Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 48 (26.11.1846)
- Date
- 1846-11-26
- Page
- Spalte 759-760 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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759 Studien. Biographie einem Rufe nach Lemberg, und verwaltete dort das Rabbinat bis 1693, in welchem Jahre wir ihn wieder in Hamburg finden, weil das vierte Gutachten von 1693 wegen der in demselben vorkommenden 4000 Thlr. Banko nur auf einen Rechtsstreit in Hamburg sich beziehen kann. Hier verweilte er bis 1710* * * * * 7), anfangs Vorlesungen im Talmud haltend und spater, nach dem Tode feines Schwiegervaters, als Rabbiner. Während dieses seines Lebensabschnittes verfaßte er die meisten der gedruckten Gutachten; denn sein Name war jetzt durch den größten Theil der jüdischen Gemeinden Europas rühmlichft verbreitet. Allerdings mochten die weiten Reisen zu seinem Ruhme viel beigetragen haben, der ihm in einem abgeschlossenen Winkel innerhalb der vier Wände seines Lehrzimmers vielleicht nicht zu Theil geworden wäre; allein nicht jedes Reisenden Name erlangt schon einen so Hellen Klang. l^ekn ruhmvoller Name ließ ihn sein müdes Haupt auch in Hamburg nicht niederlegen; sondern rief ihn 1710 nach jener Werkstatt jüdischer Buchdrucker, nach Amsterdam, um, wo möglich, noch höher in die der von den Juden ihm geschenkten Gunst zu steigen.. Im Monat Marcheschwan genannten Jahres ward ihm noch von dem portugiesischen Chacham aus Amsterdam ein Rechtsgutachten (134) in einer Ehesache abgefordert, er befand sich also in diesem Monate noch in Hamburg), und im zweiten Adar desselben Jahres, wenigstens nach jüdischer Zeitrechnung, unterschreibt er sich unter dem sechsten 'im crferj 'nttf von Mosche Chagas abgedruckten Gutachten i’jian'pa1? liisi ri'y 'w nx ann1? dv>» ityy iriN n'V1 vlli>'M!28 I2O 'MVtt '02, a war also im Adar Scheni schon in Amsterdam. Dort ließ er im nächstfolgenden Jahre, 1711, sein Werk: -r& .22(2 drucken; denn er spricht in dem vorangeschickten, kurzen Vorworte von seinem Rabbinate in Saraj, das er vor 25 Jahren angetreten; dort aber gelangte er 1686 zu diesem Amte, folglich fand die Herausgabe des Werkes 1711 statt. Wie lange er daselbst sein Amt verwaltet, und wann er endlich Ruhe gefunden, wenn nicht auf, so doch in der Erde, kann einstweilen von mir nicht angegeben werden; doch so viel weiß ich vom Hörensagen, daß er in London als Rabbiner gestorben und daselbst begraben ist, und so viel aus einem in intfif abgcdruckten R.G.A. seines Sohnes, des Rabbiners in Emden, daß er im Jjar 1.32 todt gewesen; denn der Sohn -unterscheidet sich dort: nj2BW '22 222)22 jINJim. 2py * . . Rabbi Hirsch Aschkenasi war der Mann seines Jahrhunvaters das Rabbinat übernahm. Daß er jedoch Rabb. in Lemberg gewesen, geht aus der Bezeichnung auf dem Titelblatte hervor, wie auch aus der meiner Fürther Ausgabe vom Jahre 1767 beigegebenen Druckgewährung (Haskama) des Schwabacher Oberrabbiners. 