichen rc. rc. Aber dieser ganze Theil, abgesehen davon, daß er nach den unzähligen Arbeiten, die wir über diesen Gegenstand haben, kaum etwas Neues bieten kann, , daß das Resultat des Verfassers, die Hebräer hatten die Idee ihrer Buchstabenschrift von den Egyptern durch Mose erhalten, von den Hebräern sei dann diese Schrift zu Phöniciern gekommern und sodann sich fast allen . schreibenden Völkern mitgetheilt, schon vielfach behauptet und beargumcntirt wurde, so hängt er mit der abweichenden Erklärung einiger Inschriften durchaus nicht zusammen, da diese Ansicht auf die Erklärung keinen Einfluß übt. Der Erklärungen der 4 Inschriften , nämlich einer bekannten zweisprachigen maltesischen, einer zu Athen, ausgksundenen und noch nicht edirten, einer bekannten auf Kition aufgefundenen und dann einer andern schon bekannten maltesischen, kann ich natürlich hier nicht folgen und begnüge mich damit, den Freunde der Alterthumskunde darauf aufmerksam zu machen, 77) COTCl niDlpn. Die vier Jahreszeiten, ein Bild der religiösen Zustände in Israel, mit besonderer Bezugnahme auf die von Hrn. Dr. Frankel projektiere Lheologenversammlung, als Schlußpredigt des Jahres' 5606 in der Synagoge zu Rosenberg gehalten und herausg. von Dr. I. Levy, Rabbiner. Preis 21 Sgr. Rosenberg, 1846. 8. Urb. Kern in Breslau. Zweck und Inhalt dieser Predigt ist in dem Titel ausführlich genug gegeben und es ist nicht nöthig, hier darüber Etwas zu sagen. Eine kräftige aber doch milde und mäßige Gesinnung durchziehet dieselbe, und es wäre sehr zu wünschen, daß recht Viele so dächten und fühlten. Was die Form anlangt, so sehen wir über einige Härten gern wetz, zumal der Herausgeber sie nicht der homiletischen Kunst wegen veröffentlichte. 78) Rede, gehalten am Sabbat Nachmu 5606 in der Synagoge zu Lissa, von H. Pol lach. Der Ertrag ist zum Besten des Bekleidungs-Vereins der israel. Armenschüler daselbst bestimmt. Breslau, 1846. 8. Prediger und Predigt haben bereits das Bittere der religiösen leidenschaftlichen Parteiungen erfahren; der Prediger wurde fanatisch gelästert und geschmä'het, bevor das Publikum auch nur den Namen kannte, und die Predigt wurde als Ausbund des Unsinns verschrieen, noch bevor sie durch die Presse veröffentlicht wurde. Aber beide auch von einer Partei bis in den Himmel erhoben, beide auch von einem Standpunkte aus beurtheilt, der von der Objektivität am Entferntesten ist. Ich kann nun jedoch behaupten, indem ich Prediger und Predigt näher ansehc, daß Hr. Pollach von beiden Parteien gelitten; seine Freunde haben ihm eben so wehe gethan als seine Feinde. Ich habe in der Predigt nichts gefunden, was zu den fanatischen Schmähungen berechtigte, und eben so kann ich die Begeisterung nicht begreifen, die sie hervorgerufen. Sie ist um kein Haar besser oder schlechter als andere : Predigten und wenn auch die Disposition oft falsch , die Sprache hart und ungelenkig, so ist sie doch von der andern Seite gemüthlich und durch die eingestreuelen Hagada's ansprechend. Notizen und Miscellen. In Nr. 47 des Orients war (als Auszug des schwäb. Merkurs) angegeben, „daß die talmud. Gesetzgebung keine Strafverfügung gegen den- Selbstmord enthalte". — Allein hiergegen ist zu bemerken, daß nach Trakt. Gewachst Kap. 2 bereits m i sch n' ische Autoren hinsichtlich der Verfügungen gegen Selbftmöder diskuttirten. R. Ismael sagte: Man rufe über den Selbstmörder „wehe daß er sie (die Seele) genommen!" R. Akiba hingegen meinte: Man lasse ihn gehen, ehre ihn nicht, fluche ihm aber auch nicht!"..— Weiter werden auch in jenem Kap. Beispiele von R. Lry-

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