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Der Orient · 1846-12-24 · 52 (24.12.1846) · p. Spalte 823-824

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
52 (24.12.1846)
Date
1846-12-24
Page
Spalte 823-824 (sequence 4)
Language
German
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833 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. der/Schrift eruirt oder angelehnt an Schriststellen dargestellt 45), aus fünf Kapiteln und 49 Dibburim oder halachischen Lehrsätzen bestehend. Dieses Werk, außerhalb der eigentlichen Theologie, wurde fast bis aus die letzten Jahrhunderte herab stets mit Auszeichnung erwähnt2^). Endlich 3) ein treffliches hagadisches Werk mir einer Zugrundelegung der Gnomen und Moralsprüche der Alten (Abot), durchflochten mit bunten Sagen und Schriftauslegungen, unter dem Namen Massecht 2Tbot.be - Rabbi Natan. Dieses große hagadische Werk, das in seiner ursprünglichen Anlage und Gestalt der Bearbeitung des Mischna-Traktats Abot zur Grundlage gedient hat, trägt seinen Inhalt in der Form von Mischria's vor und besteht aus 41 Kapiteln; aber freilich wie das Werk uns jetzt vorliegt, ist es später vielfach bereichert und interpolirt worden, wie auch manches Ursprüngliche darausverschwunden sein mag 27). Bon diesem großartigen Werke hat es im, Mittelalter noch eine doppelte Recension gegeben, von denen Eine in Babylonien bearbeitet wurde"). — 25) Mard. Comtino in seinem Komm, zu Jbn Esra's Jesod Moraj citirt eine große Stelle daraus, welche Stelle LB. d. Or. 1840, Col. 158 mitgetheilt wird. Vsrgl. noch eine Stelle daraus, entnommen aus Sabbatai b. Malkiel's Komm, zu Jbn Esra's Sefer Ha-Schem in Miss. Ztsch. s. j. Theol. V. S. 457, wo auch das Reseme alles über dieses Werk Verhandelten sich findet. — 26) Raschi zu Lev. 27, 5. 1 Kön. 7, 16. 22. Ps.78, 16, zu Sukka 8 a. Tosafot zu Baba-Batra 27 a. Jbn - Efra, Jesod Mora, Ans. Jalkut Gn. 16 a, Rum. 240 d. R. Ascher bei Schitta Mekubb. zu BB. 27 a. Endlich noch bei Comtino und Sabbat a i. 27) In der neuesten Zeit ist in Sklow dieses Hagadawerk Natan's im Druck von einem gewissen Saadja, Schüler des Elijja Wilna, nebst einer korrekten Herstellung des Textes nach handschriftlichen Randbemerkungen seines Lehrers, veröffentlicht worden. Im Jahre 1833 gab ein gewisser Elija Deliatiz dieses Werk in prachtvoller Folioform zu Wilna und Grodno heraus, begleitet von zwei Kommentaren, von denen der eine Sch'ne Elija hu, die Emeudationen El. Wilna's bespricht und deren Quellen'nachweift, der andere, Ben Abraham genannt, die alten Lesarten nebst einer Kommenlirung des Inhalts zum Gegenstände hat. Diese Ausgabe kann für eine specielle Kritik "über dieses Werk sehr fruchtbar werden. Die zwei dieser Ausgabe vorangegangenen Bearbeitungen, nämlich 1) der Komm, über Abot des R. Natan von E l i e-f e r Lippmann aus Sa m o se (Zolkiew, 1723. f.); 2) Binjan Jehoschua, Komm, über Abot d. R. Natan von Josua Falk aus Lissa (Dyryenfurt, 1788. f.), sind für die Kritik ebenfalls sehr brauchbar.