Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 39 (24.9.1846)
- Date
- 1846-09-24
- Page
- Spalte 611-612 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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611 Studien. R. Meir Katzenellenbogen. Berichte (Gutachte» 51) mia.S D'OW p jpt oSy pxv, der Bericht aber, und um viel weniger die Antwort darauf, kann nicht vor ddV^ r. vor 1562, der in demselben vorkommenden Jahreszahl, abgefaßt sein; also muß R. Meir um's Jahr ins“) 1482 das Licht erblickt haben. ... Seine Gutachten, 90 an der Zahl, gab er mit den Gutachten des R. Juda Minz, des'Großvaters seiner Frau, wahrscheinlich im spätesten Alter und in Venedig heraus; denn Mose ben Secharja Cohen aus Corfu sagt in dem Einleitungsgedichte , Dp 'W'tid tin) nriN "wt.Wd , , .DWDN , Üp? mn D)plD N^il wn.bp nhm , nOiorn hy" *pjpi nny nn .D^Ipin.tßf^N Njn) , ly iDy , TM UDTO und scheint wenn auch wir einmal etwas Gewagtes aufstellen wollen, mit dem DMftKM anzudeuten, daß R. Meir-damals und also 85 Jahre alt gewesen, welche Muthmaßung aber R. Meirs Todesjahr noch weiter hinausrücken würde, etwa bis gegen 1570. Dieser Mose ben Secharja Cohen steht unter einer Bekanntmachung des Rabbinats zu Venedig (tm 56. Gutachten bei Jsserles) unterzeichnet, wohnte also in dieser Stadt, und wird wahrscheinlich, wenn er nicht gar der Drucker gewesen, wie es den Anschein hat, genanntes Gedicht dem in Venedig behufs des Druckes anwesendem R. Meir zugestellt haben. — Vor der Edition dieser Gutachten, und zwar schon im Jahre fw d. i. 1550, gab R. Meir in Gemeinschaft mit einem. christlichen Buchdrucker cf. Jsserles Gutachten 9 rc.) Maimuni's Jad ha-Chasaka sehr korrekt heraus. Allein ein anderer reicher christlicher Buchdrucker feindlich gesinnt, weil R. Meir nicht mit ihm Gemeinschaft geschlossen, und Neid hegend auf die Herausgeber und deren Erwerb, edirte gleichfalls den Maimunk, und setzte den'Preis eines jeden Bandes seiner Edition um Einen Gulden herab. R. Meir fürchtete seine Ausgabe nicht verkaufen zu können, und schrieb deshalb an die ihm befreundeten Rabbiner, sogar an R. Mose Jsserles nach Krakau, den Ankauf des Nachdruckes mit Bann und Fluch zu verbieten, welchem Wunsche die Rabbiner um so eher nachzukommen suchten, als der Nachdruck sehr inkorrekt und fehlerhaft war. Interessant ist das Gutachten von Jsserles hierüber, weil Jsserles darin sich selber übertroffen, und einmal recht logisch disponirt hat. R. Meir schreibt hebräisch recht gut und fließend, und weiß recht eindringlich zu Herzen zu reden, so er nur bei gehöriger Muse Lust und guten Willen hat, welches bessere Hebräisch, das in einer passenden Anwendung der Bibelverse besteht und das den naiven Bibelton wiedergiebt, unter Andrem im 25. 28. 29. 40. 