Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1846)
- Date
- 1846-12-10
- Page
- Seite 392 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mogador au .fctu.cn Freund zu Fes; 8) Gedicht; 9) Chronik, eine Rubrik für die Tagesgeschichte; 10) über den MiSbraüch der Mizwotauktion. Wir wünschen der neuen Zeitschrift ein gutes Gedeihen. Der „Unrvers israelile“ geht damit um, der Literatur einen größern Theit seines Blattes einzuräumen und den Angelegenheiten der deutschen Inden mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Seiner zuweiligen Richtung im Geschmacke des ,,Zionswächters" wünschen wir etwas mehr Mäßigung. Großbritannien. London, 6. März. (Fortsetzung.) Nr. 2. Johanna Engel's Bericht. 2. Deeember 1845. Am Sonnabend, den 22. November wurde Moritz Hyman (der sich vorläufig an Hrn. Kisch, Sekretär der Westminster-Synagoge, gewendet hatte, um Anordnungen zn treffen für seine am Mittwoch den 10. Deeember zu vollziehende Vermählung mit Johanna Engel, Tochter, des Aussehers des Friedhofes der West-London-Synagoge) von Herrn Kisch benachrichtet, daß er und seine zukünftige Frau am Sonntag den 23. November vor Dr. Adler erscheinen müßten. Sie folgten dieser Aufforderung und Dr. Adler erklärte ihnen; daß Hyman sehr unrecht gehandelt hätte, indem er doch wissen müßte, daß die Burton-Street-Synagoge in Cherem sei, und als Synagoge nicht anerkannt; er (Dr. Adler), wünsche zwar Frieden zu halten mit dieser Gemeinde; allem dies sei der erste Fall, wo die Frage vor ihn kam, ein Mitglied derselben Gemeinde zu vermählen, und thäte er dies setzt, so würde er auch bei künftigen Gelegenheiten desselben zu thnn ersucht werden. Dr. Adler fragte Johanna Engel, ob sie die West- London-Synagoge besucht hätte, n. als sie dies bejahte, erklärte er, daß er selbst die eheliche Verbindung nicht vollziehen könnte, wofern Daniel Engel nicht zur alten Synagoge zurückkehrte, er würde jedoch erlauben, daß dieselbe von Herrn Henry, dem Geistlichen der Westminstcr-Synagoge, vollzogen würde, wenn Johanna Engel sich schriftlich verpflichten wollte, nie wieder die West-London-Synagoge zn besuchen und von da an sich als gutes jüdisches Frauenzimmer anfzuführen. Johanna Engel bemerkte, sie glaube dies stets gethan zu haben und fragte, ob Dr. Adler nicht mit ihren Vater Rücksprache nehmen möchte, indem letzterer in.jenerSynagoge eine Anstellung habe. Dr. Adler erwiedertc bei dieser Gelegenheit wünschte er nicht ihrem Vater, zu sprechen, er habe jedoch nichts dagegen, dies künftig zu thnn. Darauf zog sich Dr. Adler in ein Nebenzimmer zurück, brachte aus demselben, eine fertige Schrift mit, las diese ihr vor, worin sie die Verpflichtung enthaltend glaubt, daß sie nie wieder die Burton-Street- Synagoge besuchen wolle, und fortan nach orthodoxen Gesetzen oder Gebräuchen leben. Als Dr. Adler.mit Bestimmtheit erklärte, daß wenn sie nicht die Schrift Unterzeichnete, er nichts mehr, mit der Sache zu thnn haben wvlle, und irr dem Hyman (in Dr. Adlers Abwesenheit) ihr vorgestellt, daß wenn sie sich Glicht zur Unterschrift entschließen könnte, würden die Anordnungen für ihre Vermählung erschwert werden itnfc wahrscheinlich sich auflösen; so willigte sie ein. Nachdem sie die Schrift unterzeichnet hatte, sagte Dr. Adler zu Hyman und Johanna Engel, daß sie am folgenden. Tage zwischen 11 und 1 Uhr vor den Dajanim zu erscheinen hätten, damit sie dort dieselbe Erklärung mbgcben wie in der Schrift, uttb daß er alsdann die Erlaubniß zur Vermählung geben würde. Demgemäß erschienen sie Montag den 24sten, und Johanna Engel wurde von einem der Dajanim gefragt, ob sie dieselbe Erklärung wie am vorigen Tage jetzt wiederholen wollte; und als sie dies bejaht hatte, las Dr. Adler die Schrift vor, und verordnet, daß man die Ertaubniß zur Vermählung ertheiten sollte. Wie am Sonntage wurde auch an diesem Tage die Bemerkung gemacht, daß sie fortan ein gutes jüdisches Frauenzimmer fein müsse. Johanna Engel. Nr. 3. ,Rev. Dr. Adler an Herrn Goldsmid am 19. Deeember 5606. Werther Herr l Ihren Brief vom 14. d. M. habe ich erhalten, und ich würde urich verflichtet fühlen, wenn Sie mich mit einer persönlichen Rücksprache über den Gegenstand beehren wollen. Mit Ausnahme des nächsten Sonntags werde ich suchen zu Ihren Diensten zu stehen, jede Zeit die sie bestimmen wollen. Ich habe die Ehre zu sein werther Herr, Ihr getreuer Dr. N. Adler, Oberrabiner. Nr. 4. Herr Goldsmid an rev. Dr. Adle r. d. 21. Deeember 1845. Hochwürdigster Herr! Ihren Brief vom 19. d. M. habe ich erhalten mit dem Vorschläge einer persönlichen Rücksprache über dm Gegenstand den ich Ihnen neulich mittheitte, in Betreff der West-Londm-Synagoge britischer Juden. Gern komme ich diesen Anträge entgegen. Indem aber der meinem Briefe beigesügte Bericht dem Kollegium der Gründer jener Synagoge vorgelegt worden, und es nicht bestimmt sein dürfte , ob eine blos mündliche Bmachrichtung, mit der Sie mich begünstigen wollen und deren Mittheilring an meine Herrn Kollegen unvermeidliche Mißverständnisse erzeugen möchte) gänzlich befriedigend sein werde, — so erlauben Sie mir die Er-