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Der Orient · 1846-10-29 · 44 (29.10.1846) · p. Spalte 691-692

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
44 (29.10.1846)
Date
1846-10-29
Page
Spalte 691-692 (sequence 2)
Language
German
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692 Studien. Samuel Ben Adija, der Judenfürst. 691 „Samu'al Ben Adija, der Jude, Fürst aufdem vestett'Schlosse Ablak in TeLma. Wo eines Mannes Ehre von Schmach ist unbefleckt, so stehet wohl ihm jedes Gewand, das ihn bedeckt. Und kann er seiner Seele nicht Schweres legen auf, so richtet sich zur Höhe des Ruhmes nie sein Lauf. Sie warf uns vor, daß wenig sei unsres Volkes Zal;1 ich sagt' ihr: es sind wenig die Edeln überall. Nicht wenig ist ein Häuflein, das sich zu halten weiß wie wir, nach Höchstem ringend der Jüngling und der Greis. Was tuts, daß wir sind wenig, und bei uns ist geehrt der Schützling, wenn der, Schützling der vilen ist verschrt! Uns ist ein Berg, der schirmet den Freund in unserm Schutz, der unersteiglich bietet dem zagen Blicke Trutz. Gewurzelt ist im Boden sein Grund, und zum Gestirn erhebt ihn unerreichbar die hohe Felsenstirn. Anmerkungen. Soweit glaubten wir das im Arabischen um zwei Drittel längere Gedicht dem Samu'al Ben Adija, Fürsten von Leima, zusprechen zu dürfen. Es wird nämlich zugleich einem andern Dichter, einem späteren islamischen, Abdelmalek Ben Abderrahim, dem Harethischen, zugeschrieben z und wirklich kommt das im letzten Verse des Ganzen genannte Geschlecht.der Beni Dejjan nur diesem, nicht dem Samu'al zu. Es werden also wohl von den mündlichen Ueberlieferern zwei im Inhalt ähnliche, im Versmaß und Reim gleiche Lieder in eins zusammengeworsen sein. Die zwei letzten Verse des vorstehenden Bruchstücks beschreiben deutlich die veste'Burg des jüdischen Fürsten, obgleich andere Ausleger, um sie dem andern Dichter, der kein solches Schloß hatte, zuzuelgnen, Berg, frostig genug, bildlich für die Höhe und Vestigkeit des Ruhms und Adels erklären. Dagegen von solchen, die bestimmt dem Juden die Ehre zuwmden wollen, nach unserem Vers 6 ein sehr matter eingeschaltet wird, worin das Schloß mit seinem Namen Ablak genannt ist, und ein ähnlicher noch geringhaltigerer nach Vers 4, um das Geschlecht von Adija selbst zu nennen. Beide hat Schüttens in den Text, genommen, Freytag mit Recht in den Scholien gelassen. Wir wollen aber auch die zwei letzten Drittel nicht unterschlagen, sondern sie als eigne Nummer, unmittelbar nach dieser , aufführen, hier aber noch einiges über den Judenfürsten beibringen. . - Sam'al, oder Samu'al, Ben Adija von Leima, ist Ln der Sage berühmt als edler Beschützer seiner Schutzbefohlenen wie er sich selbst r'm Obigen rühmt, und als treuer Bewahrer anvertrauten Gutes, wie er sich für den vertriebenen Königsfoyn, Amrilkais Ben Hodschr, nach dessen Lode bewies. Amrilkais' nämlich, nach seiner mißlungenen Unternehmung gegen die Beni Eßed, um an ihnen den Lod seines Vaters zu rächen, und dessen Herrschaft über sie wieder zu gewinnen, fand, nach langem flüchtigem Umherirren , endlich Schutz und Aufenthalt bei Sam'al Ben Adija, auf seiner vesten Burg Ablak. Als er nun aber von dort sich aufmachte, um über Gassan in Syrien zum griechischen Kaiser in Konstantinopel zu gehen, und dessen Beistand zur Wiedereroberung seines Königreichs zu suchen, übergab er seinem Wirte seinen einzigen geretteten Schatz, fünf (bte Sage hat auch hundert daraus gemacht) kostbare Panzer, Erbstücke seiner Ahnen. Darauf als sein Lod ruchtbar wurde (er war auf der Rückreise vom Kaiser in Ankyra gestorben, siehe den deutschen Amrilkais, Ende), zog Elhareth Ben Abu Schamer, König von Gassan, bei welchem Amrilkais auf der Hinreise eingekehrt gewesen, mit Heeresmacht gegen Sam'al in Leima, und forderte von ihm die Herausgabe der Panzer des Amrilkais, aus die er als Vetter Ansprüche machte. Doch Sam'al weigerte sich der Überlieferung des ihm anvertrauten Pfandes, auf welches andere ein näheres Erbrecht hatten, und vertheidigte sich gegen den Förderer in seiner Veste Ablak. Dieser aber sing ein Söhnchen Sam'als auf, das mit seiner Amme vor die Veste hinausgelaufen war, und drohte nun dem Vater, das Kind umzubringen, wenn er nicht die Panzer herausgebe. Da bat er sich eine kurze Bedenkzeit aus, und beriet sich mit den Seinigen darüber, die alle ihm rieten nachzugeben, um das Leben seines Kindes zu retten. Aber er (rat auf die Zinne hinaus und sprach zu Elhareth: Die Panzer kann ich nicht auslkefern und Anvertrautes veruntreuen. Lu was du tun willst! Verrat ist ein Halsband, das nicht rostet; und mein Sohn hat Brüder. Da brachte jener das Kind um vor den Augen des Vaters, und zog dann ab unverrichteter Sachen. Sam'al aber, als die Zeit kam, wo die Wallfahrer in Mekka zusammentraftn, brachte die Panzer dahin, und überlieferte sie den nächsten dort ausgekundeten rechtmäßigen Erben; davon sagt er: O Ladlerin, laß ab den Mann zu tadeln,, den man schon oft dem Ladet trotzen schaute. Du solltest, irrte ich, zurecht mich weisen,, nicht irren mich mit unverständgem Laute. Bewahrt Hab ich des Kendischen Mannes Panzer; verrat ein andrer das ihm Anvertraute! So riet vordem mir Adija, mein Vater: o reiß nicht ein, Samu'al, was ich baute! Er baute vest die Veste mir, in welcher dem Dränger Trotz zu bieten mir nicht graute. Diese fünf Distichen sind zusammengestellt aus zweien bei Abulfeda, vieren bei Ben Nabata (Rasmusseri addit.) und zweien bei de Sacy zum Hariri. — Eben hiervon sagt Ascha: Sei wie Samu'al, als ihn dort umdrängte der Kriegsfürst mit des Heeres Waffenlast. Steh zwischen Kinderlosigkeit und Untreu, o schlimme Wahl, die du zu wählen hast! Doch er sprach schnell gefaßt: Ermorde deinen Gefangnen, ich beschirme meinen Gast. Von Sam'al sind noch die folgenden Bruchstücke: Wenn zweifelhaft und mislich stehn die Sachen, / und den Bedenker bang die Folgen machen,

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