Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 50 (10.12.1846)
- Date
- 1846-12-10
- Page
- Spalte 789-790 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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789 Kritiken. Debarim genöthigt war, diese Schriften als untergeschoben anzusehen. Die Schreibung Albalkhi für Alkalbi (d. h. aus Balkh ^2) hat vor vielen Jahren schon Lebrecht mir mitgecheilt, auch ich habe seitdem priMiEso geschrieben, indeß war Luzzatto der Erste, welcher ö f f e n t li chsso schreibt. Dann kommt das Fragment von Dav id Ha-Ba b'li, dem älteren Zeitgenossen Saadja's, aus seinem großen'Werk(ähnlich ^22 welches' enie''Relrglonshyil 0 soph ie in 20 Abschnitten war. AusÄesem^Merk^ÄW hier'der 9. Abschnitt mirgetheilt, woraus wir' erseW^däß^dE'Meligionsphilosophie im Zeitalter des Saadja ''keine^rföftrte Erscheinung mehr war. Alle diese für die Literätürtzeschichte folgereichen Fragmente hatte Luzzatto aus einem handschriftlichem Kommencar zum Buche Jezira gezogen, dessen Verfasser Jehuda b. Barsillai Barcelloni, und der wieder an und für sich sehr werthvoll ist. Bei einer andern Gelegenheit wollen wir alles das zusammenstellen, was wir 1)über Chiwi Albalkhi, 2) über David Ha-Babli und 3) Jeh. b. Barsillai Barcelloni wissen, und zwar in selbstständig abgeschlossenen Artikeln. Den Schluß bildet ein Fragment aus einem handschr. WnD über die Hussitm und die Judenverfolgungen unter denselben. Es. läßt sich daraus Vieles in der jüdischen Geschichte jener Zeit ergänzen, und Manches war ganz unbekannt, ja sogar zur Hussitengeschichte ist dies ein werthvoller Beitrag. Dieselbe Geschichte im Auszuge, wie Luz. mittheilt, findet sich in dem handschriftlichen iOnn pDy 'ö von Josef ha -Kohen Sefardi. Ich will hier nur noch bemerken, daß der Chronist Josef die Hafteten nWlN (Gänse) nennt, was Luz, in emendirtz aber Josef hat recht, da Hus bekanntlich böhmisch Gans (t)^) bedeutet, und ich habe in meinem Lehrgebäude nachgewiesen, wie auch sprachlich damit zusammenhängt. Und somit empfehlen wir dieses Buch und wünschen nur, daß Hr. Polak es möglich machen möchte, daß es in einer Buchhandlung zu bekommen sei. 67) D"Mp D^ny enrn. Das zweite Heft des Debarim *Attikim. Dieses enthält: IV D^nJin DSCf, Fragment eines alten hebräischen Bücher- und Autorcii- Verzeichnisses. 2) Pp2 nüinp/ Katalog der von Josef Jbn Caspe verfaßten Schriften, von Jbn Caspe selbst angeferligt. 3) Proben aus der zum Drucke aus verschiedenen : Bibliotheken kopirten Schriften des erwähnten Jbn Caspe, von S, We r b lu n er. 4) 2^222 NM, Erklärung der in den Talmuden, Targumim und Midraschim vorkommenden persischen und arabischen Wörter von Ad. Jellinek. Herausgegeben von Js. Benjakob. Leipzig, 1846. 8. (Schluß.) Nach diesem kurzen Verzeichnisse (n^run DE/), das der Abfasser, wie schon der Herausgeber bemerkt, für sich wahrscheinlich als Eingang zu den methodologischen Schriften niedergeschrieben, folgt ein kleines Büchlein von Jbn Caspe, nämlich sein tpD’riHttp, worin er über sich und seine Schriften Nachricht giebt. Er erzählt, daß er 30 Jahre alt, dem Mikim. Zweites Heft. 799 Studium der Logik und der Philosophie sich ergeben und im Geiste dieser Studien hat er nochmals die Schrift studirt. Er bearbeitete dann: 1) Dy TlHDn;D "Mp, Kompendium der Ethik des Aristoteles nebst einem Kommentar dazu, und uv gleicher Weise verfuhr er mit Plato's -^22 Diese beiden führten den Titel: *p2 HOlin. 2) Ein Kompendium der Arist. Logik, das er anfertigte, nannte er ^COn "ins. 3) Der Kommentar zu Abulrvalid'ö nDpnn;D und der zu Jbn Esra's Pent.-Komm., welche beide er in seiner Jugend abgefaßt, nannte er n&mD. In dieser Weise erzählt er weiter seine Wanderung nach Egypten, seine Heimkehr, mir Auszählung seiner übrigen Werke, und wir erhalten nicht nur eine Biographie, sondern auch eine Einsicht in die damalige Schriftstellerei. — Auf diesen Aufsatz folgt eine Abhandlung nobstf rpN^D v. S. Werblu n e r, worin er Rechenschaft giebt, von allen Werken, die er von Caspe abgeschrieben, indem er Proben daraus mittheilt. Jbn Caspe hat in W. Einen gefunden, der ihn aus der Vergessenheit gezogen, und wir wünschen es recht sehnlich, daß es ihm recht bald gelingen möchte, das Abgeschriebene zu veröffentlichen. — Der letzte und selbstständigste Aufsatz ist der DDl^ betitelte, u. v.A. Jel li n ek herrührende, worin ein schöner Beitrag zur Kenntniß des talm. Idioms gegeben wird. Dev Vers, giebt nämlich in alfabetischer Ordnung ein großes über 300 Wörter umfassendes Verzeichniß der persischen und arabischen Wörter im Talmud, nebst kurzer auf tüchtiger Sprachkenntniß beruhender Erklärung, und dieses Verzeichniß ist bis jetzt das vollständigste und größte. Dem Verzeichnisse geht ein kleines Vorwort voran, worin Hr. I. alle diejenigen gewissenhaft aufzähtt, die irgendwo gelegentlich ein talmud. Wort aus dem Persischen und Arabischen erklärten, und man sieht daraus deutlich, wie er der Erste ist, der eine solche Arbeit mit Bewußtsen begonnen. Der Nutzen solcher philologischen Arbeiten ist auch für die Geschichte jener Zeit von großem Nutzen, indem man daraus den Grad des Einflusses erkennen kann, den das persische Element auf die Talmudisten übte; denn der Aufnahme des Wortes ist die der Sache vorangegangen, und man gewinnt die Ueberzeugung, daß keine solche Jsolirung, wie wir es in Abstrakto zu denken gewohnt sind, stattgefunden. Möge der Verfasser, der nun mit diesem Gegenstände so vertraut ist, recht bald auch die historischen Konsequenzen dieser Arbeit mittheilen; die Alterthumswissenschaft wird ihm dafür Dank wissen» Und nun noch ein Wort an meine Leser. Es erscheinen noch so viele hebr. und rabbinische Schriften, die, wenn sie uns zukämen, hier eine Berichterstattung finden würden. Aber viele kommen uns gar nicht, andere erst so spät, daß ein Bericht post lestum kommen würde. Namentlich ist dies mit Schriften, die in Wien in der Schmid-Busch'schen Ofsicin erscheinen, die in Krotoschin, in Ungarn, und namentlich die im Morgenlande (Salonik, Jerusalem) erscheinen, die uns mit Leichter Mühe ein Amsterdamer Freund zukommey lassen könnte. 50*