48. und 69. Gutachten zu lesen ist. Er erhielt Anfragen aus großer Ferne und von dem berühmten Arzte und Gelehrten Obadja Sforno (Gutachten 48, 49), von R. Mose Alaschkar, Rabb. zu Jerusalem (Gutachten 29), von R. Mose Jsserles, von R. Nathan Eger, von R. Josef ben Mordechai Gerson Kohen, Rabb. zu Krakau, Vf.'s der Tschubot Scheerit Josef u. a. m^ Dieser Letztere bringt in seinem so eben genanntem Werke (Gutachten 1) eine von un- 618 serem Meir erhaltene Antwort, die für die jüdische Geschichte nicht ohne Bedeutung ist. Sie lautet: . VlD pkin pV 3'WH pjjo o , nny nyV inya Vy -|1ddV iw hnhsd -vno onDon iD-itwt» nya nw VS , nfya i*na uw PiDVnn , -nnVnn noS xVty *)U wpa tyiV runoa nr.w p' Hy nfya lsaty lxaoty aSDl. Hierüber lesen wir bei Gans: hn'Vö'n px Vaa D’xüiajn nmin Va ©iw N'"ly rütia; doch schon mehr bei Äechiel, der im nnna paO folgendes berichtet: nsp r©D lüJID lX’Vl’ 5,1'Na (1Ü54) N'"l7 x">a ©awi n'a.ix 'mp a.v i^yv la'ao© pma rwDaai mm enina xypaav, tV rfa dv ’ona xvin njwi ~Sa\x baa pi'oatw rwpjxai. Es ist dies Julius I!l. mit dem Beinamen del Monte, ber 1550 Pabst geworden und einer der lüderlichsten'Menschm gewesen sein soll. Er hat in seiner Frechheit seinen Liebling, den sechszehnjährigen Affenwärter seines Hauses, zum Kardinal erhoben, und den ihn drob fragenden Kardmälen die naive Gegenfrage gestellt, was sie denn an ihm Gutes gefunden, daß sie ihn an die Spitze gestellt? Er starb zur Freude aller Bessergesinnten 1555 und regierte also nur 5 Jahre. — Auch erfahren wir durch unfern Meir (Gutachten 78), daßinKandia die Haftara Jona am Versöhnungstage griechisch vorgelesen, und nur die drei ersten Verse davon und drei Verse aus Micha hebräisch, das Uebrige aus Micha aber wieder griechisch vorgetragen wurde*). Ferner ersehen wir aus dem 86. Gutachten unsers Autors, daß in Venedig die Pesth gewüthet, und Viele zur Flucht aus der Stadt bewogey hat; doch die Zeit ist nicht angegeben. Unter vielen großen Rabbinern seiner und der spätem Zeit zeichnet sich R. Meir durch Sanftmmh und Versöhnlichkeit aus, so daß er sein Möglichstes zur Stiftung des Friedens aufbot (Gutachten 29), und auch Andere zur Vermittelung bewegte. -Doch wußte er mit Nachdruck den unschuldig Verfolgten zu schützen, und trat frei und kühn für den berühmten R. Man in Präg auf, der wegen ausgesprochenen Tadels gegen eine in Prag vorgekommene Scheidung als exkommunicirt betrachtet wurde; denn R. Meir wies durch Zeugenaufnahme und mit vieler Gelehrsamkeit nach, daß der Tadel dieses R Man begründet, weil die Scheidung wirklich nicht gesetzlich vollzogen (Jsserles Gutachten 55—60) worden. Ihm erfolgte bald die Beipflichtung anderer Rabbiner. Auch hatte er einen heftigen Kampf mit einem van ihm in den Bann gelegtem Arzte zu bestehen , der charakterlos bald zu den Juden bald zu den Christen sich gewendet, und fand die gesuchte Unterstützung bei den größten Rabbinm seiner Zeit (Jsserles Gutachten 51 und 52). Als -ein gerechter Mann zeigt er sich gegen die Gemeinde zu Otranto (Gutachten-40), die wegen früheren Gehaltes von ihrem Rabbiner verklagt wurde, der zwar schon immer.gepredigt, Jünglinge unterrichtet, rituelle Anfragen entschieden, Rechtssachen geschlichtet, *) Zunz: G« V. 4t3, Anm. a schreibt irrthümlich, die Hastara, also die ganze, sei neugriechisch vorgetragen.