Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1846)
- Date
- 1846-10-08
- Page
- Seite 323 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir wellen dies gern glauben, und nehmen dst,Hache, hin wie man sie uns giebt. Die noch durch.5? Jahre zu zahlenden Restanten entrichten wir auch um so lieber, denn der Sklave, der seine drückenden. Fesseln abstreifcn will, darf einen kleinen vorübergehenden Schmerz nicht scheuen, und wenn er sich auch während des AbstreifenS ein wenig die Haut wund schindet, thnt nichts,- er leidet den Schmerz gern, denn er wird frei. . Und frei sind wir durch jenen „freien Ausfluß königl. Munificenz und Gnade^; wenn nicht frei, doch einen Schritt näher zur Freiheit. Wenigstens treten wir aus dieser unwürdigen Stellung heraus, und hören auf „kaiserliche Kammer knechte" zu sein. Wir gehören jetzt unmittelbar dem Lande an, das uns nährt' und trägt, dem wir von der Wiege bis zuin Grabe treulich anhangen, und das uns auch bald als seine rechtmäßigen Kinder anerkennen wird. Es werden Ihnen wohl hochgeehrter Hr. Redakteur, Berichte über die Feier des 29. .August zukommen. Ich sende Ihnen hiermit einen in: Voraus, denn wir, die Israel. Bewohner des Liptauer Komitats, können diesen Tag allerdings mit freudigem Gefühle und den schönsten Erwartungen feiern, indem wir uns, wie Sie auch schon ans Obigem ersehen haben werden, einer wohlwollenden Behörde zu erfreuen haben, zu der wir auch in den freundlichsten Verhältnissen stehen.- Als eklatanten.sprechenden Beweis von dem rücksichtslosen Freimuthe unsres Komitates, will ich jedoch einen seiner letzten Kongregationsbefchlüsse ansühren; und ttreineMittheilung hierüber ist nur so zuverlässiger, indem dieser Gegenstand die Runde durch alle Ungar. Zeitungen machte. Der Verständlichkeit halber bin ich gezwungen Hierbei etwas ausführlicher zu sein; doch Sie gönnen mir den Raum Ihrer Blätter, welche als Materialiensammluugi dem künftigen Geschichtsschreiber dienen sollen, schon?,..der- Settsamkeit des Gegenstandes wegen, gewiß gern denn; das hier Erzählte wird auch als intressante Data .die Leidensgeschichte Jnda's vervollständigen helfen, wie auch .von der andenr Seite unstre heimischen Zustände beleuchten. Das hiesige Komitat grenzt nämlich auf seiner .südlichen Seite mit dem an Bergwerken reichen Zohlcr Komitate zusammen, in welchem, so wie in dem Barscher und Honther Komitate, wie bekannt, keine Juden wohnen dürfen. Run führt die gewöhnliche Postnnd Halrdelssträße' nach Pesth und ins Innere..desLandes übcrhartpt,7.?durch diese drei Komitate. Aber was IhutS?. Die Wege und Straßen eines christlichen Staates..müssen doch füglich auch christlich sein. Darum, wollte der Jude nach Pesth zu Markte' oder in sonstigen Angelegenheiten ziehen, so mußte er erst einen -mehrtägigen Umweg über das Neutraer Komitat oder sonst wo machen; diese .3 Gespannschasten mußte er unter Ahndung allenfalls vermeiden. Dieser Zustand dauerte so fort, bis der Landtag 1840 einige Erleichterungen brachte, denn wenn auch nicht das Wohnrecht ward doch das Durchzuasrccht allenfalls gestattet', und unsre Behörden ertheilen auch seitdem den dahin Reisenden Pässe. Doch die königl. Statthalterei, welche seit einiger Zeit rucksichtlich der Inden rctogradc Wege einzuschlagen scheint —- (wie dies deren Ausweisungsdekrete der Juden zu Losoncz im Mogroder Komitate, Mosoez im Thureezer und der in den siebcnbürgischen Bergwerksbezirken, wie cS letzthin die Zeitungen brachtell, zur Genüge errathen lassen) richtete auch hierauf ihr Augenmerk, und es wurde auch in der vorletzten Kongregation ein Reskript der königl. Statthalterei verlesen, worin dieselbe dem hiesigen Komitate es untersagt, nach jenen Gegenden hin Pässe zu ertheilen. Doch Dank dem humanen Sinn unserer l. Stände, und gottlob, daß der Usus menschlicher, zu sein vermag als das Gesetz, denn das E. Konritat protestirte gegen jenes Reskript, und läßt sich auf seinem, ein edles Ziel vor Augen habenden Wege nicht berücken. •- Gegenüber jenen retograden Schritten der königl. Statthalterei und den unglimpflich eu Ausfällen der bereits altersschwachen Pesther Zeitung, welche die gegenwärtige politische Windstille durch umitterliches Tirailliren und Plänkeln zu beleben sucht.., muß dieses wohl gewürdigt werden. Und wenn diejenigen, welche diesen hohen Kongregationsbeschtuß faßten, nicht das eigne edle Bewußtsein lohnt, -wird es gewiß auch dieser unser Dank nicht. — - ■ Nun zum Schlüsse noch die angenehme Mittheilung daß der gewappnete Matchisedck, mit dem wir (Nr.'28 d. Z. d. I. v. I.) einen Strauß zu bestehen hatten, und der in Nr. 301 der Deutschen Allgemeinen Zeitung und noch öfters in andern Blattern seinen Windmühlenkampf fortsetzte, von einer Achtung gebietenden Feder (Graf Karl Zay in Nr. 677 des Pesti Hirlap) zur Ruhe gewiesen wurde. 20Er schwiegen, aber das ,,nn -\m DipDD üHi.Vb TDp rbxn)“ bethätigte sich auch hier; denn die Wahrheit kommt doch immer an den Tag, wo dann Lüge und Böswilligkeit ihr gegenüber verstummen. — S. B — r. Das Streben nach religiösen Reformen in unserer Zeit, mit Beziehung ans das Judenthum. (Fortsetzung.) Ja, als endlich der Neid, Haß, Rachsucht, Prunk, Pracht, Liebe, Hader, Zwist und Feindschaft erzeugte, die bald blutige Kämpfe verursachten, als Herr mit Diener stets wechselte, selbst der Verband in Horden (zu welcher