Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1846)
- Date
- 1846-12-10
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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393 klanmg, daß wenn wir unglücklicherweise nicht übereinßimmen sollten, in dem emzuschtagenden Wege, die mich chrende Rücksprache mit Ihnen keinen Einfluß haben soll auf den Umfang des Verfahrens, daß die West- London - Synagoge stch für rathfam finden wird. Ich bin bereit, Ihnen morgen (Montag) meine Aufwartung zu machen, zu jeder Zeit, zwischen ein Viertel auf fünf bis fünf Uhr, die Sie gefälligst bestimmen mögen, wenn Ihnen diese Stunde beguem ist. Ich bedaure , Ihnen keine größere Wacht der Stunden darbieten oder längere Zeit Ihnen aufwarten zu Eonncn; denn durch einen Zufall kam Ihr Brief mir erst spät zu Händen, und ich bin in Begriff, übermorgeu die Stadt auf einige Tage zu verlassen. Ich habe die Ehre zu fein, Ew. Hoch würden getreuer F. H. Goldsmid re. Nr. 5. Rev. Dr. Adler an Herrn Goldstnid. 21. December 5606. Dr. Adler empfiehlt sich Herrn Francis Goldsmid, und wird sich freuen, ihn morgen Nachmittag ein Viertel auf fi’mf zu sprechen. In Folge des vorstehenden Briefes fand eine Unterredung statt zwischen rev. Dr. Adler und Hrn. Goldsmid; da diese keinen befriedigenden Erfolg chatte, richtete Hr. Goldsmid folgenden Brief an Dr. Adler. Nr. 6. 23. December 1645. Hochwürdiger Herr. Da unsrige gestrige Zusammenkunft zu keinem befriedigenden Ergcbniß geführt hat, so stimmen die Freunde mit denen ich mich zu berathen Gelegenheit hatte, mit mir in der Meinung überein, daß, um alle möglichen Misverständnisse zu vermeiden, es für sie nicht rathfam sei, in den etwaigen öffentlichen Schritten, welche die West-Londou-Synagogc für ihre Vcrtheidigung angenresseu finden möchte, abzuhängen von der Art, wie ich unsre Rücksprache aufgefaßt habe, wiewohl Sie mich berechtigten, deren Inhalt meinen AmtSgenoffen mitzutheilen. Ich bin daher genöthigt, Sie hochachtungsvoll zu bitten, meine Mütheitung vom 17. d. M. schriftlich beantworten zu wollen. Ich habe zu verharren Ew. Hochwürden gehorsamer Diener Francis H. Goldsmidt, Zweiter Vorsteher re. Nr. 7. Rev. Dr. Adler an Hru. Goldsmid. London, 24. December 5606. Werther Herr. Ihre Mittheilung vom 23. d. M. beantwortend, erkläre ich hiermit, daß so lauge die Einigung unter uns, welche ich so sehnlich wünsche, nicht bewirkt ist, ich mich nicht gerechtfertigt fühle, mich in irgend eine amtliche Korrespondenz über den fraglichen Punkt.einzulaffen. Ich habe die Ehre zu sein werther Herr Ihr sehr getreuer Diener N. Adler, Dr., Oberrabbiner. Nr. 8. Herr Goldsmidt an rev. Dr. Adler. Brighton, 28. December 1845. Hochwürdigster Herr. Ihr Brief vom 24. d. M. ist hierher an mich befördert worden. Meine Abwesenheit von London hindert mich bis nächste Woche, ihn einer Versammlung der West-London-Synagoge vorzulegen. Ich verharre Ew. Hoch würden gehorsamster Diener F. Goldsmid. (Beschluß folgt.) Das Strebe» nach religiösen Neformen in unserer Zeit, mit Beziehung auf das Judenthum. (Schluß») Zwar ist es unbestreitbar, wie Fichte, in seiner Wissenschastslehre, bekanntlich sagt, „ohne Du erkenne ich nicht mein Ich", oder mit Schelling in seinem Werke, Ideen zu einer Philosophie der Natur, zu reden, „daß nur durch eine freie Thätigkeit in der Außenwelt auf die freie Thätigkeit im Menschen emwirkteu" —- Und wahrlich den abstraktesten Begriff vermag ja der Mensch nicht zu erfassen, wofern ihm nicht Beispiele hierzu, um sich jenen Begriff zu bilden, gegeben werden. — Wenn das nun aber, wie bemerkt auch nothwendig zwar ist, um jeglichen Begriff nicht nur den abstraktesten, sondern den der gewöhnlichsten Dinge zu erkennen; so ist aber doch eben so unbedingt nöthig, daß der schauende Mensch mit seinem Geiste, nicht das verkörperte Geäußerte als Beispielsweise, die Rose, sondern das Aueßernde, diese Kraft die sich in der verkörperten Rose dargiebt, erschauet. Und wenn gleich auf ähnliche Weise nun, um den Begriff der Tugend hervorzuheben, eben so unumgänglich, wie bei jeglichen Dingen, es nöthig ist, daß der Mensch erst die verschiedenen Merkmale, (Prädikate so genannt,) beachte, die jeglichem Gegenstände eigen sind, um den Gegenstand von Andern unterscheidend zu erkennen und zu bestimmen, es auch nothwendig sei, jene Mannigfaltigkeit der Tugendiibungen zu kennen, und zu wissen, um den allgemeinen Begriff der Tugend sich zu bilden, so ist aber unzweifelhaft doch klar, daß nur durch die Befangenheit in der Hülle der Geist an der Erkemrtniß sowohl seiner eignen, als der Anderer Geistes-Thätigkeit, oder Geisteskräfte (besser) außer ihm, gehindert werde. — Möchte aber daher nun wohl einzuräumen sein, daß dies richtig wäre, der Geist nämlich nur durch seine Hülle an