Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1846)
- Date
- 1846-10-08
- Page
- Seite 324 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeit -’ü'östzordenleben zu rechnen iß): — und die; augenblickliche Wahl eines Anführers im Kriege und Schiedsrichter im Frieden nicht mehr genügte, sondern, (wie hauptsächlich in den-angezogenen Werken erwiesen ward,) — nicht Willkür also die Menschen bewog, sondern Noth dieselben zwang — weil durch die unermeßbare Höhe, zu welchem das Elend, das Ungemach und die Drangsale aller Art gestiegen, den Staatsverein , jenes innigste Band zu knüpfen trieb, das endlich den Mitgliedern erst wahres Eigenthum und Schutz und Sicherheit der Person und dem verschafften Vermögen gewähret, ward auch nicht nur wiederum bei immer mehr erwachsender Sicherheit , und stets mehr, zunehmender Vermehrung des Vermögens, der Standesunterschied hergestellt, ja der frühere freiwillig Dienende, zum Unfreiwilligen, und zuletzt zum Sklaven gemacht, sondern auch in Abetungsdienst trat eine ungeheuere Veränderung ein. Denn nicht genügt es mehr dem Mückssohne blos Günstling, Auserkorner der Götter seiner früheren Bildungsstufen zu sein, sondern seine eigene Gestalt setzte er an die Stelle der Lhiergötter; der Thierdienst wurde daher. Menschendienst; da diese Anbetungswesen aber in menschlicher Gestalt, auch wie sie in ihrer Form und Gestalt den Menschen ähnlich waren, auch in geistiger und gemüthlicher Hinsicht den Menschen ähnlich waren. Was Wunder daher , daß aus diesen Gründen und Ursachen nicht allein der Verfall solcher Religionen sich bei dem Sittenverfalle der Menschen, auch der der Religion der menschlich gestalteten Götter einstellen mußte und die Vernunft von selbst gewahr werden, daß derartigen Wesen der menschlichen Verehrung und Anbetung nicht'der Ursprung des Weltalls, das Regeln und Ordnen desselben beizumeffen sei, vielmehr eine höhere geistige, ehrfurchtschauerliche Ursache dem Weltalle zu Grunde liegen müßte! — Hiernach also nun, was die Geschichte noch bestätige, erweise sich als wahr, was oben angeführt ward, daß die Vernunft von selbst nämlich, durch Erfahrung und Beobachtung geleitet wurde, einzusehen: „es liege eine höhere Ursache, ein geistig höher gestelltes Wesen, als der Mensch, oder sonst irgend ein, durch die Sinne wahrnehmbares Wesen, der Welt zu Grunde, und es nehme von diesem das Weltall seinen Ursprungs, wenn gleich zwar unbedingt nicht in Abrede zu stellen ist, daß auch nicht im Entferntesten nur, bei den größten Weltweisen des ALterthums, die Erhabenheit und Klarheit der Idee, wie sie in der israelitischen Religion dargelegt ist, sich finde, dennoch aber der Vernunft, wie bemerkt, einerseits die Fähigkeit diese Idee zu erfassen, auch ohne Offenbarung nicht gut möchte abzusprechen sein; obschon anderseits eben so wenig geleugnet werden könnte, daß wie Mosche in der hier oben hervorgehobenen Stelle des Pentateuchs, wahrhaft unübertreffbar die Bezeichnung der Gottheit dargegeben, es der Vernunft des Menschen, ohne solchen Wegweiser höchst schwierig geworden wäre, sich auf solche Hohe der Erkenntniß zu erheben. — Verlag von C. L. Fritz sch e. Diesem gemäß aber nun kanm man allerdings Men, daß mit jeglichem Gegenständen, also auch in Religionssachen Reformen Statt finden können, insofern nämlich jene Lehren, Begriffe und Darstellungen der Vernunft entgegenstrebend sein. — In Rücksicht nun aber auf das Wesenhafte, auf welches Mosche die Religion der Israeliten, diese Mutter der Religionen aller gebildeten Völker gründete, so findet sich dieses nicht, wie bereits angezogen in den sogenannten Zehn Geboten, sondern .in der Stelle, wo er angiebt: „er habe den Ewigen, als ihm der Ruf ward, sein Volk vom Sklavenjoche zu^befreien, und aus Egypren nach Palästina zu führen, gefragt:^ „wie ist dein Name, Herr, den. ich den Kindern Israels, wenn sie mich fragen sollten, wie ist der Name Gottes.der dich sendet verkünden müßte, was soll ich ihnen alsdann antworten? da habe, wie er angiebt, der Herr geantwortet: sage ihnen, schickt mich, d. h. Ich werde sein, oder eigentlich: Das Sein schickt mich , und dann sortgefahren: das Eheje ist, d. h. das. Sein, welches das Sein ist, — schickt mich?" — Dieses mosaische Sein ist aber, nicht das so bezeichnete aus dem scholastischen Schlamme herausgeholte, kein Sein Hegel's, sondern es ist die allbewegende und allberegende Kraft des Weltalls. Denn obwohl nur Gewirktes, Bewegtes, Beregtes, aber dies Gewirkte wiederum die Ursache, der Grund eines neuen Gewirkten, Beregten, und dies hier wiederum die Ursache und der Grund.' des neu Gewirkten werden, und so die Ursachen und die Wirkungen ins Unendliche fort sich gestalten, so daß, wie bemerkt, Eins immer die Ursache des Andern sei; so treibe aber zugleich es auch unbeweisbar dahin, gleichsam nach dem Ursprünge aller Ursachen zu forschen. Dies aber unstreitbar von selbst dahin leite, daß da Gewirktes, Bewegtes, Beregtes, nur Wirkendem, Beregendem, Bewegendem zu Grunde liegen könne, überall aber eine unleugbare, Regel-, und Ordnungs-Mäßigkeit in der gesammten Natur, also. Gesetzmäßigkeit wahrgenommen werde , diese nicht dem sogenannten Zufälle zuzuschreiben sei, sondern nothwendig eine Grundursache dem Weltalle zum Ursprünge diene. — Da aber nun Wirkendes auch nicht anderes als Kraft ist, und wo Wirkendes, Bewegendes, kurz Kraft wahrgenommen werde, auch sofort wirken nicht nur muffe, sondern sein Gewirktes auch erscheinbar mache, daher verkLrperliche. — Hieraus leuchtet aber nun von selbst ein, daß die Welt, als Geäußertes Gottes,. dieses Eheje, diese Allkraft, keinen Anfanggenommen, sondern wie ihr Aeußerndes von ewig her sei. — ' ' (Beschluß folgt.) -. Druck von I. H. Nagel.