Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 40 (1.10.1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- Spalte 627-628 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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627 Kurze Anzeigen. — Urkunden zur Geschichte der Juden in Böhmen. 628 die Luzzato'schen Anmerkungen',.nachdem ich sie ihm gegeben, im Originale mitgetheilt, während der Orient sie nur in einer Uebertragung geben konnte. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir den Wunsch auszusprechen, daß Hr. S. Deutsch in Wien aus dem merkwürdigen hebräischen Kodex, dessen nähere Beschreibung unlängst in diesem Blatte gegeben ist, das Lied über Hüji Gaon, das wahrscheinlich kein anderes als Jbn G'ebirols Trauerlied auf denselben ist, hier mittheilen möge. ' 44) Beiträge zu einer Geschichte der Schulen und der Kultur unter den Juden. Von der Rückkehr aus dem babylonischen Exil bis zum Schlüsse des Talmudes. Von - Dan. E hr mann (Rabbiner zu Hohenems). Prag, 1846, 8. M. I. Landau. .Hr. E. hat im LB. d. Or. 1842 (N. 18 u. 19) einen Aufsatz über denselben Gegenstand in der biblischen Periode gegeben, und diese hier erschienerun Beiträge, die auch für das LB. eingesandt waren und wegen mancherlei Umstände nicht ausgenommen werden konnten, bilden die Fortsetzung desselben. Der Vers, behandelt hier! "'s) die Kinder- und Volksschulen; b) die höhern Anstalten, Gelehrtenschulen, Akademien; cj Kulturgeschichte im Allgemeinen, während der erwähnten Periode. Das Gebiet der Kulturgeschichte liegt noch so brach und ünbebauet, daß man mit Dank jede Gabe hinnehmen muß; indeß hätten wir doch die Arbeit, selbst als Anfang, besser gewünscht, wenn sie als ein Stein zum Anbau dieses Th eil es der Geschichte beachtet werden soll. Schon Ln den Schriften von H i r sch C h a j e s, in Toude 'be-'Zisrael, Bet Jehuda und Schorosche Lebanon liegt mehr Material gesammelt, und die alten Geschichten (Antiquiläten) 'des Josefus sind fast gar nicht benutzt; dem ohngeachtet können wir es empfehlen. Der.Historiker wird wohl darin-manches Kernlein finden, das ihm bei der Zerstreutheit des Materials entgehen könnte. Beansprucht ja der Vers, kein anderes Verdienst, als andere tüchtige Männer für diesen Gegenstand anzuregen! Die Sprache ist nicht korrekt und an Druckfehlern ist das Schriftchen noch reicher als der „Orient." Urkunde« ■ zur ' älter« Geschichte der Juden in Böhmen. Durch die Güte des Hrn. Dr. Wessely in Prag erhielt ich die hier folgenden Urkunden über die Geschichte der Juden in Eg er, und ich theile sie um so lieber mit, als das Schicksal der Judengemeinden in dieser Stadt unter allen Gemeinden Böhmens das blutigste und tragischste war. Zweimal sind die Juden Eger's fanatisch hingemordet worden und seit Jahrh. wohnt kein Jude mehr da. Noch bis auf diese Stunde steht dort die Synagoge, die zu einer Kirche geworden und wir besitzen noch Abschriften von Leichenstemen. Hier die Urkunden: : Ich Thomas Schrötel purger zu Eg er vnd mein elich wirtinn vnd alle vnser erben wir offenbaren mit bekenntniffe des briefes allen.den die In sehen oder Heren lesen, wann die drey Judenmaister zu Eger der Hesckya, Lebelange vnd Slanel von irn vnd^der ganczen gemein der Juden zu Eger wegen -durch die mavrwende des zwischen vnser Hofereit sein vnd irm selhofe bei irem tanzhaüs die . halb ir sein, haben durch vnßr beten willen erlaubet daz wir zwey Fenster-licht auz iren benannten selhofe In vnße gemach haben füllen mit irn gunsten alle die weil und sie uns dos wellen gestaten. Hirumb geloben wir mit bewarunge des Briefes wider, daz wir noch vnser Nachkommen In von denselben fensterlichtern auz vnße gemachen mit schütten, giezsen noch werfen noch in keiner weise keinerlei) vberlist noch beschädigunge tun füllen, vnd wenne die vorgenannten Judenmaister oder ir nachkomen von irn oder irn - gemein wegen oder wer des Hofes vnd.der mawrwende wirt sein gewaldig vns der licht vnd fenster in vnßn gemach nicht mer wellen lassen noch günnen, So sollen wir oder vnser Nachkommen, die danne vnser haws vnd Hofreite werden besizen vnd innehaben, dieselben czwoy fensterlicht wieder abetun vnd vermachen, on alle ir schien vnuerzogenlich vnd des czu stetikeit haben die ersamen vnd wessen Francz Johel vnd Niclas der Junge Gumvauer, czu der zeit Rathherren czu Eger durch vnsere der obenbenannten Thomas Schretls vnd der Judenmaister fleissigen pake willen czu recht geczeugnisse in on schaden vnd von entkelt ir Jnsigel gehangen an den brief der geben ist do man czalt nach Cristes gebürte virczehnhundert Jar darnach in dem zehenden Jahr am Donnerstage in der Pflngstwochen. Pergamentbrief mit 2 anhangen Jnsiegeln im . egerer Stadtarchiv. Ich Rehel Jüdin di zeit zu Eger, 'Bekenne offenlich an disem brife vor allen den, die In sehen aber hören lesen, also alsdan vnser Herr der kunig die von Eger begnadet hat, also daz zu disen Zeiten kein Jude bei In wohnhaft seyn soll, vnd daz auch alle Judenhewser zu Eger vnd auch vnser Schule vnd freythof der Star zu Nutz bleiben, vnd vns der verzeihen sollen, vnd als dann darkegn vnßr Hrn von Eger vns Juden die besundere genod getan vnd vnser Iden eine halsten teil ' des geldes darvmb daz haws vkauft ist geben haben, vnd also als ich dann auch ein haws in Eger Hab gehabt dorvmb sy mir vmb meinen halben teil ein genüge vnd außrichttmg gethan haben des ich In dann gütlichen Dancke, So haben wir Juden In auch alle vnser begnadigung vnd vnd freiheitbrref geantbert, in welcher moß die gewesen sind vnd. ob als brif Vorhalten vnd in kurze aber lange geweist würden die wider die benannten Hern von Eger weren in welcherlei meynung die weren begriffet von begnadung vnd Freyheit wegen , die füllen alle ab vnd tob fein vnd verzeihe mich der aller für mich vnd mein Erben levterlich vnd ganz nnv gar also daz die nymer mer kein craft getzaben, noch der gebrauchen sollen, noch mögen, und gerede auch in craft dis Briefs, daß ich all