Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 40 (1.10.1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- Spalte 637-638 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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637 faches und Bekanntes, daß es niederzuschrieben nicht n.Lthig war; der übrige' Tyeil aber Neues enthaltend ist fast durchweg unrichtig". Dies Urtheil würde mit wenigen Worten so lauten: Das Wahre ist nicht neu, und das Neue nicht wahr. — Literarische Analekten. II. - . Eine neue Erklärung über die Bedeutung des Opferritus des sogenannten rbnwü (hircus emissarius) und des Wortes ^1)?. (Schluß.) Im II. B S.547 heißt es: „die mythisirte Landes geschichte bildet die Grundlage des Festcyclus ff." „Darauf am 17. des Monats Tyli d. i. am 2. Januar ward die dcp&s ’loidog h $0Lvi'K7]g ge feiere, weil man auf die Opferkuchen das Bild eines gebundnen Flußpferdes (Thier und Symbol des Tophon) setzte. Am U. Tybi d. i. am 6. Januar folgte die evQEGis ff. bie @onne geht auswärts, Isis hat den Phallus wieder gestiftet." Ferner N B. S. 550. „Das zweite Fest, dem viele tausende beiwohnten, ist .das schon oben besprochne (228) JsiSfest zu Busiris d. i. Grab des Osiris, bezog sich auf den Tod dieses Gottes dessen Glieder Isis hier in einem hölzernen Stier aufbewahrt hatte. " Aus den beigebrachten Stellen, die sich noch mit sehr vielen andern vermehren ließen, geht hervor, wie man in Egypten die Göttin Isis auffaßte, zu deren Ehren die wichtigsten und heiligsten Feste und Opfer gefeiert und dargebracht wurden. Gehen wir nun zur Erklärung unseres Gegenstandes über. Es kann wohl als auffallend erscheinen, warum an diesem hohen Festtage, den die Schrift mit bezeichnet, dem Gesammtisrael keine symbolische Handlung vorgeführt wurde, die mit dessen Hauptaufgabe: dem Götzendienste und'Heidenthume zu entsagen und entgegenzutreten, im Zusammenhänge stand: im und nach dem Geiste der heiligen Schrift wäre das wohl zu erwarten gewesen. Allein nach der hier folgenden Erklärung ttf allerdings eine solche symbolische Handlung vorhanden gewesen. Nach 3. B. M. 16, 7. 8 mußte der Hohepriester' Ahron zwei Böcke nehmen, mit denselben loosen pU biNfyb nnN bT.i) n"b "iriN und m. V. 10 heißt es: -PM.-U rby -n vd1) ti noyr biwyb Vim rby rf?y nw rpcnon bwyb Offenbar traten uns in diesem Opferritus zwei hervorragende in die Augen fallende Momente entgegen. In dem Verfahren mit dem bestimmten Bocke verläuft der ganze Ritus in feiner alten Gewöhnlichkeit und trägt also, da der Opferkulrus überhaupt ein wesentliches Moment m der mosaischen Lehre bildet, einen positiven Charakter an sich, während das Verfahren mit dem 638 bestimmten Bocke, mit welchem gar keine bei allen Opfern gewöhnliche Verfahrungsweise als da sind: Schlachten, BlutsprenKkn u. s. w. .vorgenommen, wurde, welcher sogar aus' dem Heiligthume entfernt und in eine von Menschen unbewohnten Gegend geschafft wurde, auf eine Negation, auf etwas, was aus Israels Mitte weggeschafft, werden solle, hinzudeuten scheine. Nach, den aus Bars Symbolik angesührten Stellen haben wir die Isis als Göttin der fruchtbaren Erde aufgefaßt gesehen. Das Wort ^NTy bedeutet nach meinem Dafürhalten nicht anders als ober - Isis *), Isis Göttin, und wir hätten eine vollkommen im Geiste des Mosaismus liegende symbolische Handlung, die auf eine vollständige Desavuirung und Negation der in Egypten so weit verbreiteten und gewiß auch bei den Israeliten tief -eingewurzelten Isisverehrung. Denn die Ausweisung und Wegschaffung des ^NTyb bestimmten Bockes war nichts anders als eine symbolische Handlung, durch welche ausgedrückt werden sollte, daß der Jsisdienst — als Repräsentant des Götzendienstes überhaupt — aus Israels Mitte entfernt und weggeschafft werden müsse. Weil aber die Isis in ihrer höchsten göttlichen Potenz als Göttin der fruchtbaren Erde angeschaut wurde, so sollte, um eben diese höchste Potenz in und an ihr zu negiren, der ihr geweihte Bock in die Wüste rnD"l£n (V. 10) oder in ein ödes Land,-,-M pN (V. 22) geschickt werden. Nach dieser Auffassung wird auch klar, warn in der ^ty^ bestimmte Bock, so lange -der Hohepriester das Sündenbekenntniß, unter welchem gewiß der Abgötterei Macht wurde, über denselben nicht ausgesprochen hatte,, in (gleicher Kategorie mit dem )j'b bestimmten stand und^nach der Tradition in allen Stücken gleich sein sollten (Joma 62 u), weil die Entfernung, und Beseitigung der Abgötterei, was durch den bltttyb bestimmten Bock symbolisirt wurde, von gleichem religiösen Werthe war als das Verfahren mit dem rfb bestimmten, wo der positive Ausdruck des Opfers *) Daß uns bei derartigen Forschungen die recipirten Vokale nicht hinderlich sein können, namentlich bei einem dem Sinne und der Bedeutung nach so dunklem Worte ist für jeden Unbefangenen klar. Schon nach der Ansicht des Elias Levita, welchem namhafte jüdische und christliche Gelehrte bestimmen, ist die Vokalisirung des Schrifttextes ein Produkt der spätern Zeit , wo die Quelle der Tradition sogar schon trübe fließen mochte. Das n nach dem ersten i kann durch eine Metathese seinen Platz erhalten haben, sollte aber heißen btt ny1? (wie etwa in spätern Schriften oder etwa UNiy1? wo das letzte Ales ausgefallen -wäre. Ist diese meine Erklärung richtig, so hätten wir in diesem Festritus eine Institution, die uralt und gewiß mit den ersten Anfängen des Judentums zusammenhängt, was ein Gewinnend Verdienst für und um die heilige Schrift wäre, da sie der zerreißenden und zerfressenden Kritik der Neuern, die die heilige Schrift sowohl in Werth als in der Zeit herabschen, entgegentrete. Man vergleiche übrigens Midrasch Jalkut §. 44 beginnend ’l HN l'Toljn itac?, und Midrasch Jalkut §♦ 241 wo es heißt bw IW Nliy rrnD qnao. Offenbar ist tt^y — Isis. Studien. Literarische Analekten. Asasel,