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Der Orient · 1846-12-10 · 50 (10.12.1846) · p. Spalte 785-786

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
50 (10.12.1846)
Date
1846-12-10
Page
Spalte 785-786 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt des Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für Wische Geschichte und Literatur. JVi SO« Leipzig, den 10. December 1840» Inhalt. Kritiken. Kurze Anzeigen. Halichot Kedem. Von G Polak. Debarim 'Attikim. Zweites Heft. Beide beurtheilt von Dr. I. Fürst. —> Studien. Nothwendige Hinzufügungen zu Leop. Löw's: ,,Schicksale und Bestrebungen der ungar. Juden". Von Rabb. M Zipfer. (Fortsetzung.) Nachtrag über die deutsche und ungarische Gemeinde Ofens. — Hebräische Gnomologen. Mitgetheilt von L. Dukes. Aus Samuel Ha-Nagid's Ben Mischle. — Ankündigungen Kurze Anzeigen. 75) 'D. Eine hebräische Sammelschrift, enthaltend: neuhebräische Lieder und Gesänge, Anfragen an gelehrte Zeitgenossen und ihre Antworten, Beiträge zur jüdischen Alterthumskunde und Kollektaneen aus seltenen wichtigen Handschriften. Gesammelt und zusammengetragen von Gabr. Polak. Amst. 1846. 8. Dav. Proops. (S. 86.) Dieses nur 86 Seiten umfassende Buch, welches der rüstige und thätige Hr. Polak so eben veröffentlichte, verdient in jeder Beziehung die Beachtung und Würdigung des jüdischen Publikums. Zuerst schon wegen des Orts, wo es erschienen, da es nach vielen Jahren das erste hebräische Buch in Holland ist, das einen wissenschaftlichen' Werth hat, wenn gleich der eigentliche' wissenschaftliche Inhalt nicht aus Holland stammt. Dann aber auch des Herausgebers wegen, der unter Mühen und Kämpfen sich doch noch einen wissenschaftlichen Sinn zu erhalten wußte und früh, genug eingesehen hat, daß mit der leichten Waare von neuhebräischen Gedichten — wie sie namentlich noch in Oesterreich fabricirt werden und mit welchen sich nur zu oft die gröbste Unwissenheit verbindet — dem Judenthume undder Wissenschaft nur wenig gedient sein kann, indem der Leser nach dem Lesen derselben oft so dumm bleibt wie zuvor. Endlich verdienen auch die Aufsätze, ganz abgesehen davon, wer sie verfaßt oder wo sie erschienen, unsere Aufmerksamkeit, indem sie.für so manches Gebiet des jüd. Alterthums das Berständniß eröffnen, das bis jetzt durch ein undurchdringliches Dunkel unfern Blicken ganz entzogen war. Um unfern Ausspruch zu motiviren«, wollen wir übersichtlich den Inhalt durchmustern, damit der ferne Leser dieses Blattes, der jenes Buch noch nicht hat, einen Vorbegriff von seinem Inhalte bekomme und dessen Anschaffung danach vemesse. Das Buch eröffnen nrrtöN ON'A, die der Herausgeber als erste Abtheilung (rWfrO npbnD) brzeichnet; aber sie bilden eigentlich keine Abtheilung im wahren Verha'ttniß zu dem übrigen Inhalte, indem sie nur 8 Blättchen einnehmen. Hr. P. scheint mit diesen Gedichten, so gering an Umfang und so ausgezeichnet in der Form sie auch, sind, mehr an ein Opfer für den des alten Schlendrians als aus innerer Ueberzmgung an einen wesentlichen Nutzen gedacht zu haben, und aus diesem Gesichtspunkte ist seine Verfahrungsweise auch verzeihlich. Die Reihe der Gedichte eröffnet ein kleines ©ebidjtdjen nnrüH dann folgt eine von Luzza 11o und zwar frnrp -rfa, ein wahres Meisterstück : dann folgt ein Gebet für den Sühnetag und ein gleiches für die 4Fasten von demselben. Bei der Meisterschaft Luzzatto's und in Betracht, daß bei ihm die neuhebr. Produktionen aus einer tiefen historischen Kunde der Literatur hervorgegangen, liest-man dieselben noch gern. Dann folgen oder-Epigramme vom Herausgeber, dann ein größeres von Luz., einige Kleinigkeiten und endlich ein großes Gebet für die isr. Gemeinde zu Wesp bei Gelegenheit der Einweihung ihrer Synagoge. Indem ich diese Dichtungen nun verlasse, will ich nur noch ein Epigramm auf das Portrait des Abr. Löwenstamm, gewesenen Rabbiners zu Embden, berühren, weil ich daran eine Anfrage an den Hgbr. knüpfe. Es heißt nämlich daselbst, daß genannter Löwenstamm 3 Bücher geschrieben: 1) cr>^n anp 'd, 2) 'd Dv>nn -my und 3) wn nmo n^nn. Nun sind mir freilich Nr. 1 als Abhandlung über die 3 Antworten, welche Hillel den gegeben (Amst. 1819, 8.), und Nr. 2 als neun Gutachten oder Abhandlungen gegen den Hamburger Lempel (Amst. 1820, 4.) bekannt, aber Nr. 3 ist in unserer Gegend ganz unbekannt geblieben, und gerade dieses scheint von jenem Eiferer von Werth zu sein. Vielleicht entschließt 50

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