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Der Orient · 1846-11-26 · 48 (26.11.1846) · p. Spalte 757-758

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
48 (26.11.1846)
Date
1846-11-26
Page
Spalte 757-758 (sequence 3)
Language
German
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758 Studien. Biographische Skizzen. Hirsch Aschkenasi 757 Biographische Skizzen. VI. Hirsch ben Jakob AschkenasLi, Sohn des in Wilna gebornen und in Jerusalem gestorbenen N. Jakob und Tochtersohn des weitberühmten R. Efrajim Kohen, Rabbiners in Ofen und Verfasser des Werkes nnDN IM, Hut im Norden und Süden, Osten und Westen Europa's gelebt, und zum Theil Rabbinate bekleidet. Er ist nicht in Ofen, wie man durch die unter den Gutachten in seinem Werke cnr) ri'w sehr oft vorkommende Unterschrift „piNNQ"^) anzunehmen berechtigt sich glaubt, sondern wahrscheinlich in Wilna geboren, woselbst sein Großvater R. Efrajim Dajan gewesen. Doch kam er in seiner frühen Jugend nach Ofen, indem sein Großvater im Jahre 1666 Rabbiner daselbst wurde, und die ganze Familie, aus zweien Söhnen, Jecheskel und Jehuda Low, und einer Tochter, der Mutter unsers Hirsch, bestehend, um sich versammelte. Die Unterschrift „aus Ofen" ward von Hirsch gewählt, theils, weil er in dieser Stadt mit seinem an Alter ihm fast gleichen 1 2 3 4 5) Onkel Jehuda Löw bei seinem Großvater erzogen wurde, theils, weil er hier 20 Jahre bis 1686 verlebte, und eifrig mit dem Talmudstudium sich befaßte. Nach dieser Auseinandersetzung wird man das Jahr seiner Geburt um 1655 cmnehmen können. Seine erste große Reise, die er unternommen, war im Jahre 1678 nach Adrianopel, woselbst ec mit dem frommen *) R. JakobStrimer (R.G.A. 7. u. 14-1) über eine Kriegsgefangene, die einen Kohen heirathen sollte, und über andere talmudische Gegenstände, verhandelte. Von dieser Reise kehrte er erst im folgenden Jahre über Belgrad zurück, in welcher Stadt er die Anfrage des dortigen Rabbiners Josef Almosnino 1) Den Stoff zu dieser Biographie hatte ich, wie auch aus einer Anzeige des geehrten Herrn Redakteurs in Nr. 27 des LB. d. I. ersichtlich, schon lange vor dem Erscheinen des in Nr. 36, 37 und 38 befindlichen Aufsatzes „Nothwendige Hinzufügungen" vom Rabb. Hrn. Zipfer in Stuhlweißenburg, zusammengetragen. Doch habe ich nach dem Lesen jenes so gründlichen Aufsatzes Manches in meiner Arbeit geändert, das mir jetzt falsch erschien, namentlich den auch von mir angenommenen Geburtsort Hirsch's, Ofen; denn ich besitze die D'HDN 'wn nicht, und was ich an Werken nicht selber habe, kann von mir in dieser geld-, geist- und bücherarmen Gegend nicht aufgetrieben werden. Für die durch den Rabb. Hrm Zipser gewonnenen Berichtigungen statte ich ihm meinen innigen Dank ab, die Bitte hinzufügend, dieser Gelehrte möge die Fortsetzung nicht aufgeschoben oder gar aufgehoben sein lassen. — Die Arbeit vom Oberrabb. Leopold Löwim Kalender auf 1847 werde ich schwerlich jemals zu lesen bekommen. 2) Vergl. R.G.A. 3, 8, 11, 17, 20, 26, 31, 38, 39, 72, 77,86,95. 3) LB. d. Or. 597, Jahrg. 1846. 4) Der Name zeigt uns, daß dieser Rabbiner ein gebormr Deutscher gewesen. 5) Für das von Hirsch oder vom Setzer wiedergegebene in einer Scheidungssache gegen dessen aufgestellte Ansicht entschied, und zugleich mit einem durchreisenden Nasir aus Jerusalem zusammentrrs und zusammenspeiste (R.G.A. 41 u. 168). Darauf blieb er 6 bis 7 Jahre in Ofen, auch Buda genannt, wahrscheinlich ohne Uebernahme eines öffentlichen Amtes, weil wir während dieser ganzen Zeit nur Ein Gutachten (das 95. vom Jahre 1680) von ihm besitzen, das einen von Ofen nach Adrianopel Entlaufenen und in der dortigen Gegend Erschlagenen bespricht, die Eidesavnahme in spanischer Mundart aus Sofia in Bulgarien und aus Belgrad anführt, und der in Ofen zurückgebliebenen Frau eine andere Ehe zu schließen gestattet. - Als jedoch das seit 1541 von den Türken beherrschte Ofen im Jahre 1686 von den Oestreichern genommen, geplündert und zerstört wurde, verlor auch Hirsch seine Bücher, sein Silber und Geld und sein ganzes Vermögen (Vorrede: "parn idd in O , ibn nwi pw Nnpn^m;nn yyn 5>N -diWin. ’onr d.i ’dcd d.i, Mion noro nso b lpn .in); er selbst hatte schon vor der Belagerung sich geflüchtet, und nach Bosnei-Seraj in Bosnien (Sarajewo) begeben, wo er als Rabbiner bis 1689 verblieb. In diejem Jahre erhielt er eine Anfrage (R.G.A. 17) von Jakob ben Josef, dem Vers, des npys pin rc., der alle seine Bücher bei dem großen Brand in Prag verloren, welche Anfrage Hirsch dem Anscheine nach von Sarajewo aus, vielleicht aber auch in Prag selbst beantwortete. Von Saraj, der fast im äußersten Süden Europa's belegenen Stadt, unternahm er eine Reise nach dem Norden über Venedig, woselbst er mit dem frommen, von ihm besonders geachteten Samuel Aboaab, dem Verf. von Nechtsgutachten, sich über talmudische Gegenstände (R.G.A. 42) unterhielt; ferner über Fürth, wo er wider eine Sabbatverletzung eiferte (R.G.A. 111), trotz der Einwendungen seines Verwandten Bärmann und des Vice-Rabbiners Wolf Berschitscher, die sich auf die früheren dortigen Rabbiner und Assessoren: Scheftel, den Verf. der Q'moyrj zum und dessen Sohn Jeschaja, auf Samuel Koidenover und Hillmann aus Prag beriefen; sodann über Prag, in welcher Stadt er dem damals noch lebenden Hillmann die Fürlher Sabbatverletzung mittheilte, und eine beipflichtende Antwort erhielt, — und gelangte, endlich nach Hamburg, wo er die Tochter des dortigen Rabbiners, Salomon Mireles, der (nach Gans im ^) Einer der aus Wien 1670 Vertriebenen und im Jahre 1692 noch Rabb. in Hamburg gewesen sein soll, zur Frau nahm. Bald darauf folgte er6) wahrscheinlich glaubte ich (von ^.1) acutus, nitidus schreiben zu müssen. (Vergl. onomatol. Bemerk. von Jelline k Nr. 10. Red.) 6) Es ist auch möglich, daß Hirsch von Prag nach Lemberg und nicht erst nach Hamburg reiste, in Lemberg Rabb. ward, und später, im Jahre 1693 nach Hamburg kam, Mireles Tochter heirathete, und dort Anfangs talmudische Vorlesungen hielt; später aber nach dem Tode feine© Schwieger- 48*

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