Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1846)
- Date
- 1846-09-24
- Page
- Seite 302 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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die Wahrheit muß siegen. Unser geehrter Rabbiner ermüdet nicht, in allen seinen Predigten, über Erziehung der Jugend, Menschen- und Nächstenliebe und Ordnung beim Gottesdienste mit beredter Zunge zu eisern, aber bis jetzt bewähren sich noch die Worte des Propheten: m\2b b^omu ™n» owy nü *3. London, 1» Sptbr. So wie in Deutschland, wird auch hier die dritte R.-V. zu Breslau, die sich hoffentlich zum letzten Male versammelt haben möge, nicht nur von Juden, sondern noch mehr von nicht jüdischen Theologen und Gelehrten verspottet und -verachtet. Diesen Männern, die sich fälschlich den Namen Reformer anmaßen wollten, aber doch mit Verwerfer sind, weil sie längst die Gesetze übertreten, die sie nun erst zu ihrer Beschönigung abschaffen wollten, ihnen ist, weil sie nur geduldet, daß der verletzende Antrag wegen Verlegung des SabbatS zur Berathnng kam, die Strafe von rro, Ausstoßung, auf dem Fuße gefolgt, denn nicht nur von den Eouservativen.sind selbe verworfen, sondern der sich um sie gcschaarte Rebellhaufen hat sich von ihnen und ihrer Herrschaft losgesagt, und bewerfen ihre, früheren Leiter öffentlich mit Koth: hätten diese mehr Macht, so würde ihren Verführern das Schicksal Robespiere's n. dgl. getroffen haben. Wenn schon die Mg. Z. d. I. sich wahrscheinlich schämt, die Schlußrede des Präsidenten zu veröffentlichen, ist . solche durch das Franks. Journ. doch bekannt geworden, u. der Leser weiß nicht, ob er mehr die gekünstelte Zweideutigkeit, oder die Frivolität und Falschheit bewundern soll. Wollte Jemand den Redner durch Earrieatur darstellen, so müßte er ihm zwei verschiedene Larven und Costüme, und zwar eine asiatische und eine moderne europäische auf einmal umhängen. Wenn nun die Rebell-Anführer, von allen Parteien verstoßen, in ihren letzten Kampfzügen vernichtet darnieder liegen, und die Horden ohne Führer herum irren, so ist, wie nach jeder Revolution, von Streifbanden gewaltsamer Einbruch und Gewalttätigkeiten zu befürchten, wenn nicht die hierzu befähigten weisen Männer zusammen treten, um die verschiedenen Parteien zu beruhigen und rasch Ordnung herzustellen, bevor die Rebellen sich wieder sanuueln. Diese Wiederherstellung der Ordnung erwartet man nun. allgemein von der Theologen-Versammluug zu Dresden. Schon ^die erste Liste enthält Namen von Männern, die sich mehr oder weniger einen hohen Ruf erworben, und diese flößen jedem .Wohlgesinnten volles Vertrauen und Hoffnung ein; denn wenn man einerseits überzeugt ist, daß die Versanunlung der: positiven Glauben und die Tradition fest halten werde, so zweifelt man anderseits auch nicht, daß die überflüssigen Schranken und eingestürzten Umzäunungen, die nur noch im Wege liegen, durch ihren Ausspruch wcggeräumt, um dem wahren Heiligthum naher treten zu können. Die finstere Zeit, wo unsere Glaubensbrüder durch politische Lasten zu Boden gebeugt waren, daß sie von einzelnen Rabbinern sich von Zeit zu Zeit immer neue Religions-Lasten, unsühlbar und oft als Trost, aufbürden ließen, die nun aber mit Abnahme der politischen mit abgefallcn, ist vorüber, und die nun gerade Hinausblickenden wollen nicht mehr aus sich neue anheften lassen. Es giebt nun nur noch einzelne Gemeinden, worin alte Misbrauche und Aberglauben, durch Eercmonien und lästernde Gebete aufgehalteu werden, weit der Rabbiner den Unwissenden noch vorsagt min bw JnjD, wodurch aber leider die min nur als .imD behandelt wird; aber Gottlob, es sind nur wenige solche Gemciuden, wo nicht schon das Licht der Wahrheit zu scheinen anfängt, und die Rabbiner können nicht mehr mit der Ausrede bii^b Yd pn durchkommen, noch weniger dürfen sie es wagen, zu sagen UN'D’mv-in dn, ohne zu befürchtendaß der Hörer es wörtlich annehmen wird. Daher läßt sich nur von. der Vereinigung vieler Gelehrten die Abhilfe erwarten, und besonders von Männern, die mit alten und neuen Wissenschaften so ansgerüstet sind, daß sie sich gegen ihre Vorgänger mindestens pjyn 'D.1 by DDD DJJD betrachten mögen, und mit den Sätzen idd pp^in pN n"n tw Dijm als pro psr snS pNttf werden sie, wenn auch nicht Alle, doch aber die Mehrheit der noch religiös Gesinnten, befriedigen und vereinigen können. Was wäre nun für Israel wohl mehr wünschenswerth, als Einigkeit? Zn einer Zeit,' wo nicht nur Christen sondern auch Muhammedaner und alle Gläubigen in den 5 Welttheilen an Toleranz wetteifern, und Israel seine Religion frei üben kann, sollen sie verschiedene Ansichten und Eercmonien entzweien? Nein! diesem Uebel muß abgeholsen werden, die Verblendeten und irre Wandernden müssen auf den: rechten Wege znrückgeleitet, dem Blinden muß der Staar gestochen werden, daß sie keine Wächter auS Zion zu ihren Führer gebrauchen sotten. Die Worte unsers Gesetzgebers 12'Oin s?^, üzb nvp nrw min, werden wie der py noy den Weg bei Tage, und die Worte des Propheten n^DD nmyD hfiß* , wie der m TOy bei Nacht verseuchten. Die Aufichteil von oY'rn unb *niy pN als Fingerzeiger dienen, dann wird überall Licht sein, der Aberglaube wird versinken, die Scheidewände der Zwietracht werden fallen, Einigkeit, Friede und Bruderliebe wird herrschen. M. RS. Es befremdet allgemein, daß die Rabbiner zu Hamburg, Posen und Königsberg u. m. A.> die als Gelehrte und als nicht Finsterlinge bekannt sind, sich .nicht zu der Theologen-Versanunlung gewendet haben, um an dem heiligen Kampfe zur Aufrechthaltung der Religion, die zwischen zwei Feinden <f den starren Finsterlingen und den Rebellen zu kämpfen hat, Theil zu