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Der Orient · 1846-10-01 · 40 (1.10.1846) · p. Spalte 635-636

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
40 (1.10.1846)
Date
1846-10-01
Page
Spalte 635-636 (sequence 6)
Language
German
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636 635 Studien. Biographische Skizzen. befand er sich im Jahre 1651 inicEjt .mefjr 'in■■ IQSfCna $ denn er erklärt in seinem Werke Bet Hillel Kap 218 ein Verbot der dortigen -Gemeinde, am Lage vor Neujahr Fische zu kaufen, zwar für gütig und rechtskräftig; allein er meint, die specielle Bezeichnung des Verbotes gegen diesschon im Kasten vorräthigen, für überflüssig gewesen. Hätte er zu jener Zeit, seiner Aufenthalt in Wilna noch gehabt, er würde dies fpe- Lielle Verbieten verhindert, und nicht erst post factum ge? rügt haben. — Wenn wir den ron ihm gewissen Personen beigelegten Titel „Mori Werabbi" wortgetreu annehmen; so hat er der Lehrer Mehre gegabt; denn er benennt so seinen Onkel/ den R. Jehoschua, Rabbiner in Krakau (Bet Hillel Kap. 84. sig. 4; Kap. 199 sig. 2), den R. Mosche, Rabb. in Wilna, Verfasser des Chelkat Mechokek (»did. Kap. 243 sign. 5)' und endlich R. Hirsch Darschan aus Brisk (Ibid. Kap. 84. sign. 4). In Brisk hat er als Student einige Zeit geweilt, und wahrscheinlich unter Leitung des letztgenannten R. Hirsch sich des Talmuds befleißigt; denn er erzählt : Bet Hillel Kap. 8. sign. 1. 'yy 'DT,n 'D'3- HCT 2~\n. VYoym * 4 -Nö’ih ponn p"p3 wßTpm D'nw V't TWIÖ fNUY Jbid. Kap. 133. sign. 2. pON3 pp3 '»Dnin ^3. Nachdem er mehre Rabbinatsstellen in Litthauen bekleidet, und einen bedeutenden Namen sich gemacht hatte, ward er als Ober-Rabbiner nach Hamburg berufen,, woselbst er längere -) Zeit gelebt haben mußweil er gar viele Anfragen, die dort vor ihn gekommen, in seinem Werke anführt. — Man könnte vielleicht geneigt sein, folgende Worte (Bet Hillel Kap. 300. sign. 1) .'>£'>3 inytDt^ iHnD **ni .N-bDöjriD p"p3 'n tot ,t 'w. -wm h"t?bns)J, auf seine Anwesenheit irr Hamburg zu beziehen, woselbst er von dem frommen R. Naftali in der unfern belegenen Stadt Prenzlau gehört habe; allein es ist einerseits unter nicht Prenzlau in , der Uckermark zu verstehen, andererseits kann R. Hillel nicht in seiner Zugend, wie doch das 'D'2 aussagt, nach Hamburg berufen worden sein, wie aus folgender Bemerkung hervorgeht (Ibid. Zore Dea Kap. 201. sign. 1) p p)r)0 nnon p"p3 , D'W HDD Dil T2N DW 'W.3c53 51!3dk3? . . . nwpb. 'b .nyni , nr no^ny n 'Jp: det ^n'npm wn psV.Töri p"p r&un p wap mm 4 ' * HMHiO )pp1 JHDOT ppb l'jeav« war also 1656 im Alter von 56 Jahren noch nicht Rabb. in Hamburg. — Er kehrte wieder in sein Vaterland Lithauen. zurück, und starb 75 Jahr alt, am 22. Lebet 435 (1575) als Rabbiner von Zolkiew. 