Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 41 (8.10.1846)
- Date
- 1846-10-08
- Page
- Spalte 643-644 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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648 Studien. Der Messiasglaube und dessen Begründung im Judenthume. 644 festhielt lind von verschiedenen in demselben eCn^ef^(ofl‘cs alle erwähnten Meinungm nicht richtig sind. Der Verf. ist weder Jbn Jachja, noch Kimchisondern ein 'ganz Unbekannter. Denn bekanntlich erstreckt sich das tjnpn ^p&y yD, wie auch es wesentlich die Metren zu erläutern hat, sich auch über Erläuterung aller grammatischen Regeln in Kürze, und es ist deshalb in Kapitel, gettzeilt und die eigentliche Metrik bildet deffm 15. Kapitel, dann folgt darauf Kap. 16 über die Benennungen, welche die Metriker gebrauchten, Kap. 17 über die Gattungen der Lieder (vj^s wn). I. Der Messiasglaube und -essen Begründung im Judenthume. Der Glaube an einen zu erwartenden Messias und die durch ihn herbeizuführende Wiederherstellung aller untergegangenen Institutionen.des Staates und des Tempels, wie die Erhebung des gegenwärtigen Zustandes der Welt auf eine höhere, oder sogar 'höchste Stufe der Vollkommenheit ist im Judenthume entstanden Und als leine Wichtige Lehre und nothwendiger Bestanbtheil desselben aus dessen Dogmatik nicht zu streichen. Zwar hat man diese Lehrevielfach gedeutet und derselben jede mögliche Bedeutung untergeschoben. Man hat sie entweder ihres religiösen-Kolorits beraubt und alle kirchlichen Beziehungen -daraus entfernt-, sie für eine sanguinische und darum leere Hoffnung der Juden auf eine politische Wiederherstellung ihres’ Reiches und ihrer nationalen Selbstständigkeit haltend; -oder die jüdische Eigenthümlichkeit daran leugnend hat man dieselbe zu einer Angelegenheit des allgemeinen Menschenthums gemacht und sie als eine Hoffnung der Welt zum höheren und reinen -Humanismus ausgelegt; oder endlich-auch hat man dre'dissen Messi'asglaüben begründenden Prophezeiungen auf den König Chiskija bezogen und dieselben als bereits erfüllt geglaubt (jw ‘iDTN.^n ’CH rppin ’D'3 inta« -prsy -rwD Sanh. 98 i>), womit natürlich die 'NothwMigkeit, ja Richtigkeit einer fortgesetzten Pflege dieses . Glaubens geleugnet wird, wie dies noch deutlicher aus der Replik des Talmuds gegen diese Ansicht des R. chillel hervorgeht (^n fmb iT’ID 71^ 'W rr. ibid. 99 ä).: Aber diese Vielseitigkeit in -der Deutung des Messiasglaubens, Wie -die Abweichung von - dessen ursprünglicher Fassung, wurden theils durch die Dunkelheit der messianischen Bibelstellen veranlaßt, Lhöils machten sie nur die verschiedenen Ansichten Einzelner aus; während die Synagoge, als die Stätte, wo die Ideen des Judenthums nicdergelegt und Ln ihrer ursprünglichen Reinheit bewahrt wurden, und -'neben welcher-oft 'die mannigfachsten Deutungen -und Auffassungen derselben, gegründet auf eigenthümliche Kommentationen der Schrift oder Unterlegung neuer PHLlosopyeme, ungestört 'hergingen, an dem - Messiasglaüben in seiner überlieferten Gestalt neu Momenten auch nicht eines aufgab. ' Wegen der Wichtigkeit und Nothwendkgkeit dieser-Lehre vom Messiasglauben im Judenthum hat auch M a i m u n i ein Recht, dieselben unter die Glaubenssätze- oder wenn man will : Hauptgrundsätze (D'Hpy) des Judenthums aufzunehmen, und man begreift A l b o nicht, der darin Maimuni widerspricht (Jkk. 1, 1), da doch aus der Wahrheit des Judentums das Vertrauen auf dessen allgemeine Anerkennung, welche das Wesen der Messiasidee ausmacht, hervorgegangen ist, das 'Judenthum also gleichsam mit ihr besteht oder fällt. Selbst wenn wir die• blos von der einen materiellen Seite auffassen, als die physische der politischen Erlösung Israels aus dem Exile, so können wir dieselbe doch nicht, wie Albo (Jkk. 4, 42), als blos in der Tradition (n^73p) begründet an nehmen, ohne sie schon vom Jüdenthum durch dieses selbst eingcschloffen zu denken, weil jene physische Erlösung durch die andere geistige bedingt und diese wiederum nur durch die Anerkennung des Judenthums ermöglicht gedacht wird. Aldo hat darum auch Unrecht, die betreffende Ansicht des R. Hillel nur in sofern als sündhaft'darzustellen, als sie der traditionellen Überlieferung widerspricht, welche den Juden zur Annahme und Anerkennung des Messiasglaubens nöthigt, keinesweges aber den Urheber oder Anhänger derselben von der Gemeinschaft des Judenthums ausschließe, weil er in ihr einen Hauptpfeiler des Judenthums zerstört habe-, womit dieses fallen müsse: sondern es wird seine Ansicht als schon der Schrift widersprechend dargestellt, wie dies aus der Bemerkung des Talmuds hervorgeht: rpm . nin flD'N »TpTn 'di wr rrm mna Np . p “[Pd run «. (Sanh. I. c.) Da es sich nun nicht leugnen läßt, daß die Messiaslehre einen wichtigen Bestandteil des Judenthums bildet, so müßte es auffallend erscheinen, wenn wir dieselbe nicht schon in die mosaischen Offenbarungsbücher ausgenommen und als eine göttliche, durch Moses überlieferte Verkündigung erklärt fänden. Und wenn wir' dennoch die Ausbildung jener Lehre in ihrer Wahrheit und Ausführlichkeit dem späteren prophetlj schm Zeitalter zuerkennen müssen, so erscheint es wiederum interessant zu erfahren, in welchem Verhältniß dieselbe zu der älteren und umfassenden Lehre der Offenbarung, steht. Man betrachtet nun zur Nach.weisung der messianischen Prophezeiungen im Pentateuch und zur Begründung, derbaraus resultirenden Lehren und Hoffnungen auf die-Offenbarung die Stelle Deut. 30 als. Hauptquelle dafür (vgl. Maim. H. Melach. 11 und Komm, zu Mischn. Sanh. 10). Und sie ist auch trotz der messianischen Deutung vieler anderer Stellen noch vielleicht die einzige, die, mir Bestimmtheit und Zuversicht so gedeutet werden kann, wenigstens ist sie die deutlichste und ausführlichste. Mit Bezug auf die vorher angedrohte Auflösung der politischen Existenz Israels und seiner nationalen Selbstständigkeit in Folge der Verletzung derjenigen Principien, auf die der Staat und das Dasein dieses Volkes von