Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 48 (26.11.1846)
- Date
- 1846-11-26
- Page
- Spalte 753-754 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Lrteraturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für . Mische Geschichte und Literatur. ^48. Leipzig, den 26. November L84«. Inhalt. Literatur-Berichte. — Kritiken. K u r z e A n z e i g en. Leschon Chachamim von Rabb. Dr. Löwy. Angez. v. Ad. Iellinek. Fasse! über Reis- und Hülsenfrüchte. Jerusalem Angezeigt von Dr. I. Fürst. — Studien. Biographische Skizzen. VI. Hirsch Aschkenasr. Berichtigungen. Von Rabb. Frankel. — Notizen und Miscellen. Literar. Anfrage von El saß er. Berichtigung von Dukes. Ueber Kalenderbercchnungen von W. D. Block. — Nothwendige Hinzufügungen zu Leop. Löw's: „Schicksale und Bestrebungen der Ungar. Juden^'. Von Rabb. M. Iipser. (Fortsetzung.) — Ankündigungen. Literatur - Berichte. Aus Schwaben, im Novbr. Im literarischen Comptoir von Hegner in Wintherthur ist erschienen: Die evident und nothwendig wahre Religion, nämlich die Religion der Gotteinigkeit des Menschen, von Dr. Joseph Konrad von Bangold, königl. würtemb. Generalleutnant. - Die Schrift ist im Sinne eines gemäßigten Rationalismus geschrieben. Vom Judenthum spricht er folgendermaaßen: „Das Judenthum scheint von der Vorsehung vorzugsweise die hohe Bestimmung erhalten zu haben, der treue Träger und Wächter des Monotheismus zu sein. Schon vor Moses hatte die erhabene Idee von dem einen Gott in dem israelitischen Volke Aufnahme gefunden. Moses hat dieselbe fester begründet und seitdem, ist sie durch drei und dreißig und ein halbes Jahrhundert unwandelbar festgehalten worden. In dieser Beziehung hat das Judenthum die natürliche Aufgabe, dem neueren Christenthum, welches ohne sich selbst es zu gestehen, in einen verhüllten Polytheismus hineigerathen ist, vorläufig das Gegengewicht zu halten. Als ein weiterer Vorzug des Judenthums ist die strenge Heilighaltung der ehelichen Verbindung anzusehen." Die Schrift zeugt von der wahren Menschenliebe und der tiefen philosophischen Bildung des Verfassers. — Bei Zirndorfer und Sommer in Fürth sind erschienen: Briefe des Maimonides und seiner Zeitgenossen, hebräischer Text mit Deutscher Uebersetzung, von Dav. Ottensosser. Ich will der Beurtheilung des geehrten Herrn Redakteurs, dieser Blätter nicht vorgreifen und habe die Schrift schon zur eignen Anschauung an denselben.abgehen lassen. — Ferner in demselben Verlage von demselben Verf.: ’HIDD, moralische Erzählungen, aufs Neue herausgegeben. Es ist schön und löblich, daß auch aus der jüdischdeutschen Literatur bessere Lesestücke vorgelegt werden; aber nicht zu billigen ist es, daß auf den ursprünglichen Text zu wenig Rücksicht genommen wird. Sehen wir, mit welchem Fleiße das Nibelungen-Lied aus dem Altdeutschen übertragen ist und noch wird, und mit welcher Hast diese Erzählungen gegeben. Es kommen mir manche dieser Lesestücke wie ein Rabbi aus dem 16. Jahrhundert mit rundem Hut, Paletot, langen Hosen und Spornstiefeln vor. Es ist eine übertriebene Reformsucht, das Jüdisch-deutsche in Hochdeutsch umwandeln zu wollen; das Altdeutsche läßt sich gerne lesen. Auch hätten einige Erzählungen, wie die mystisch-kabbalistischen über Ma.k Loria wegbleiben können. Das Ganze aber ist, wie es>von dem gelehrten Herausgeber zu erwarten ist, eine schöne Gabe für die weibliche jüdische Lesewelt, die auch Anderes als französische Fabrikromane sich zu Gemüth führen will. Kurze Anzeigen. 71) Leschon Chachamim. Wörterbuch (,) enthaltend hebräische Wörter und Redensarten (,) die sich im Talmud befinden. Gesammelt, hebräisch erläutert und in's Deutsche übersetzt von David Löwy aus Dub, Rabbiner zu Amschelberg. Erstes Heft. Prag, 1845. Lex. 8. S. 30. Die unwissenschaftlichen Schmähungen, mit denen die ehrwürdigen Denkmäler des jüdischen Alterthums in den letzten Jahren überhäuft wurden, haben die Wissenschaft auf die jüdische Literatur des ersten Jahrtausends hingelenkt und dem wissenschaftlichen Gegensatz zwei Richtungen vorgezeichnet, die sich einander ergänzen: die eine geht auf den Geist, die andere auf die Form los. Kinder der erstern Richtung sind z. B. Fürst's Uebersetzung des Saadja'schen „Emunot," Gr ätz's Schrift überden Gnosticismus und Frankel's gelehrte Forschung über den gerichtlichen Beweis. Der zweiten 48