7) Wenigstens kann sein Aufenthalt in Hamburg und Altona von den Jahren 1693, 1694, 1696, 1697, 1698, 1700, 1705, 1706, 1707, 1708, 1709 aus den R.G.A. 4, 37, 1, 5,7 39, 17, 132, 64, 131, 55 und 68 nachgewiesen werden. des Hirsch Aschkenasi. 76V derts, und zeigt in seinem Werke einen tieseindrkngenden , geraden, klaren Verstand, zugleich besondere Gelehrsamkeit im Talmud, wie auch im Midrasch und Sohar, von welcher er aber nie unnöthiger Weise und zum Prunke Gebrauch macht. Er besaß sogar im Vorzüge vor den meisten damaligen Rabbinen grammatikalische Kenntnisse (R.G.A. 54), und hatte selbst die jüdisch-philosophischen Werke des Mittelalters gelesen (R.G.A. 18, 77). Im Bewußtsein seiner Ueberlegenheit tritt er besonders gegen Verfasser neuer Werke fest und offen auf, greift sie zuweilen mit schonungslosen Worten-an, und beweist ihnen ihre Jrrthümer. So schreibt er (R.G.A. 27) gegen den Vers, des upyi n'2 folgendes: 12)22 r6'222) d2dd >2 im Nincp 'n«D nwi 02222 nm rwj; i>N2BH '222 ^2 2.1J) 02022 2.1J) tibü N2p?2 IM) 0'22!) gegen den Vers, des riD Chiskia da Silva, im R.G.A. 39: niyo nrn t2N‘2) ... w no w nDNn m 2222) -imen rw 2dnp 'nNb-7^, n2&£» inra )\3D hy iwd)2 2221 .... nnrn 'nn2)2 . 4 . 'b pntP? )JDy 22 und gegen Jakob den Josef, den Vers, des ipyi nn^ rc, in R.G.A. 161: t>J2 222 ^2 .222 222 '2 , 2'2r^0 2'^ K1W) 2'nDp1? U/H . « . nV) '22);. — Doch gehört er keinesweges zu jenen Strengen und Erschwerenden, die mit ihrem ->'022^ $2 und )DS?y 2'D2'p))2) das wenige Erlaubte noch verbieten und das Leben noch mehr verkümmern; sondern entschied erleichternd in gar vielen Gutachten, von denen wir nur das 31. über den aus Krotoschin entlaufenen und in Lissa festgerommenen Gerson, das 64. und 65. über eine während-der zwei Jahre nach der Entbindung heirathende Witwe, das. 75. über das lange Zeit nicht benutzte, und am nD2. irrthümlich gebrauchte Geschirr und besonders das 74. über das von ihm für 2£0 erklärte Huhn ohne Herz hervorheben. Dieser letzte Vorfall, das herzlose Huhn, erregte allgemeines Aufsehen und heftigen Kampf unter den Rabbinen; doch stimmte ihm jener greise Heros, R. Naftali Cohen, in einer würdevollen Antwort (R.G A. 76) völlig bei, und zeigte sich als einen sehr gelinden und milden Gesetzausleger. — Merkwürdig erschienen mir besonders die zwei, fast entgegengesetzte Richtungen bekundende Gutachten, das 18, in welchem Hirsch philosophische Ansichten über Gort, Natur und Bestimmung aufstellt, und das 93, in welchem er die-mystische Frage sich beantwortet, ob ein durch Kabbala (22'L' 222) erschaffener Mensch, wie solchen bekanntlich sein Großvater Elija, Rabb.^ in Chelm, hergestellt, zur Zehnzahl der Betenden gerechnet werden könne. — Manches für Genealogie nützliche und brauchbare kommt roch in den R.G.A. 64, 65 und 124 vor, in welchem tetzlern er nachweist, daß R. Jakob ha- Lewi (^220) vor R. Josef Kolon gelebt habe, und daß Kolon Rabb. in Savoyen in Italien gewesen sei. Als neugcdruckte Werke bezeichnet er: '2D (G. 39); spy 2M2 und Dpyi 46, 161); -p*o 2)2 (47); 2py 2'2 (65); 'J'JJD (142ll Als Verwandte führt er außer den bereits Genannten an: seinen Bruder