Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 46 (12.11.1846)
- Date
- 1846-11-12
- Page
- Spalte 723-724 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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723 Studien. Salomo Jbn G'ebirol und Avicebron. Bon S. Munk. 724 nach Avicebron's fons vitae *) in kurzen Umrissen darstellt und welche Ritter (Gesch. der Philos. VIII. 95 fgg.) vorzüglich nach Albert entwickelt hat. — Es ist hier der Ort nicht, zwischen, den uns vorliegenden Auszügen aus dem E'Ti und den aus dem Buche fons vitae geschöpften Lehren eine genauere Vergleichung anzustellen; aber dies ist auch zu unsrem Zwecke gar nicht nothig und die Identität beider Schriften wird sich aus einizen Citaten auf's deutlichste ergeben. Wie alle Aristoteliker, geht mich Avicebron von dem Gegensätze zwischen Form und Materie aus;, ihm aber ist nicht die Form, sondern die reine Materie das abstrakt Allgemeine. Seine eigenthümliche Lehre von der Materie giebt Thomas von Aquino folgendermaaßm an: Quidam vero .... posuerunt quod quanto aliqua forma' est universalior , tanto est magis materialis. Et haec est positio Avicebron in libro Fontis vitae; posuit enim materiam primam absque omni forma, quam vocavit materiam universalem et dixit eäm comiminem substantiis spiritualibus et corporalibus : cui dixit advenire formam universalem quae est forma substantiae. Materiam autem sic sub forma substantiac existentem in aliquo sui dixit recipere Formam corporeitatis, alia parte ejus, quae pertiuet ad spirituales substantias, sine hujusmodi forma remanente, et sic deinceps posuit in materia formam sub forma secundum ordinem generum et specierum wsque ad ultimam speciem specialissimam a). r Aus-sährlicher, obwohl in dunkler Sprache3), finden wir diese Lehren in den Auszügen des Schem-Tob bell Palquera. Es heißt daselbst im ersten Abschnitt! 31N313 nni23 bsu Ninnwin CNSOJn p3 spbnm noto nmn bsi didn d''D’13,3 nwaoin p3 pi um nt iiD-! n?)tbn j’n 3riN Nin 'bbn pt^K-in 3D'n iiD’ni niDbirra on’nn’2 '3 Dmno O'L'yin nninni b’iym □’nsdjh pi -iriN. Q2y 'nbn iD2y pNi 3riN DniN Ntm3 nriN dhin Nmin 3iD’,m . ,33123 msbiriö 1) Nach Ritter soll diese Schrift sich handschriftlich in Paris befinden; ich habe sie jedoch bis jetzt nicht aufsinden können. In den Katalogen der königlichen Bibliothek ist keine Spur davon; auch Jourdain weiß nichts von ihrem Vorhandensein. 2) Quaestiones disputatae, quaesfc. de spiritualibus creaturis, art. 111. ed. Liigd. fol. 138 d. Vgl. ibid. art. 1. fol. 136 c. d. 3) Die hebr. Auszüge aus dem “rtpD sind wahrscheinlich von ben Palquera selber aus dem Arabischen übersetzt; Jbn G'ebirol schrieb das Werk sicher arabisch, wie sein (jiL.U! oUT (B'SJH nnD ]ipn). Die Sprache der Uebersetzung ist eben so hart und ebenso sklavisch dem Arabischen nachgebildet, wie in den Auszügen aus Maimonides , die ben Palquera in seinem More Ha-More gegeben hat. „Der Unterschied zwischen den sichtbaren Wesenheiten liegt nur in den sichtbaren Formen, ebenso liegt der Unterschied zwischen den inneren geistigen Wesenheiten nur in den Formen; das heißt: die erste allgemeine Materie ist nur eine, ohne Unterschied. So z. B. verhält es sich mit dem Nasenring, dem Ohrring und dem Siegelring, welche aus Gold verfertigt sind; denn ihre Formen sind verschieden, der Stoff aber, welcher diese Formen trägt, ist einer und seine Substanz mir e ine; ebenso sind die Wesenheiten in der Form verschieden, aber die tragende Materie ist eine". Ferner im zweiten. Abschnitt: ■6b tid nimmm nmsn nymn riN2i,33 f> sNNi niD’pD jrapm i’D nbyub i? d’nhdjh mn3 Nim -inNnrmp ’nu pi B'pi jnspnb nwu pappi jn2pob pppn pbyn ,32p3 jna mnty noi ,3003 nriNm nbyD3 nw noi mb nüoj 3w' mm 6bn 3iD',3 1133 ba -3b ntrnio rniy rn,3' ntynion 33123 bv.i ,32p3;na pp-im p’byn .i'm nnapn 'nty pa ’ysPN mrw noi m '231 6 .Ina DJm bs^n mm 0.1.31 bob 3ipi jna .3312b nk>h .3N3J 3113' NinP abiyn niDü/j nvw 3"33' b' 13 D’333D UNty 'D’1D,3,31D’3 3N1M >3312 13 ,3N1V1.3 yi'ly 1i> ntlNty nab ,3312 31I3'.3 .31 ,3',3' L-p.3,3 ,31 .P'3333 b33 PppDn s1VN33 313' übN 333,3 „Ich will dir eine allgemeine Regel geben, wie du zur Auffassung ron Form und Materie gelangen kannst: Denke dir die verschiedenen Klaffen der Wesenheiten (in Kreisen), über einander liegend, die einen die anderen umgebend, die einen die anderen tragend, ferner zwei äußerste Grenzen, die eine oben, die andere unten. Was an der obersten Grenze ist und Alles umgiebt, wie die allgemeine Materie, ist blos tragende Materie; was am untersten Ende ist, wie die sinnliche Form, ist auch nur sinnliche Form. Von dem was zwischen beiden Grenzen liegt, ist immer das höhere und feinere die Materie des niedrigeren und gröberen, dies niedrigere und gröbere aber dient ihr zur Form. Demzufolge muß die Körperwelt, welche äußerlich als eine Materie, die Trägerin einer von ihr getragenen Form erscheint, eine Form sein, welche von der inncrn (abstrakten) Materie, von der wir reden, getragen wird; auf dieselbe Weise ist diese Materie wiederum eine Form für das, was auf sie folgt, und so fort bis zur ersten Materie, welche alle Dinge umgieltt". Diese erste allgemeine Materie ist an sich formlos, sie ist zugleich der Stoff alles Geistigen und Körperlichen, und ihre Eigenschaften finden sich überall im Geistigen, wie im Körperlichen. Jbn G^ebirol spricht sich hierüber in mehreren Stellen aus, wir führen beispielsweise folgende an (Abschn. 4): bvV3lv na b3 p dn ii'byna nbi&ra bawn ,3',3 dni nibujin riDU ni’Dtwn mbuyn '3 ivib pbya 3"nrn ni’Dty.13 mbi-iyn i’mttoi;,3D ninbityo itwi ni’innn n’N3ni p mann,3 rbuyn ivrtr 3"nn’ ,331211 31m niby3 D’DbnnDi 3iD’3 D’Dnncya o’’jnn,3 D’oyyn o nr by pso i’N mobiriD n'D2yn 6n nibiys i'mtrs '3 331^3 D'D2yn ib« ri3w' i'3'«y 3oy nPi msbinn on’nnisBi