Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 43 (22.10.1846)
- Date
- 1846-10-22
- Page
- Spalte 675-676 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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675 Studien. Literaturhistorische Miscellen. Die decisiven Halachot der Geonim. 676 Schriftthums erscheintist eine praktische Kenntnis der jüdischen Religion nicht denkbar; der Jude ohne Kunde des Judenthums wird bald auch ohne Kunde der Sittengesetze der Gesellschaft sein, und nur ein zelotkscher Atheist vermag diesen Stufengang einen Fortschritt zu nennen. Aber in der Lhat tragen auch die Eltern, die Laien, nicht die Schuld; im Durchschnitt wollen sie ihre Kinder religiös und gebildet wissen, fast möchte man sagen, daß gerade in unserer Zeit das religiöse Interesse bedeutend zugenommen , wenigstens tm, Verhältniß zu dem Jndifferentismus der frühern Jahrzehnten. Aber-die Schuld tragen blos die Lehrer selbst. Nicht bei den Eltern der Kinder, sondern bei den Lehrern hat die Unwissenheit im Hebräischen zugenommen, bei den Lehrern hat der Mangel an religiösem Sinn, die Neuerungssucht Wurzel gefaßt, und der Mangel an Berufstreue ist schuld, daß der hebräische Unterricht in den jüdischen Schulen abgenommen. Um so dankbarer ist es also hinzunehmen, wenn hie und da ein Lehrer, seinen Beruf richtig erfassend, für den hebräischen Unterricht etwas thut, und noch dankbarer, wenn er durch Hilfsbücher zur Hebung desselben beiträgt, wie es Arnheim in Glogau, Jakobsohn in Kempen u. A. thun, und Hr. N. reihet sich dieser Schaar an. Was nun diese Vokabularien anlangt, so sind sie mit Benutzung der guten grammatischen und lexikalischen Arbeiten ausgearbeitet, wie auch häufig darauf hingewiesen ist, und sind daher vollkommen geeignet, den hebräischen Unterricht zu fördern. Mögen doch die Herren Lehrer endlich darauf bedacht sein, auch hebräische Wörterbücher in ihren Schulen einzuführen, wodurch, allein der hebräische Unterricht erst eine wissenschaftliche Basis erhalten wird. Literaturhistorische Miscellen. Mitgetheilt von Leopold Dukes *). I ... Die mpwO M3^.T'der Geonim. Dieses seltene Werkchcn , welches sich früher in der Bibliothek des zu seiner Zeit berühmten Salomo Dubno befunden hat, ist jetzt im Besitze des Herrn Dr^ E. Carmoly m Brüssel; derselbe hatte die Güte uns darauf aufmerksam zu machen *). Es ist die- 1) Wir bemerken hier gelegentlich, daß wir während unseres Aufenthalts in Brüssel, Gelegenhzit hatten, mehrere äußerst seltene, gedruckte und handschriftliche Werke zu sehen. Unter andern sahen wir daselbst das nDiDH rmv ^rnrP'T lU'Tl fl, über welchen wir nächstens einiges mittheilen werden. Ferner eine sehr schätzbare poetische Chrestomathie,, die sich ein unbekannter Gelehrter anglegt hat. Dieselbe ist von ses Werkchcn in Kon stau tinopct 1516 gedruckt und ist 21 Blätter stark. Es enthält ceremoniatgesetzliche Bestimmungen zu '»z-w , und die Namen der Geonim, den welchen die Entscheidungen herrühreu, sind immer genannt. Da der erste Name NTnttf 'i ist, so ist leicht erklärlich, daß in dem Katalog des erwähnten S a l o m o D n b n o dieses Werkchen unter dem Titel NT")ßy mpiDD niD>n ancjefür>vt t|L Felgende ©teilen allgenleinen Inhalts theilen wir ohne weitere Bemerkungen dem Leser mit. - *)& ,m\ inu'*ND mn bw nnoiy pnü pm nh nrhmw jsn anwprai nras1 b'i p ra . tms p -npw Inan rw ivbb) mp'b ■ rwv t* jnuvDsns^ amiu ip.n'p wi rrnn ra*i 'jnb nmnbi irr>m * Nimt» V Döh ' Dwai jhjd p tnbn no p"niK/p) bx-w' bob uprw onsrai.-nD,> v nm ta p' niü^ uw Lntt'ü) jmen * nrb inno^i : ncro ppn ■ * fi bw ."inarn oon tdSi .wb ookhw nnnrni ppiDj/'DiTö’ bow jpoyo ..nö/onöw.. ps* cran prabn p-om rhinn boo ppioy -ra .nn td p>m mra miw ■ p^.r» pNw po bxiw -uv^ box nnw Enten, nwo m ij;dew ra onup!? nnniN -ob-pa/pno ran UD nn by jwru nra tid by ]bo nmo . ante nnno. wr jniN marokkanischer Hand geschrieben und nicht allzuleicht zu lesen. Es befinden sich viele Gedichte darin von den ältesten Pajtanim z. B. von Salomo Jbn G'ebirol, Mose Ihn Esra, Jehuda ha-Lewi. Auch von spätern, beinahe unbekannten Dichtern z. B. von Isaak Jbn Alchadev V pnsp Wir haben aus dieserSammlung ersehen, daß viele der Gedichtchen, welche sich hinter »TOT rirUD. finden, und wovon wir einige im Orient mitgetheilt haben , von demselben herrühren. ' Auch haben wir das Gedichtchen von Mose Jbn Esra, welches wir in iinserm gleichnamigen Werke (S. 101. Nr. 10) mitgetheilt haben, daselbst als anonym gefunden. Von Salomo Jbn G"ebirol befindet sich in dieser Sammlung ein Gedicht über die 1120 mi’U, anfangend 2211 ’^NU Mi^, '21V 'l.1l nniy. Von Isaak Alchadev ist unter andern ein Gedicht mit der Ucberschrift: rüübüb DT 1t1^>V DIN.’JD by Nirrno ijrp n1? dhi tbm., Der Anfang des Gedichts lautet : — .imNDn y - .mten pm tot Mangel an Zeit erlaubte uns nicht viel Gebrauch von dieser Sammlung zu machen , es wäre sehr verdienstlich, wenn der Besitzer dieser Sammlung in diesen Blättern zu den kleinen Pro'ben, welche derselbe früher im. Oriente mittheilte, noch größere Stücke hinzufügen möchte.