Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 39 (24.9.1846)
- Date
- 1846-09-24
- Page
- Spalte 613-614 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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613 Studien. Morgenländische Sagen über Kain und Abel. und die Gemeindekorrespondenz besorgt hatte, der jedoch als Rabbinererst einige Jahre später,.als er aus der Stadt ziehen wollte, ausgenommen, und als Solcher in-Sold gesetzt worden war. R. Meir urtheilte gegen den Rabbiner, weil die jetzt bestimmte Besoldung nicht auf frühere Zeit zurückwirken könne, und für die Gemeinde, obschon das Wohl eines Amtsgenossen ihm am Herzen gelegen. Seiner Sanftmut!) gemäß handhabt er auch das rituelle Gesetz nicht so streng, und stimmt dem R. David Vital (Gutachten 38) in "der Erklärung der Unbrauchbarkeit der Badehäuser nicht bei, beruhigt ferner einen Mann (Gutachten 72) der wegen ausgebrochenen Krieges zwischen Venedig und der Türkei sein Gelübde nach Jerusalem zu pilgern nicht erfüllen konnte,- und beschwichtigt eine Gemeinde (Gutachten. 69), die ob des auf ihr lastenden Bannfluches, der von einem srühern verfolgten und deshalb die Stadt verlassenden Rabbiner gegen sie ausgestoßen worden, und so viel Leid und Unglück über das jüngstverstorbene Geschlecht gebracht, hatte, in der peinlichsten Furcht und Angst lebte. Er ist sogar dermaßen tolerant, daß er die römisch-heidnischen und jetzt christlichen Monatsnamen in seinen Gutachten (49, 72) anzuführen, und bei der Unterschrift (38) zu setzen, sich nicht scheuet, eine Toleranz, die manchen Kabbalisten in Harnisch jagen konnte. Sein Schwager war R. Josef Minz (Gutachten 9) und sein Sohn R: Samuel Jehuda (Jsserles Gutachten 70) Rabbiner zu Venedig, der 1521 geboren und 1597 gestorben sein soll (et'. Gans, Jechiel). . . Frankel. Notiz. Worin unterscheiden sich die übrigen morgenländischen Schriftsteller bezüglich der Erzählung von Kain und Abel von dm.jüdischen und tu welchen Punkten stimmen sie überein? Das vierte Kapitel des ersten Buches Mosis V. 1. 17 bringt die Geschichte beider Brüder, und ebenso das Gesetzbuch der Moslemen, Sure V. Dort finden wir die Unterhaltung: „Erzähle ihnen die Geschichte von den zwei Söhnen Adams in Wahrheit. Als sie darbrachten das Opfer und es von dem einen angenommen wurde und nicht angenommen wurde von dem andern, sprach dieser: sicher werde ich dich umbringen. Jener sprach: Gott nimmt nur von den Frommen an. Wenn du ausstreckst deine Hand, mich umzubringen, nicht werde ich meine Hand gegen dich ausstrecken, um dich umzubringen. Ich fürchte Gott, den Herrn aller Geschöpfe; ich wünsche, daß du meine und deine Ungerechtigkeit tragest rc. Geiger in seiner Schrift „Was hat Mohammed re." sagt p. 103: Muhammed läßt sie eine Unterredung halten vor dem Morde, ganz in dem Sinne, wie es im jeru- 614 salemischen Targum, gewöhnlich genannt Pseudo-Jonathan, geschieht, auf Veranlassung der Worte 1 M. 48 „es sprach Kain zu seinem Bruder Abel. Jedoch ist der Inhalt der Unterredung zu verschieden, als daß wir hier beide Stellen zu einer nähern Vergleichung für tauglich halten könnten". Geiger hätte nur bemerken sollen, daß schon Sale, dem er so manches zu verdanken hat, ohne ihn zu nennen, darauf in den Roten aufmerksam gemacht hat; auch Wahl sagt in den Roten: In ähnlicher Art wird das Gespräch zwischen den beiden Brüdern schon im jerusalemischen Targum und in dem des Jonathan Ben Usiel gefunden. Doch verhält sich die Sache bei genauer Forschung nicht so. Im Koran geschieht von der Unterredung beider Brüder über die Art und Weise der Vorsehung keine Meldung, nur daß Abel dem Kain seine Ungerechtigkeit vorwirft und die nicht ausbleibende Strafe Gottes vorhält. Anders aber wird dies in den Targumr'm beschrieben. Dort heißt es: 3Mi Niib pmn p13.11 nh’n mmn bs.i 31b pp idni njn tonDD bsnb ioni pp yy N33b jurnn ipsj “3 33113 Nurpa pi3iy ’3’33 Nb b3N Noby ’33nN pDnisi 'J33pi -p3ip bnp3N HD b°?.13 ]D NJH3 3’N )'3N 3001 nnnN porro pp* idni b33 yy Niyi3 bopoN Nb yo NJ>33 3'b PDN 3001 333D NM p30 pi3iy '3'231 Noby b3p3N 13'lb pOip 13'313 p30 >33iy '3'2 11.33 byi 3'bi j"3 3'^>1 pi 3'b b33b 313Ni pp yy '333p Niyi3 . 113 NyiSlob 3’bl pp'lüb 30 3JN JO’ob 3’bl |33N oby Dby rPNi pn n'Ni pi 3'n ppb idni t>33 yy N>yn73 jd Njnsoob nwi N’pnsb 32 ijn jo-d1? nso |33N '33N by p’SJnD 113 pbN3 N’i3.inD pD'y byi N’y’tsn : 3'bllpl 3'3L!33 NJ3N y301 MMN b33 by I'P Lp! N33 In dem jedenfalls sehr alten -ityM 'd wird über die Unterredung Kains und Adels also berichtet: 3yn bnm 13133N onini 33iy. pp Mi 33573 D3uc7 M'i p3N3 pp «733 357N 357'333 D.pD by JNS3 313yi UNS 1'3N -33 bN pp tff.'l’l 313 3333 by 31ND ppb 33'1 3Ub 13NS) 33N 3N3 '3 ~jbl ’b 313 1’Jn 3!3N'l. 131333 1'bN 30N3 1'3N j'p 3N b33 2.1 jyi 'L3N bo3 myibl 33yi 030S 3N 573lbl ’JNS '33 3N b3N3 357N -]bl’b 30 3N1 D'32 3N nbw 3573b 357N ’JNS 3DS 3N?byD 303 DJ 3M 3333 NN 3S7y0 3L'N3 '3’1 oboN 3S7N .03573 bDIN DN D’Ot73 SpyN IN 3313N 357N3 -pTlNO NSN ’DJN “03 t7p3' '13 Dl'3 131N '3J33 DN obl b23 bN pp 313N3 NM p3N3 ODIN 3!V]) 357N O’.lbN N'b.3 b33 M'I 'JDO 'J3'133 DN "JOND '03 3N 57p3' NMl 'OOpj' 3N Dipj' 13yi3 3y3 BflNb 3’57D3 NM! P'33 N131 031573 NM '3 ’3 ’JD'On 303 DN 33yi pN3 357y 357N 10y5733 yl731 357N 3y33 by ]31N 01357'! 1'3300 -31' O'.lbN Nb3 313 ■ ' ■ 5 D1’3 ’b 3)67yb 3333 Aus den Worten des Korans geht ferner hervor, daß Abel wohl stark genug gewesen wäre, um den Bruder zu bekämpfen; er wollte es aber aus Gottesfurcht nicht. So meldet auch wirklich Beidhawi, daß er der stärkere gewesen, und leicht den Kain hätte tödten können. 39*;