279, im 39 Hagah des Sohnes: pDO""'npDW rwn? 33U3..vfisbp posii NÄ’irppa ma,nwp jr^r. ■■ 2) Als Kuriosum kann angeführt werden, daß er von der schon damals nach Hamburg zum Verkauf gebrachten Bielefelder Leinwand spricht''(Bet Hilel I. D. Kapp 202) , die nicht aus Leinen, sondern aus Hanf bereitet sei, weil um Bielefeld Hanf wachse. ' Er hat der Werke mehre verfaßt, auch den Wunsch diese zu veröffentlichen besonders in der letzten Zeit seines'Lebens gehegt; allein einige sind gar nicht gedruckt, andere erst nach seinem Tode von seinem geistreichen Sohne, Mosche, der noch nicht 30 Jahre alt schon Rabbiner in Kempen gewesen, in Dyhernfurt 1691 herausgegeben worden. . Der von. ihm verfaßte Kommentar Bet Hillel zum Pentateuch blieb ungedruckt, und von dem Kommentar zu allen vier Theilem des Schulchan Aruch wurde nur der zum Jore Dea ganz und der zum Eben Ha-Esoc theilweise unter dem Namen Bet Hilel zusammen von genanntem^ Sohne veröffentlicht und mit Zusätzen , sogenannten Hagahot versehen. Er bezieht sich in den zweien in Einem Bande herausgegebenen Kommentaren 3) öfters auf die ungedruckten Werke, und möchte wohl deren Veröffentlichung nicht, nur gewünscht , sondern auch, erwartet haben. Aus seinen Werken geht hervor, daß er den Rabbiner Efraim zu Ofm (Bet Hilel I. D. Kap. 33, sign. 1), trenn auch nur dem Namen nach kennt, nicht aber dessen Werk □ ■“ON — Ferner, daß die Juden in Litthauen unbedeckten Hauptes und in den Zimmern, in welchen a.uf dem Tische ein Krucisix stand, schwören mußten (Bet Hilel I. D, Kap. 157. sign. 3)., weshalb die Gemeinde zu Wilna beim Tribunal durch eine Abgabe von 100 Thlr. jährlich sich von dieser Eidesableistung zu befreien suchten. — Endlich, erzählt er uns (Bet Hllel I. D. Kap. 243, sign. 5), über die zu Joseph Kolon's Zeiten. gebräuchliche Lehrweise Folgendes. „Von meinem Lehrer, dem R..Mosche, Verfasser des Chelkat Mechokek, hörte ich, daßzur Zeit des R. Josef,Kolon der Studienlehrer ein halbes Jahr lang.den Talmud ohne den Kommentar Tosesot vortrug, bis alle Schüler das Vorgetragene genau in sich ausgenommen hatten, daß dieser dann im nächsten Semester das Vorgetragene und bereits Erlernte nochmals und zwar mit dem Kommentar Tosesot sorgfältig durchging, und daß dieser Zeit des „Wiederhölens Tosesot-Semester" genannt wurde".' , R. Hilel gehört zu den Rigorosen, und neigt sich stets zu den Erschwerenden in den. religiösen Observanzen hm, besaß mehr Gelehrsamkeit als Scharfsinn, war mehr sammelnd und verarbeitend als selbstschöpferisch, und wird nicht ganz mit Unrecht von dem scharfsinnigen R. Chiskija de Silva (im N3 p d ,:pV '»D(. jnriNonüjip n]n mv pin ns) folgendermaßen angegriffen. „Dies Werk Bet Hillel kann, fast ganz bei Seite gelegt werden; denn ein großer Theil des dort Mitgetheilten ist überflüssig, und enthält so Ein- 3) Siehe Bet Hilel.Eben ha-EserKap. 34. §. 1, woselbst er den Kommentar zum Pentateuch: rv>3 nDD P)/D3 V'p H3DD 'dvd bpi ’ntrm hd :nw; wm minn bp bb'n "innom p pn; öSr -n 3k^nVn3;p^Tp Bet Hilel I. D. Kap. 297. sign. 2, woselbst er den Kommentar zum Orach Chajim, und Kap.. 16. sign.' 2, woselbst er den Kommentar zum Choschen Ha-Mischpat anführt. .

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