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Der Orient · 1846-11-19 · 47 (19.11.1846) · p. Spalte 741-742

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
47 (19.11.1846)
Date
1846-11-19
Page
Spalte 741-742 (sequence 3)
Language
German
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712 741 Kritiken. Schriften über Breslau. Debarim Attikim. Der Kuriosität wegen muß diese Schrift a ^gezeigt werden, um den Beweis zu liefern, wie unsere russischen Juden gern die Ergebnisse des Wissens in ihrer Weise d. h. in hebräischer Sprache zu verbreiten suchen, und wie in der größerer Einleitung manche Midraschim erläutert werden. Ich bemerke nur noch, daß auch Zeichnungen darin Vorkommen. 60) Sendschreiben der großen Mehrzahl der Mitgliederder Breslauer Israeliten-Gemeinde an Sich selbst. Zweiter Abdruck. Breslau, 1846. 8. 61) Zweites Sendschreiben der großen Mehrzahl der Brest. IG. an Sich selbst, ib. 1846. 8. 62) Vor neun Jahren und heute. Ein Wort Lus jener Zeit zur Verständigung für die Gegenwart von Dr. Abr. Geiger. Breslau, 1846. 8. 63) Zweites Sendschreiben der großen Mehrzahl der Mitglieder der Breslauer IG. an Hrn. R. Dr. Geiger. Zweiter Abdruck. Breslau, 1846. 8» 64) Drittes Sendschreiben der großen Mehrzahl der Mitglieder der Breslauer IG. an Hrn. R. Dr. Geiger. Breslau, 1846. 8. 65) Vorläufiger Bericht über die Thätigkeit der dritten Versammlung deutscher Rabbiner. Von Dr. Abr. Geiger. Breslau, 1846. 8. 66) Treuer Bericht über die letzten Ereignisse in der hiesigen jüdischen Gemeinde. 3. Aufl. Breslau, 1846. 8. Mit Ausnahme der zwei Broschüren von Geiger, welche bei F. E. C. Leuckart erschienen sind, sämmtlich bei Friedrich A d e r h o l z in Breslau. Diese mir zugekommenen Schriften gehören bereits der Vergangenheit an, obgleich das Jahr noch nicht verrollt, in welchem sie erschienen; selbst als Episode des Breslauer Gemeinde-Krieges sind die Themen dieser Schriften bereits abgethan. Die vier Sendschreiben der großen Mehrzahl, an Sich und Dr. Geiger, sollen von Dr. Wilhelm Freund herrühren, der eine Polemik bei Gelegenheit einer Geiger'schen Inkonsequenz eröffnete. G.'s „Vor neun Jahren" war der Versuch einer Vertheidigung, und die Rabbinerversammlung, welche neue Sünden heivorgerufen, hat die alten vergessen gemacht. Für einen künftigen Biographen Gliders sind aber diese Schriften von Werth, namentlich zu einer unparteiischen Darstellung des G.'schen Charakters, mit Hinblick auf das Treiben der Zeit, und in dieser Beziehung empfehle ich diese Schriften. Auch die Schrift über die Thätigkeit der R.-V. ist überflüssig geworden, seitdem man auf anderen Wegen ausführlicher und richtiger über die Thätigkeit dieser Genossenschaft unterrichtet ist, und höchstens kann es den Schreiber charakterisiren. Den Freunden der Zeitbewegung empfehlen wir sie sämmtlich. 67) D’pviy Dnm. Das zweite Heft des Debarim 'Attikim. Dieses enthält: 1> n*6run ÜW, Fragment eines alten hebräischen Bücher- und Autoren- Verzeichniffes. 2) rpj Katalog der von Josef Ibn Caspe verfaßten Schriften, von Ibn Caspe selbst angefertigt. 3) Proben aus der zum Drucke aus verschiedenen Bibliotheken kopirten Schriften des erwähnten Ibn Caspe, vo ir S. W e r b l u n e r. 4) nD&y, Erklärung der in den Lalmuden, Targumim und Midraschim vorkommenden persischen und arabischen Wörter von Ad. Iellinek.^, Herausgegeben von Js. Benjakob. Leipzig, 1846. 8. In der Erforschung gewisser Literaturgegenstände der Juden sind wir trotz des vielen Fleißes seit ungefähr zwei Jahrzehnten, über philologische Spccialrmtersuchmigen oder äußerliche bibliographische und literaturgeschichtliche Umrisse nicht hinausgekommen; noch immer ist es uns nicht vergönnt, uns eines Gesammtbildes des innern Werthes und Geistes der alten Schriftdenkmäler, oder auch nur den lichten Umriß eines großen bewegten Zeitabschnitts, einer eigenthümlichen Richtung, einer sich absondernden Schule, eines einzigen wissenschaftlichen Faches, ja nicht einmal einer bedeutenden Persönlichkeit des Alterthums zu erfreuen, und Jeder scheint die wahrhaft geistige Arbeit, die zerstreueten und fast sich verlierenden Einzelbemerkungen und Daten in einen Focus zufammenzutragen und mit dem Verständnisse eines klaren und unbestechlichen Geistes zu beleben, zu scheuen. Dieser verstimmende Gedanke beschleicht mich fast immer, wenn irgend ein neues Opus der Literatur auftaucht, das in dem alten Gleise nur Specialitäten bringt, und, wenn auch im Einzelnen das Wissen bereichert, manches Falsche und Unrichtige wegräuml, im,. Ganzen in unserem Herzen wie in unserem Kopfe eine Unbehaglichkeit und Unbefriedigung zurück läßt. Die Literatur soll durch Widerspiegelung des vergangenen Geisteslebens erquicken und erheben, die verbleichten Gedankenschaaren der Hingeschiedenen Jahrhunderte sollen durch den Lebensodem eines geistvollen Pragmatismus uns zu neuem Gedankenleben, zur Nacheiferung locken, und nie haben andere Völker mit ihren Darstellungen der Literatur gewartet, bis jeder Zweifel, jeder Einwand besiegt, bis jede Einzelheit ermittelt war. Wie viel Einzelnes, mehr oder weniger Werthvolles, ist nicht schon über die neuhebräische Poesie in Spanien von Luzzatto, Dukes, Sachs u. s. w. zusammengetragen worden, und noch hat sich Keiner entschlossen, eine pragmatische. Geschichte der jüdischen Poesie daselbst zu schreiben; der Emunot von Saadja, ein Theil des Kusari, die Chobot Ha-Lebabot von Bachja, zwei Theile des More, die ganzen Jkkarim von Aldo sind übersetzt und noch hat Keiner sich entschlossen eine pragmatische Skizze über die jüdische Philosophie zu schreiben. Und mit andern Disciplinen geht es nicht besser. Die Ausdauer, welche zu einer Zusammenfassung des zerstreueten Materials gehört, fehlt uns noch immer, und es wäre Zeit, daß sich jugendliche frische Kräfte solchen Arbeiten zuwenden. — Kehren wir zu dieser hier anzuzeigenden Broschüre zurück, die ebenfalls nur einzelnes zersplittertes Material liefert, und geben Rechenschaft von dem Gebotenen. Der Herausgeber - Benjakob ist unter den Juden aus Rußland, welche die jüdische Literatur anbauen, am Rüstigsten, und zwar weniger durch Mittheilung von 47*

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