Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1846)
- Date
- 1846-09-24
- Page
- Seite 303 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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303 nehmen, nö abt* nw onNi noritab ind' ddtoh? Mit n^yn-!?ni 2L7 föiuim sich Männer, die im Amte stehen, nicht gut entschuldigen, und eS Läßt sich doch wohl erwarten, daß jede Gemeinde, ihrem Rabbiner nicht nur die Bewilligung zur Thcitnahme, sondern gewiß auch alle Kosten gern tragen , werde. Warschau, Krakau, Brody, Lemberg werden auch wohl Theologen , schicken. Es wäre rathsam, die Anmeldungszeit noch viel weiter hinausschieben. — Deutschland. Posen, 8. Sptbr. Zu der anr 1. d. M. vom Centralverein zur Kolonisation der Juden in der Provinz Posen anberanmten Generalversammlung, zu welcher alle die dahin beigetretenen Korporationen, Filialvereine und Privatpersonen aus der hiesigen Provinz vermittelst einer Klirrende eingeladen waren, falld.cn sich mit den Mitgliedern des CentralveremS gegen vierzig Depntirte ein, nachdem die nicht vertretenen Theilnehmer der Entschließung der Majorität der Anwesenden beizutreten, vermittelst der Jnsinuationsscheine erklärt haben. Der Zweck der Generalversammlung wurde vom Vorsitzenden dahin angegeben, daß die Theilnehmer die Statuten prüfen und eventuell vollziehen, daß sie als Verein sich konstitniren, mit behufs deS Ländererwerbes die Korporationsrechte zu erlangen, und daß sie endlich sich einen. neuen-.Vorstand geben sollen, da der bisherige zwar ursprüngliche beschlossen, bis nach Gründung der ersten Kolonie in Wirksamkeit zu bleiben, weil er keine frühere Gelegenheit zur wirklichen Konstituirnng erreichen zn können glaubte, bis der Anfang gemacht sein würde, nun aber ohnehin eine Versammlung nothwendig war, glaubte er, cs den Mitgliedern auheimgeben zu müssen, sich selbst einen Vorstand zu wählen, wenn er nicht eigenmächtig, sich eine Gewalt anmaßen wolle. Nachdem nun die Statuten verlesen wurden, wurde über jeden einzelnen Paragraph für und wider gesprochen, und nach langer höchst interessanter Debatte doch die ursprüngliche Fassung der Stutnten beliebt, mit einer nur geringen Modifikation. Es lautete nämlich ein Paragraph, daß bei gleichberechtigten Meldungen, wenn nämlich die Individuen vermöge ihrer persönlichen Eigenschaften gleiche Ansprüche haben, die Mitglieder derjenigen .Gemeinde mehr Berücksichtigung finden, die dem ' Vereine beigetreten ist, oder nach Verhältnis der ehemals voll ihr gezahlten Rekrntensteuer einen größer» Beitrag leistet. Man war zwar i'lber die Billigkeit des Statuts einig, doch beliebte nicht, dasselbe in den Statuten ausdrücklich vermerkt zu sehen. Man ließ den Paragraph darum mtö, beauftragte aber dem Vorstande, vorkomlnenden Falls darnach zu handeln. Es wurde ferner von einem Deputaten die Bemerkung gemacht, daß ein Paragraph nothwendig sei, der da bestimme, um die Lust zum Landban 'im Allgemeinen d. h. auch in abhängigen Verhältnissen zu wecken, daß jüdische Knechte, die als solche mehrere Jahre gedient, und sich gut geführt, auch eine praktische Geschicklichkeit sich angeeignet haben, bei Gründllng neuer Kolonien vorzugsweise zu berücksichtigen seien. Man abstrahirte indessen von der Allfnahme eines solchen Statuts, weil ohnehin nach andern Paragraphen einer großem Qualifikation das Vorzugsrecht zugesichert ist, wonach der Vereins-Vorstand vorkonnnenden Falls zu handeln hat. Im klebrigen war die ganze ^Versammlung einverstanden, und man vollzog die Statuten, Die Versammlung konstitnirte sich daraus, um die. Korporationsrechte erwerben zu können, und schritt zur Wahl eines Vorstandes. Mit Einstimmigkeit wurde dann der bisherige intermistische Centralvercins- Borstand vom Neuen definitiv gewählt, da man allgemein mit der Thatigkeit und Wirksamkeit der bisherigen sich zufrieden erklärt. Besonders wurde von allen Seiten die Thatigkeit des Vorsitzenden Hrn. Oberrabbincrs S. Eiger gebührlich anerkannt, und die seltene Geschäftskunde wie der Edelmnth des ausgezeichneten Herrn Polizei-Präsidenten von Minutoli allerseits gerühmt, der mit einer wohl noch nie gehörten Hingebung sich der Angelegenheit zum Wöhle und zur Wildling der Juden annimmt, da.besonders diese beiden mit ausdauerndem rastlosen Eifer an dem Unternehmen arbeiten. Es wurde jedoch dem nun von Neuem gewählten Vorstände der Name „Verwaltungs-Rath" beigelegt. Für den Fall des freiwilligen Ausscheidens oder des Sterbens einzelner Mitglieder wurde bestimmt, , daß so lange noch sechs Mitglieder in demselben bleiben, ihm die Führung der Geschäfte zu belassen sei, und wenn sich sechs darin nicht mehr finden sollten, in einer Generalversammlung die zu dieser Zahl sehlenden zu wählen. Sechs Mitglieder sollen in Zukunft genügend sein, die geeigneten Beschlüsse zu fassen. Nachdem die Verhandlung darüber von den Anwesenden unterzeichnet war, wurde die Versammlung aufgelöst, die aus alle Anwesenden einen dauernden Eindruck gemacht hat. B. Krotoschin, 10. Sptbr. Die hiesige Gemeinde hat sich vermittelst Abstimmung, die am 10. v. M. stattsand, für einen zu wählenden a k ad e mi sch gebildeten Rabbiner durch entschiedene Majorität, 89 gegen 16 Stimmen, entschieden und soll die eigentliche Wahl desselben am 20. Oktober o. statt finden. Es haben sich bis jetzt, da die Anmeldnngsfrist bis Ende d. M. dadurch eine beschränkte ist, weil die Feiertage sie beinahe ansfutlen, erst zwei Bewerber, nämlich: Rabbiner Dr. L e v y ans Rosenberg und der Rabbinats- Voyagenr Pollach aus Mähren gemeldet und Probevorträge gehalten. L. hat mit seinem gediegenen Vortrag einen angenehmen Eindruck auf den gebildeteren Theil der hiesigen Gemeinde gemacht, während Pollach durch seine Pschättel und schillernde Verwendung ver- 39 *