Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 42 (15.10.1846)
- Date
- 1846-10-15
- Page
- Spalte 667-668 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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667 668 Studien.: - Der M essiasglaube und dessen Begründung im Judenthume. len den von Maim. .am, Schluffe der Vorrede angegebenen Inhalt hier miezutheilen: Hin nvi “w nt■ -dt■■wwr,; D^IDIpn W mi D'Dtif]) CTDD ppb *T 'tfCW D^T - npt ..p ■: nd-pt. tjM? - -ps , pna NLM qm*in pon. * pw? worfc -pyn -nn n^. p.>n^n\\'-n dot ^an poa/vomT njn.niaprr npibna p^n wnp D\nnJn pnn : ww'rv> feo nt pon; iD^n d:w3 .d^dünhi nbyrp rj^oa- .wann-' ppn ♦ o-.rwyb din1? w nni hnprcn rcn"ii brun ipt? pob“ran nn tdiw Q^^H nw?** , .M intev do-ih ■ I. Der Messias gla üb e And dessen Begründung im Judenthume. (Fortsetzung.) Wir kommen jetzt der Reihenfolge nach zu einer Stelle in Ex. 19, 6, welche zwar weder von der Tradition, noch den Exegeten messianisch verstanden wird, jedoch nach, der modernen Ansicht von dem priesterlichen ^Berus Israels den anderen Völkern gegenüber, diese zur vollständigen Anerkennung und Annahme seiner von Gott geoffenbarten Religion zu bringen in einer Zeit, welche die messianjsche genannt wird, muß es uns wundern, jene angezogene Stelle, worin der Beruf Israels als ein priesterlicher bezeichnet wird, von Niemandem so gedeutet zu sehen» Aber dies allein könnte schon ein hinreichender Beweis dafür sein, daß diese namentlich in letzter Zeit schärfer hervorgetretene Ansicht/ in den alten Schriften, ihre Begründung nicht findet. Uebrkgens hat sich auch jener Beruf Israels als Priester, fei es durch geistliche Missionen an die Völker der Erde, oder im Sinne sühnender Vermittelung zwischen der Gottheit und den Menschen, zu keiner-..seit seines Daseins m. Wirklichkeit - geltend gemacht; ein Beweis auch, wie wenig diese Idee in dem Bewußtsein dieses durch strenge Glaubenstreue und Anhänglichkeit an den religiösen Formen und Lehren seines Gottes-berühmten Volkes .Wurzel hat. Vielmehr hat der priestertiche Charakter, der Israel beigelegt wird, jener anderen Ansicht entgegen nur eine individuellsubjektive Bedeutung und enthält die Anforderung eines heiligen, priesterlichen Lebens an es selber. Wohl hat die Religion Israels eine universelle Weltbedeutung^ indem sie bestimmt ist, Eigenthum aller Völker zu werden; aber, wenn.auch Israel Träger derselben ist, so ist es sich doch nur der Bedeutung derselben, welche diese für es selber hat, bewußt,,von der Bedeutung aber, welche dieselbe für die übrigen.Völker der Welt hat, hat' das religiöse Bewußtsein des Volkes von jeher abstrahirt. Es kommt, um eine philo-' sophische Distinktion zu gebrauchen, der Beruf Israels als Weltpriester denselben nur der Idee nach und indirekt^,' nicht direkt.und der Wirklichkeit nach zu. . Endlich bietet sich uns im Pentateuch noch eine Stelle dar, woran eine messianische Deutung versucht wird. Es ist dies die Stelle Rum. 24, 17—19. ' Schon das Targum versteht dieselbe im messianischen Sinne, und neben anderen Kommentatoren ist es Maimuni, der zur Erweisung^ der Messiasidee inr Pentateuch außer der in Deut. 39 auch auf diese Bezug nimmt. Aber abgesehen davon,-daß uns die Tradition nicht bindet, eine solche'- Erklärung anzunehmen, vermag eine gesunde Hermeneutik, dieselbe auch nicht zu billigen. ' Und wenn auch der Talmud von Bileam sagt (Sanh., 106 a) BD'P NDJ nbnn'D, so wird er doch in der Schrift als ein angekündigt und geschildert. Es läßt sich nicht annehmen, daß Bileam im Bewußtsein von Israels Gotteslehre den' dereinstigen geistigen und religiösen Sieg dieses Volkes über alle Bewohnerder Erde verkündete, und soweit hierin eine Bewährung seiner geistigen Wahrheit und Religion und die Realisirung einer messianischen Hoffnung liegt, an die Wahrheit der Verkündigung zu glauben. Noch unzulässiger aber ist die Secirung des Textes, -wonach*] die eine Hälfte eine bestimmte Hindeutung auf David, die andere eine spezielle Beziehung auf den Messias enthalte: sondern im blosen Bewußtsein von Israels Gottesgemeinschast verkündet Bileam hier gegen Moab, welches Israel zu vernichten trachtete, die gewisse Niederlage und Vernichtung seiner selbst, wie aller Völker der Erde, welche diesem Volke feindlichgegenüberstanden. Diese Erklärung stimmt mit den Worten des Textes, dem Zusammenhänge der Erzählung, wie auch, der untergeordneten Geltung Bileams als eines heidnischen Propheten und Zauberers überein. Es giebt zwar der Stellen noch mehrere, wo eine messi'anische Beziehung gefunden oder hineingelegt wird, aber-wir übergehen hier diejenigen, wo dies als willkürlich erscheint, ohne durch den Inhalt messianischer Ideen gestützt zu sein. Wir kommen also auf die auseinander gesetzte Stelle Deut. 30 als die einzige des Pentateuch von messianischem Inhalte zurück, den wir ihr. deshalb schon zuerkennen müssen, weil sie eine Heilsverkündigung.Israels nach seiner dereinstigen Verbannung enthält, womit dieselbe auf ganz gleichem Boden mit den übrigen verwandten Stellen der späteren Propheten sich befindet. Es ist nun natürlich, daß, wenn die Messiaslehre in der Heilsverkündigung. Israels, nach, seinem' politischen Unglück ihren Grund hat, diese hauptsächlich in der Zeit hervortreren konnte und mußte,. welche, demselben nahe voranging oder folgte. Und das. geschieht eben in den Verkündigungen derjenigen Propheten, welche in jener Periode lebten. Jedoch ist dies nicht so zu verstehen, baß die Messiaslehre in der politischen. Heilßverkündigung Israels ihre ein- *) Vergl. Raschi, Jacob b. Ascher z. St., Maim. Melach.1l.