Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 48 (26.11.1846)
- Date
- 1846-11-26
- Page
- Spalte 755-756 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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755 Richtung gehören Dukes Schrift über dieMschna und dessen „Blumenlese" an und wir müssen auch die angezeigte Schrift ihr anreihrn. Obwohl die Kritik sich nicht aus dem Gebiete der Persönlichkeiten bewegen soll, so wird uns der Leser doch gestatten, ihn mit dem Verfasser der angezeigten Schrift bekannt zu machen. Die Entwickelung der Kultur hat gleiche. Ansprüche.mit der Literatur. Hr. Rabb. L öw y ist der Lehrer des Herrn D ukes und hat schon deswegen ein Recht auf die Theilnahme des Publikums. Er lebt in einer kleinen böhmischen Gemeinde, die natürlich wenig literarische Hilfsmittel und nicht viel Anregung darbietet. Er bewegt.sich in einem Lande, das zumeist^ für Exegese und halachische Diskussionen Sinn hat. Es darf uns daher nicht befremden, wenn der Verf. nicht ganz auf der Höhe der Sprachwissenschgft steht und wenn sein Unternehmen nicht die demselben gebührende Unterstützung des Vaterlandes gefunden. Stylistische Arbeiten in hebräischer Sprache, die am Ende bloßer Dilettantismus sind, finden mehr Anklang bei den Landsleuten des Verfassers, als solche, welche die allgemeine Wissenschaft fördern» Es ist daher eine ungewöhnliche Erscheinung, daß der Verfasser den Plan faßte, den biblischen Sprachschatz in seiner in der talmudischen und midraschischen Werken uns entgegentretenden Entwickelung zu verfolgen und ihn durch Geldopfer zu realisiren strebte. Den Vers, leitete allerdings mehr ein exegetisches Interesse; allein sowohl die allgemeine Sprachphilosophie, sowie speciell hebräische Sprachforschung und jüdische Alterthumskunde werden keinen geringen Nutzen aus der Arbeit des Herrn Löwy schöpfen. Das Verfahren des Verf. ist folgendes: Eine biblische Wurzel, die sich in der talmudisch-geonäischen Literatur entweder intensiv oder extensiv entwickelt, wird in den verschiedenen Nuancen-dieser Entwickelung dargestellt und mit den nöthigen Beweisstellen belegt. Fürst hatte bereits diesen Weg in seiner Concordanz eingeschlagen und der Verfasser hat ihn zu einem speciellen Gegenstandt der Forschung gemacht. Es fehlt uns ein^ Brücke zwischen der Sprache der Bibel und der Mischnaz nichtsdestoweniger wird man die Form- und Bedeutungsentfaltung als eine echthebräische bezeichnen müssen. Belege dafür wird man gleich unter dem ersten Worte sn finden. Daß die biblischen Wurzeln durch die weitere Fortbildung und Verzweigung oft ihre wahre Bedeutung erhalten, ist leicht einzuscyen. Für die Worterklärung der Bibel wird daher durch die Forschung des Vers, viel gewonnen. Aber auch beachtenswerthe Realia bietet sie. Bergt, z. B. 8. v. , wo aus Menachot,. 71 nachgewiesen wird, daß Moab die besten Widder besessen und daher die poetische Phrase *6\v cine prägnantere Bedeutung erhält. Die talmudische Exegese wird hie und da aufgehellt und man sieht, daß die Talmudisten trotz eines jüdischen Gelehrten hebräisch verstanden. So wird unter nßN die talmudische Deduktion (Sanhedrin, 40 a) von nmn pJ DDN rwrnin Beziehung auf das Zeugenverhör sehr scharfsinnig begründet. Das Unternehmen des Verfassers wäre demnach sowohl für die Wissenschaft als für die religiöse 756 Erkenntniß wichtig genug, daß es auf eine kräftige Unterstützung Anspruch machen könnte, zumal er mehre Jahre an der Sammlung des Materials arbeitete. Nur wäre zu wün-! schen, daß die Anordnung der Bedeutungen folgerichtiger wären und nicht bewährte Forschungen unbeachtet blieben, wie dies bei D^DVI^nN und rpiJIN der Fall, deren persischen! Ursprung die Geschichte außer Zweifel setzt. Ueber 5 und in Beziehung auf Aboda Sara, 1 habe ich auch im i D’DDn DDty abgchandett. Die Formen n&Dtf und \ müßten zwei besondere Artikel biiden. Möge dem Verfasser \ die nöthige Förderung zu Theil werden, damit er sein Werk \ schön ausgestattet, wie das erste Heft es ist, ausführen könne. i Die böhmischen Inden sind durch die Milde der Regierung i einer drückenden Steuer enthoben worden; mögen si>e der i Wissenschaft eine Steuer bringen, welche die Ehre ihrer Religion und ihres Landes von ihnen verlangt. Nach der Er- < scheinung mehrer Hefte wird eine ausführlichere Besprechung folgen. Das erste Heft reicht bis zur Wurzel Ad. Jellinek. 69) Reis und Hülsenfrüchte, am Pesach erlaubte Speisen. Ausgesprochen am 4. und 11. April 1846 in der großen Synagoge zu Proßnitz von Hirsch B. Fassel (Rabb. in Proßnitz). Prag, 1846. 8. Es sind fast bald 30 Jahre her, seitdem das westphäli-! sche Konsistorium diese Erlaubniß ausgesprochen und der berühmte Mendel Steinhardt sogar darüber eine nbNJP drucken ließ. Auch das Konsistorium und Steinhart haben! diese Erlaubniß halachisch begründet, wie es in der SiUamit! jener Zeit zu ersehen, und nach 30 Jahren muß mcm dies j erst nochmals beweisen! So groß sind die Fortschritte in j einem Menschenalter gewesen!! 70) Jerusalem oder über den Zweck der mos. Gesetzgebung»! Von Jisachar b. Jitzchak. Rinteln, 1846. 8. Erstes 1 Heft. Preis 2^ Sgr. j Der Vers., ein Kaufmann, trägt sich mit der Idee dieses Werkes schon seit 1842 herum; er machte es bekannt und? erwartete eine große Lheilnahme, wie er im Vorwort sagt, von der A. Z. d. I. Allein die 'große Teilnahme blieb aus! und der Vers, entschloß sich, seine Ideen, die den Laien zum Führer dienen sollen, heftweis zu veröffentlichen. Das ganze soll aus 9 Abschnitten bestehen, und zwar: 1) Vernunft; 2) Gott, 3) Religion, 4) Abraham, 5) Moses, 6) Zweck der mosaischen Gesetzgebung, 7) Jesus, 8) Vater, Sohw und heil. Geist, 9) die Verheißung oder die Aussöhnung des Menschengeschlechts. Der erste Abschnitt mit Vorrede, Einleitung macht Einen Bogen, und bildet das erste Heft und der Verf. will nach dessen Aufnahme ermessen, ob er die übrigen Abschnitte veröffentlichen soll. Wir können jedoch über den Inhalt der 1 Arbeit erst nach Vollendung des Ganzen urtheilen. Kritiken. Leschon Ehachami'm. Fassel. Jerusalem.