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Der Orient · 1846-11-19 · 47 (19.11.1846) · p. Spalte 745-746

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
47 (19.11.1846)
Date
1846-11-19
Page
Spalte 745-746 (sequence 5)
Language
German
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746 Stadien. Biographische Skizzen. Notizen und Miscellen.;745 Doch müssen wir zum Schluffe noch eines hervorheben. Der , geehrte Vers. wird wohl auch in der jüdischen Homiletik eine Entwickelung annehmen und es nicht als einen Ausfluß von Ladelsucht betrachten, wenn Res. bemerkt, daß unsere homiletische Literatur mehr ausgebeutet sein dürfte, und hierin haben Sachs und Stein einen neuen Weg eingeschlagen, der noch überdies das Studium der Haggada heben wird> Bei der Anzeige des S.tein'schen Kohelet werden wir auf dieses neue Element ausführlich zurückkommen und zeigen, wie man durch praktische Anwendung der Haggada ihr innerstes Wesen begreifen kann. Möge uns der geehrte Verf. noch oft mit seinen Reden erfreuen und Ref. zweifelt nicht, daß ein großer Theil des Publikums es vorzieht, wenn Salomon Kanzelvorträge schreibt und lieber die Debatten in den R.-V. Andern überläßt. Das Publikum hat ein Recht, sich nicht auch den kleinsten Theil einer großen geistigen Kraft entziehen zu ■ lassen und genaue Rechenschaft über dieselbe zu führen. — Die Ausstattung ist vorzüglich und wir wenden auf dieselbe an, was Salomon von der Predigt überhaupt sagt: „Gediegenheit der Gedanken in wrhlgefälliger Einkleidung". Ad. JeUinek. Biographische Skizzen. V. Mosche ben Jakob Chagas, aus einer sehr berühmten Gelehrtenfamilie in Jerusalem herstammend, lebte *) zwischen 1670 und 1740 (p"n ny i'n |D), und scheint bei einem vielleicht durch Kasteiung und Selbstreinigung geschwächten Körper ein unstätes Leben geführt zu haben. Doch muß er wie aus dem 8. und 27. Gutachten seines Werkes Dr6n w hervorgeht, ums Jahr 1710 in Amsterdam gewohnt haben. Er verfaßte das mit D'TDn’nDBO über die 48 Regeln der Bibelauslegmrg, welches Werk vielleicht eins mit dem im ünbn W ®-- 41 unter dem Namen rTOp angeführten und in Venedig 1704 herausgegebenen sein mag. Auch veröffentlichte er ein Weck nDpn Dp1? in Amsterdam, wie aus zweien, auf die von ihm gestelltem Anfragen . chon Jakob Rescher abgegebenen und in dessen Werke 'v'^D nMN p^n DpJP not!/ abgedruckten Gutachten zu ersehen ist. Das bereits angeführte und von ihm in Wandsbeck herausgegebene Werk Dr6.1 w enthält dem größeren Theile nach Gutachten, und bringt manchen berühmten Zeitgenossen. So zu R.G.A. 6 eine Bestätigung des Hirsch Aschkenasi, Rabbiners in Amsterdam, vom Jahre 1710. So zu G. 31, das über einen schändlichen Ehebrecher handelt, der *) Eine von ihm zum mj rDDD N3l2n gegebene nDDDH datirt sich vom Jahre ftjn 1737 und wahrscheinlich aus Hamburg oder Altona. zu heiligen Verrichtungen zugelassen wurde, eine Bestätigung des Jakob ben Joftf Rescher aus Prag, Rabbiners zu Metz und Verfassers der dort aufgezählten Werke : , 3py nfDD npy nnp nw , nbio , apjn pn, n'ühw rmri/ welche Bestätigung, wahrscheinlich vom Jahre 1722 herrührt. In derselben Sache findet sich eine Antwort, des Menachem Mendel Auerbach, Rabbiners zu Kroroschin, vom Jahre 1733. So bringt er ebenfalls, zu einer von ihm gestellten Anfrage die Antwort (G. 7) des Jehuda Aschkenasi, Assessors zu Tiktin und Verfassers des ID'N -ko vom Jahre 1708. Als Verwandte nennt er in seinem 'W den Menasche Chefez, Rabb. in Verona (G. 27), der, wie Chiskia da Silva, Verf. des c£nn "HD (G. 42), sein Schwager ge.? wesen. Chiskia hatte aber, als Chagas dies 42. G. abfaßte, bereits das Zeitliche gesegnet. Mosche Chag'es besaß nicht jene Geistesschärfe, vermöge welcher Andere gleichsam Berge versetzen und Meere aufregen, Bollwerke niederreißen und thurmhohe Gebäude wieder errichten, nicht jene spitzfindige Verstandeskraft, welche die naheliegenden Gebiete trennt und die entferntesten, nicht zusammenhängenden vereint z sondern war ein sehr ruhiger, bescheidener und frommer Gelehrter, der nach Erschwerungen nicht haschte, und solche selbstgemachte und neugeschaffene nicht einmal anerkannte (G. 42). Er genoß bei den größten Rabbinern seiner Zeit alle Achtung, und selbst Hirsch Aschkenasi pflichtet ihm (im 135 R.G.A. des. Q^n) völlig bei in einer Ehesache vom Jahre 1710. M.-Friedland, im Oktober 1846. Frankel- Notizen und Miscellen. Avicebron (Jbn G^ebirol). Unter den Juden, welche das Buch de fönte vitae des Avicebron citiren, gehört auch Leone Hebreo oder Jehuda b. Isaak Abravanel in seinen Dialoghi, z. B. Dial. IN. p. 255 b der lat. Ausgabe oder 180 b der ital. Ausgabe (Venedig, 1607. 8). Aber der Name lautet dort nicht Avicebron, sondern Albenzub r o n, und wie es scheint hat Jeh. Abrabanel nicht an Jbn G'ebirol gedacht, wie er auch das Buch wahrscheinlich nur in der lat. Uebersetzung gesehen. Indessen weisen die dort eitirten Stellen nur aus unser Tipp fein* Uebrigens vermuthet schon Wolf (B.H. Nt. S. 310) unter dem Werke „fön« vitae‘c ein hebräisches Werk u. da er von einem solchen Werke des Jbn G'ebirol nichts wußte, obgleich er sonderbarerweise dasselbe anführt (B H. 1 p. 1044), so rälh er auf Sam. ^ar^a's Mekor Chajjim, worin freilich auch viel Philosophisches sich findet. Den Namen glaubte er aus Jbn S'nah oder Zarza verstümmelt. Durch die überzeugende Darstellung des Hrn. Munk wissen wir nun das Gewisse.

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