Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1846)
- Date
- 1846-10-22
- Page
- Seite 338 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- 338 - bis zum zwölften Monat ausdehnen könne* * * * * 6), und obgleich eine Autorität selbst bei dreizehnmonatticher Abwesenheit des .Mannes die Geburt aus dem' plausiblen Grund lcgitimirt ao nDL£>, auf welche Weise wirklich die Empsängniß des Lalmudisten Samuel statt gefunden haben sollte (Hat. GedolotAbsch. Gittin; Tosafot zu Kidduschin 73 a). Hr. Ettlinger mag immerhin, gegen die Erfahrung und gegen die Wahrheit, mit dem Talmud und den Kasuisten behaupten, daß ein nach fünf Monaten gebornes Kind leben könnte; er mag immerhin dasZeugniß von I. Eybenschütz, der bei der so sehr mit Recht bestrittenen Stelle NW. rn:ry7), bie Naturkunde der Alcen aus Kosten der Neuern bis Ln den Himmel erhebt, als ein vollgewichtiges und nicht zu verwerfendes anerkennen, so kann dies nur beweisen, daß es zu allen Zeiten Männer gab, die nicht einmal den Fortschritt in der Wissenschaft anerkennen; weit vernünftiger finden wir jedoch hierin die Tosafot, die offen aussprechen, daß der Satz des Talmuds d\3&7 D2 “UDm ms. (Ab. Sara süße völlig ausgebildet wären, während der übrige Theit des Körpers noch unausgebildel wäre und noch die Natur eines Erdkloses Härte (cf. Aelian. hist. an. 3, 36). Die selbst vom leichtgläubigen Aelianus (I. c. 1, 51) als einen Volksaberglauben erwähnte Sage, daß aus dem Rückgrath bösartiger Menschen nach ihrem Tode Schlangen entstehen, hat der Talmud auf seine Weise bearbeitet din bw rmsP “in nmra jro mi n&yyir nw thÄ, (Bab. Kam. 16. Ieru. Sab. 4 b). Die übertriebenen Besorgnisse der talmudischen Vorschrift von dem. Wasser, der Milch rc. nichts zu genießen, wenn solche den Schlangen zugänglich waren, finden wir aber weder von den alten noch neueren Naturforschern gerechtfertigt, da nach den neuesten Erfahrungen die Schlangen ihr Gift nur, wenn gereizt, durch den Biß hergeben.. Bei den alten war sogar die Sage verbreitet, daß die Schlangen bevor sie an einem Flusse ihren Durst stillen, ihr Gift ausspeien, um das Waffer nicht zu vergiften (Hieroz. 1. S. 28). Das Gift selbst schadet aber auch nur, wenn es in das Blut kommt, und durchaus nicht in den Magen, daher man auch das Fleisch von vergifteten Lhieren essen kann (Oken 6. S.'516). Außerdem zeigten die Lalmudisten eine, richtige Kenntniß von der Naturgeschichte der Schlangen; sie kannten z. B. den Giftzahn &yru D")N T>j^-(S3. Kama 23 b) und wußten, daß die Zunge bei den Schlangen mehr als Gefühlsorgan dient und wenig Geschmack haben oya Dys iriyo taiN (Joma 75). 6) Die längste Zeit der Schwangerschaft ist bei Aristoteles 10 Monateund einen Lheil des eilften (bist, aninu 7, 4) In einem Erbschaftsprozesse, wo die Geburt im 13. Monat stattfand, wurde vom römischen Prätor Papirus die Geburt Legitimirt, weil sich die Mutter in der Zeit der Empsängniß geirrt haben konnte (PI. üb. 7, 4). 7) Auch Ibn Roschd nimmt diese Fabel auf den Eidschwur eines leichtfertigen Weibes für wahr auf, und sagt, daß der Same selbst nicht so viel zur Entwickelung des Embryons beitrage als der Luftgeist, der in demselben befindlich sei, daher sei auch die Schwängerung eines Weibes zu erklären, die sich in demselben Wasser gebadet habe, worin kurz zuvor ein Mann eine Pollution bekommen (Sprengels Gesch. der Arzen. II. S. 369). 24 b), der Wahrheit entgegen sei , weil die Erfahrung zeige, daß die Kühe Mn zu zwei Jahren trächtig. werden, und suchen den Talmud-durch eine Veränderung in der Natur zu rechtfertigen, was aber eben so unwahr wie der erwähnte Satz selbst ist; denn Aristoteles, der Schöpfer und Gründer der Naturgeschichte war und die Erfahrung der scharfsinnigen Griechen, eines Volks, das durch so viele, klimatisch verschiedenen Länder zerstreut war, benutzte, sagt ausdrücklich, daß „man am Allgemeinsten über das Alter von zwei Jahren einverstanden fei, zu welcher Zeit die Kühe trächtig zu werden pflegen (<le nat. an im. 6, 21). Was ein neuerer Historiker von den Griechen sagt, daß so lange die Naturgeschichte nicht als eigentliche Wissenschaft betrieben wurde, Fabeln und Volksmeinungen ohne Prüfung in die Naturgeschichte ausgenommen werden mußtey, läßt sich mit noch mehr Recht vom Talmud sagen, womit aber keines-, wegs bei dem ernst Forschenden derselbe an Autorität verliert, denn „nur ein kleines stehendes Gemässe r k a n n, w e n n e t w a s schmutziges h i n e i n g e g o ssen wird, verunreinigt werden, nicht aber der Ocea n , der Alles aufnimm t , weil er seine Größe kennt". Der Zkonswächter und die Meziza. Von Lazar Hoervitz, Rabbiner in Wien. Ohne Zweifel ist manchen Lesern dieses Blattes Nr. 34 des „treuen Zionswächters" l. I. zu Gesichte gekommen mit einem Gutachten über die Meziza von einem Kompetenten (??). Es gibt fürwahr nichts Unerquicklicheres, als einen solchen Streit cke lana caprina, i>en man schon längst ad acta gelegt haben sollte; nichts Eckelhafteres, als einen solchen Frosch- und Mäusekrieg wieder von Neuem beginnen; eine solche crambe bis cocta noch Einmal und immer wieder von Neuem bis zum gänzlichen Ueberdruffe aufgewärmt und angefacht zu sehen. Und mit was für schwachen, armseligen Waffen wird da erst gekämpft und gestritten! Und wer sind die Kämpfer und wer sind die Helden, die uns da den Fehdehandschuh hinwerfen! Verkappte Ritter mit geschlossenen Visiren, maskirte und verschleierte Gestatten, die sich ängstlich unter ihre Domino's verstecken und mit dem Zaubermantel der Anonymität verhüllen. Ein kompetenter Richter soll und muß vor Allem offen austreten und entscheiden, nicht sich verkriechen und verlarven wie ein Schmetterling in der Puppe; ein kompetenter Richter, wenn er auf irgend eine Kompetenz Anspruch machen will, oder anders zu machen im Stande ist, muß vor Allem seinen Namen nennen, wenn er überhaupt einen hat; denn sonst könnte eben so gut jeder Unwürdige und Nichtswürdige, jeder namen- und charakterlose Scribler, jede theologische und litterarische Nullität sich so nolens