Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1846)
- Date
- 1846-10-29
- Page
- Seite 345 (sequence 9)
- Language
- German
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- 345 - jetzt alleinseligmachend gewesen, werden zur Judenstadt hinzugefügt. Einige Reiche, die dadurch wider Witten mitten unter jüdische Nachbarn gerathen, sotten untröstlich über diesen Fortschritt sein.— Das Löw 'sche Privatinstitut erfreut sich noch immer, wegen seiner Vortrefflichen Leistungen, einer regen Theilnahme. Wundern muß man sich aber, daß unsere hebräische Hauptschule nicht rcorganisirt wird. Sie könnte eine schone Pflanzstätte für die zahlreiche Jugend unserer Gemeinde werden. — Die Land au'sehe Offieiu ist mit den Vorbereitungen zu einer Oktavausgabe des Jeruschatmi beschäftigt. Die Ausführung dieses Unternehmens würde ihren anderweitigen Leistungen die Krone aufsetzen. Wir zweifeln nicht, daß die Energie und die Gelehrsamkeit des Hrn. Landau das Werk bald zur Reife bringen werden. -—Frankels neuestes Werk über den Beweis macht in seiner Vaterstadt der gründlichen Lomdim sehrgroßes Aufsehen.- Dev Ziouswächter und die Meziza. Von La; irr Horwitz, Rabbiner in Wien. - (Schluß.) Hätte aber der kompetente Richter diese Angelegenheit nicht durch die schwarze Brille der keldenschaftlichkeit und des Fa-, ncttismus angesehen, sondern etwas genauer und unparteiischer .erforscht, so hätte er leicht gefunden, wie man schon zur Zeit des fyo von den in eben derselben rwo, wo der Meziza Erwähnung geschieht, vorgeschriebenen Methode in Bezug auf das Baden des Kindes vor und nach der Beschneidung., welches ebenfalls rnty nnn ist/ ganz abgegangen und dieselbe gänzlich beseitiget hat, wie diese Stelle im Orach Chajim (H. Sabbat Kap. 331 §♦ 9) tautet: on 'DDn pte ora nb'Dn n^on hn D^nn m uh yirbb ipprj piDD hm pon Dpp rb'üb wh® 'di Wo nsprro uni uh NJTxni nDranrnb brißo pdwd. Ich frage nun, wie ist es gekommen, daß man zur Zeit der Mischna das Baden für höchst nöthig erachtet und daher auch der -)TD1N demselben weichen mußte, während man in späterer Zeit dasselbe für ganz unnöthig gefunden und daher auch beseitigt hat? Ob sich nun das Naturell der Menschen geändert, oder ob die Wissenschaft in der ärztlichen Behandlung einen größeren Aufschwung gewonnen, kann uns doch wohl in dieser Beziehung so ziemlich gleichgültig sein, und warum in Bezug auf die Meziza nicht dasselbe? Woher gerade hier die Aengstlichkeit und das Bedenken, es könnte das unfern Talmudlebrern und dem Maimuni zur Entwürdigung sein, wenn man in der Jetztzeit ein besseres und zweckmäßiges Mittel der Meziza mit dem Schwämmchen nämlich, erfunden, oder wenn der Hr. Kompetent schon so pedantisch und wortklauberisch ist, nicht erfunden, sondern substituirt hat? Har denn die Medizin nicht wirklich bedeutende anderweitige Fortschritte im Verlaufe der Zeiten gemacht, und beweisen nicht die viele tausend Kinder, bei denen sowohl hier als in anderen großen Gemeinden auf diese Art der Behandlung die Heilung gleich schnell und vortheilhaft vor sich gegangen, daß dieses Mittel nicht nur eben so gut, sondern noch weit besser und vortheilhaster sei? — Ich verweise übrigens den Herrn Kompetent auf die in medicinischer Hinsicht von dem hiesigen Hr. Dr. Wertheim, dem kaiserlichen Leibarzt und k. k. Hosrath Dr. Freiherr v. Türkheim,, dem Regierungrath Edl. v. W a t t m a n und Prof. B err es, wie in religiöser Hinsicht auf die sowohl von mir, als auch meinem seligen Lehrer, dem Obberrabbiner Moses Sopher abgegebenen Gutachten über die Zulässigkeit der Abschaffung der Meziza mittelst des Mundes, welche im 1. Hefte der Kochbe Iazchak von M. E. Stern abgedruckt sind, und wenn Hr. Kompetent unverschämt genug ist, zu sagen: „Waffen wir uns blenden durch Namen, die entweder falsch und entstellt sind, wie der b"m “'.DD ntPD H“iD, worüber ich ihn oder im Nothfalle den Hrn. Redakteur desselben Artikels gerichtlich belangen könnte, so kann ich nur daraus schließen, daß er allerdings dazu fähig sei, sich Entstellungen und Verfälschungen zu ertauben. Es ist hier die Behandlung mit dem Schwämmchen allsogttich im Jahre eingeführt worden, folglich noch volle 3 Jahre vor dem Dahinscheiden des seligen Oberrabbiners M. Sopher, wie konnte nun da von einer -Verfälschung die Rede sein? Ich bin übrigens noch im Besitze des Originalschreibens dksselben, und habe sogar bei Rachsuchung meiner Papiere, noch ein 2. nachträgliches Schreiben von demselben gefunden, welches lautet, wie folgt: 'JN&7 'SM ~idb 'nDDin rm'i-D pjyn ’nrwn by" tiid Dipo bo i'D3 sba? mru\- nx3Dn '"y na’ao "vno ty'to iw bnc 'd: .iiddh '"y v.1 'S rntcD I'SS ^sd1? — "nw yb ]"yn .fj pb H’oui b n'jid Es bedarf meines Erachtens wohl kaum mehr der Erwähnung, daß sich die Kompetenz dieses anonymen Artikels im Zionswächter so ziemlich auf Null und Nichts reduzirt, sobald sie gegenüber einer solchen Autorität erscheint, wie der eines Moses Sopher. Möge daher der Hr. Kompetent zur baldigen Einsicht kommen, wie bei allen religiösen Dingen die Sache von der Person zu trennen ist, und nicht ferner dem Wahn Raum geben, daß diese Erfindung, weil sie von Aerzten unserer Zeit ausgegangen, schon darum verwerflich.sei,: nDNilWlp NMA soll und muß uns Regel und Grundsatz sein!j Ich schließe diese Erklärung mit der Bemerkung, daß ich in dieser Affaire hiermit das erste und letzte Mal vor das Forum der Oeffentlichkeit getreten bin, so wie ich nie und nimmer zugeben werde, daß, soweit mein Wirkungskreis sich erstreckt, die Meziza mittelst des Mundes, sondern einzig und allein mit einem Schwämmchen verrichtet werde, wie dieß bereits durch 9 Jahre in meiner Gemeinde geschieht, mit dem besten und glücklichsten Erfolge, und wie es seitdem schon in so vielen großen jüdischen Gemeinden eingeführt worden ist.