Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1846-12-10 · 50 (10.12.1846) · p. Spalte 787-788

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
50 (10.12.1846)
Date
1846-12-10
Page
Spalte 787-788 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9897631-9897689--4767-3532777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

787 Kritiken. Halichot Kedem 788 sich Hr. P.," es uns zukommen zu lassen, oder uns darüber Näheres mitzutyeilen. Auch wäre ein kleine Skizze über die Löwenstamm, nämlich über den genannten Abraham, wie über seine Brüder Chajim (in Liffa, Vers, des -pn, Dessau, 1812. 8.) und Mardechai (in Breslau , Vers, von rUTOiTv,W'S3re«(au,.1832, 8, *iddD. ,ib. 1833, 8, rrblö ib. 1836, 8. unfe-.-uyv sriD ib. 1838, 8) nicht ohne Interesse. Nun kommt die eigentliche wissenschaftliche Rubrik oorbO überschrieben. Ein schönes Räthselgedicht von Abc. Ibn Efra, aus einer HS. von Luzzatto mitgetheilt, leitet diese Rubrik ein. Dann kommt ein Schreiben P/6 an Reggio mit 5 Fragen, worauf eine Antwort R.'s folgt; ein Schreiben an Rapaport mit 3 Anfragen, worauf dann die Antwort R.'s folgt, und endlich ein Schreiben an Luzzatto, worauf Antwort und Abhandlung, welche Korrespondenz sich dreimal wiederholt, wie er überhaupt das Meiste oder Gediegenste zu diesem Werke geliefert. . Gehen wir nun auf den Inhalt der Fragen ein, welche den Gegenstand der Korrespondenz ausmachen. Es sind dies folgende: 1) warum in den Eulögien des Rituals, wo bekanntlich zuerst die 2. Person und dann die 3. erscheint, bei einigen von dieser Norm abgewichen wird? So z. B. erscheinen die Formeln: -nsyj mm , Enpon D':tD IQw DN , nniD1? 1^1 TDW man als anomal. -- 2) Warum heißt es in einer der 7 Eulögien -bei'der Trauung rnvj^n.nmD^, da bei Gott (s. More 1. c. 3) der Ausdruck rrODH nicht anwendbar ist? — 3) Wer war der Redakteur der Pesach-Haggada? — 4)>Was bedeutet der talmudische Ausdruck p^pv (Bechorot 30 b, TosiftazuDemai), da Raschi's Erklärung keine Quelle hat? — 5) Wer war der erste und wer der letzte der Tosafotisten, ttmb wie ist überhaupt die große Schaar der Tosafotisten chronologisch zusammenzustellen? — 6) Ueber die Paraschen des Pentateuch's, die ninin2 und nDinv, ist bekanntlich schon die genaueste Kontrole vorhanden, aber wo finden wir etwas Bestimmtes darüber für die andern biblischen Bücher? Die Talirmdisten haben bekanntlich schon eine eigene Paraschen-Eintheilung der außerpentateuchischen Schriften gekannt (Meg. 24 a> 7) Wer war der Redakteur unsers, deutschen Machasors und in welcher Zeit ist dies geschehen? Die Angabe bei den Chronisten (Schal. Ha-Kabbala und Seder Ha-Dorot) von 1541 beruht offenbar auf einem Irrthum. — 8) Bekannt ist die uralte Zahlbestimmung der pent. Gebote auf 613 (Makkot, Ende), aber wo finden wir eine Zählung der p:m niiJD und wie kommen die spätern Kabbalisten dazu/ 7 zu zählen, und mit den 613 zusammen die Zahl nro zu bestimmen (Megalle 'Amukot e. 77. 134)? — 9) Lassen sich für Form und Namen, wie auch für die Melodie der Accente hinlängliche und überzeugende Gründe auffinden? — 10) Woher die Schreibung und Punktirung v» für den Gottesnamen and warum in dem alten Bibelwerk zu Venedig (1515—18) dieser durch w bezeichnet ist? — Das sind die Anfragen des Herausgebers und man würde sich sehr täuschen, wenn man die ausgezeichneten Abhandlungen, die über große Partien der jüdischen Alterthumskunde Licht verbreiten, nach diesen bemessen wollte. Die Anfragen sind eigentlich nur Anhaltspunkte für die Forschungen dieser bekannten Gelehrten; an diesen entwickeln sie Forschungen, die in jeder Beziehung-fördernd und ersprießlich sind, Die erste nichtige Abhandlung , der wir begegnen, ist die Rapaport's, nach seiner bekannten Weise in 12 Paragrapheabgetheilt; 1)sie handelt von dem ^Unterschiede des babylonischen und palästinischen Brauches in Betreff des Vorlesens bes Pentateuchs, in einem einjährigen oder in einem dreijährigen Cykel, dann 2) über den Unterschied in Abtheilung der Paraschen und Verse, wobei so manches über Masora, über die Pefchito u. s. w. eingeflochten ist. Aber so wohl hier, wie in vielen andern Arbeiten dieses scharfsinnigen Gelehrten, spielt der'Scharfsinn und die Abschweifung auf andere Gegenstände eine Hauptrolle, wodurch die klare Uebersichtlichkeit und die ruhige beim Gegenstände ausharrende Abwägung der Wahrh ü sehr leidet. Die zweite ist die Luzzatto's, nach seiner Weise in übersichtlicher Darstellung ohne Abschweifung, ohne viele Hypothesen durchgeführt; sie handelt über den Unterschied zwischen nit0c\V"lipJ unb ^pj angeknüpft an eine erschöpftnne Darstellung der eigentümlichen Accente, welche man in einer Krim'schen HS. entdeckt, zu welchem Zwecke auch ein von dem in Zion mitgetheilten verschiedenes Faksimile in gutem Stich gegeben ist. Von demselben folgt auch eine ausführliche Besprechung über die Tosafotisten, so weit die jüdischen Quellen ausreichen, und diese.Arbeit ist selbst nach der erschöpfenden und ausgezeichneten Arbeit von Zunz nicht ohne Interesse. Dann ist vom Herausgeber die Probe eines Katalog's mitgetheilt, welchen Sal. Dubno, 36 Jahr alt, angefertigt; diese Probe ist wirklich ein Muster von Ordnung und Genauigkeit, aber leider hat sich davon nur ein Fragment erhalten. Wahrscheinlich wurde der Bearbeiter selbst bald müde, ihn in dieser Ausführlichkeit zu bearbeiten, wie es sich überhaupt in Dubno's Charakter zeigt, daß ihm jener Math zur Ausdauer mangelte, wie er doch bekanntlich den zum Pentateuch nicht vollendete. Diesem folgt noch ein Aufsatz Luzzatto's über Kali r, es ist derselbe, der in diesem Literaturblatte in deutscher Uebertragung mitgetheilt war. Die Mittheilung über das min "irD von D. Vidal war bereits früher besser im Orient von A. Iellrnek mitgetheilt; jedoch bringt Hr. L. noch Einiges, was dort nicht stand. Den Schluß des Werkes bilden Kollektaneen aus einer nicht mehr aufzriflndenden Schrift des Saadja Fajjumi, nämlich aus seiner Schrift gegen Chi toi Albalkhi -w nityb mm 12D 0^3). Wir erfahren daraus, daß jener Albalkhi in seiner Schrift zwei hundert Angriffe auf das rabbinische Judenthum gesammelt, die Saadja zu widerlegen suchte, wir erfahren, daß Albalkhi wahrscheinlich ein Karäer war, indem sein Angriff auf die dem R. Ismael zugeschr>ebenen Werke dem des Szalmon sehr ähnlich ist, und daß schon Saadja

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.