— 28) Raschi zu Abot 1, 5 „sprich nicht viel mit einem Weibe" giebt die Ursache an, damit deine häuslichen Verhältnisse nicht ruchbar werden sollen, hinzufügend, daß er diese Erklärung in einem Abot de Rabbi Natan aus Palästina gesunden, was aber in seiner gewöhnlichen französischen Recension (schel Sarfat) nicht gestanden. Raschi hatte demnach zwei verschiedene Recensionen von Natan's Abot gekannt, eine palästinische, die er nur zufällig zu Händen bekommen, und eine andere in Frankreich gewöhnliche, wahrscheinlich babylonische. Wenn daher Raschi zu Gittin 66 a eine Stelle aus Natan's Abot citirt, die in unserer Ausgabe (e. 18) sich ganz anders findet, oder 824 4. Und nicht minder bedeutend als Na t a n, 7n schriftstellerischer Beziehung sowohl als.auch in der Wirksamkeit als Lehrer, war endlich Rabbi Chijja ben Abba ben Silla aus Kafri, genannt Chijja, der große (Chijja rabba). Wie Natan und Hille! ebenfalls aus einem edlen Geschlechte stammend und in Babylonien geboren und erzogen2^), war er unter dem Exilarch Huna bis in sein Alter nur in Babylonien als Lehrer thä'tig und berühmt, bald als Tannait bald als Amoraer mit großer Achtung und Verehrung erwähnt, und als er im späten Alter nach Palästina zu Jehuda Ha-Nasi zog, da rief ihm der Mischna-Redakteur dix herzlichen Schriftworte zu: Aus fernem Land kommt herangezogen der Mann meines Rathes^). Der Ruhm seiner eigenen Gelehrsamkeit und seiner Frömmigkeit, wie die seiner Söhne, welche die Sage zur heiligen Wunderthätigkeit ausgegesponnen und verarbeitet, verschaffte ihm bald die innige Freundschaft bes Jehuda Ha-Nasi in solchem Grade, daß nur nach Chijja's alleiniger Autorität die Mischna's in den Schulen vorgetragen wurden, daß ferner die Sage sich verbreitete, Chijja könnte das Gesetz h'erstellm, wenn es vergessen werden sollte 31). In Hinsicht seiner schriftstellerischen Thätigkeit weiß man von fernen mannigfachen Leistungen, die rühmlich erwähnt werden. Er schrieb: 1) eine eigene Mi sch na-Ordnung (Mischnat wenn Raschi zu Abot 1, 3. 11, wie auch Maimuni (das.) und zu Abot 1, 10 und R. Samuel b. Weir (Baba-Batra 114 a) Erklärungen haben, die nur aus Natan's Abot genommen, ohne ihn zu nennen, sein können, oder wenn Raschi zu Abot 5, 5 ausdrücklich sagt, daß er die Deutung nicht weiß, obgleich sie in Natan's Abot c. 33 ausdrücklich an zurreffen ist, so ist daraus zu schließen, daß unsere Recension die palästinische ist, welche auch Maimuni, ohne sie gerade immer zu nennen, gehabt, während in Frankreich Raschi und Raschbam die babylonische Recension vor sich hatten. Schon nach den wenigen uns bekannten Varianten stellt sich heraus, daß in der palästinischen Recension schon Jehuda Ha- Nasi gern eingeschaltet wurde (Raschi Gittin 66 a mit N.'s Abot c. 18) und daß manche pal. Sagen (z. B. über die Schüler des Antigonos, N.'s Abot c. 5, über Schem ha- Meforasch das. 67/12 Ende, über die Wunder in Egypten und am Meere, das. c. 33) in der babylonischen Recension weggelaffen wurde. 29) Keritot 8 u, Erubin 80 a, Sabbat 60 5, Ketubot 62 b. Er wurde daher auch schlechtweg „der Babylonier" (Babli, Bablaa, R. Chijja Bablaa) genannt. Als Babylonier konnte er in der Aussprache die Gutturallaute nicht gut unterscheiden, daher ihn Jehuda Ha-Nasi scherzweise 'Jjja nannte (Megilla 24 b, Ketubot 5 a). Ein anderer Chijja, nämlich Chijja bar Abba, kam zur Zeit Jochanan's aus Babylonien nach Palästina und war ebenfalls ein berühmter Lehrer (Juchasin 91 b). lieber den Vater vergl. Moed Katan 20 a Raschi. — 30) Baba-Mezia 5 a, 65 b, Nidda 26 a. Raschi das. ibid. 14 b. Tosafot das. Menachot 88 b. Ketubot 103. j. Megilla e. 2. 31) Erubin 92 a, Nidda 63 b Raschi, Baba-Mez. 85b, Ketubot 103 b, j. Meg. p. 74 d. Ueber seinen Tod vergl. Moed Katan 25. 27, Ketubot 103 b, Koh. rabba p. 107 ä. Ueber sein Grab vergl. Binj. Massa'ot 1, S. 44. —

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