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Der Orient · 1846-09-24 · Heft 39 (24.9.1846) · p. Seite 301

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 39 (24.9.1846)
Date
1846-09-24
Page
Seite 301 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken j Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Manabonnirt bei allen lobl. Poftännern und allen solid. Buckhandlungen auf ein Jahr. ■ für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von 1)1'° Julius Fürst. Vdn dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich bas LiteraLurblatL mitgerechnetzwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. j 30» - Leipzig, den 24. September 184H« Inhalt. Großbritannien. London. Dr. Adler. London. Die dritte Rabbinerverfammlung. — Deutschland. Posen. Generalversammlung des Centralvereins zur Kolonisation der Juden in Posen. Krotoschin. Wahl eines Rabbiners. Dr. Levy. Pollach. Leipzig. Dr. Wessely. Posen. Kolonisationsangelegenheit. Gemeindewirren in Lissa. Breslau. Abrechnung mit dem R. Stein in Frankfurt a. M. Breslau. Dr. Geiger. — Oesterreich. Prag. Aufhebung der Judensteuer. Prag. — LB. d. Or. Großbritannien. London, im Aug. Bekanntlich steht in dem englischcn'Gesetze noch die Vorschriftdaß alle Menschen £ durch Zwang angehalten werden, nur die englische § Staatskirche zu besuchen- und die Juden ein Ab- $ Zeichen auf ihren Kleidern tragen sollen. Obscholl diese £ Gesetze seit Jahrhunderten unbeachtet, und bei der letzten 8; Einwaudernng der Inden (165ö) nicht erwähnt worden- K waren jene Vorschriften noch immer de jure gültig. i; Jur Oberhaus wurde die Aufhebung desselben zuerst bel, antragt und einstimmig beschlossen- und dieser Tage ist auch im Unterhaus bereits die dritte Lesung, wogegen s nur eine Stimme eines Geistlichen protestirte, durchgegangen; und damit sind auch die jüdischen Synagogen I anerkannt, von Abgaben befreiet- und die Bildung neuer 8 Kirchengemeinden hängt nicht mehr wie bisher von der C'rlaubniß des jüdischen Board of Depulies ab. Hierdurch erhält nun erst die hier bestehende Reform-Synagoge Selbstständigkeit und kirchliche Rechte, welche der Board so lange verweigerte. Zu gleicher Zeit hat auch unser geehrter Rabbiner D Dr. Mler neuen Beweis seiner freien und friedlichen Geflnnung gegeben, indem derselbe in eigener Person den t|> Trauungsakt zwischen einem Mitgliede seiner Gemeinde, A der sich mit einer Dame der Reform-Gemeillde vermählte, H vollzogen, ohne wie vormals, von der Braut Bedm- % gungen zu verlangen, und dieses sogar im Hanse eines der Stifter der Reform, und im Beistin vieler Mitglieder derselben; hiermit hat der Rabbiner dargethan, daß er nur; den unwürdigen Cherem, de jure nicht anerkennt, indem er selbst solchen de facta aufhob. Zwar wollen die starrsinnigen Urheber jenes Cheremdie sich in ihren Erwartungerl getäuscht sehend, noch behaupten, daß diese Handlung des Rabbiners nichts beweise, weil die Braut Elternlos ist, und sie selbst nicht als Mitglied jener Gemeinde aufgefnhrt ist, und kündigen durch ihr Organ die V. of Jacob int voraus an: Man möchte diesen Fall nicht mit den srühern der Mis Angel vergleichen, diese vergessen aberdaß die Vergleichung beider Fälle gerade gegen sie spricht: A. ist die Tochter eines armen Unterdieners Jener Gemeinde, war weder großjährig noch selbstständig, hat vielleicht nie jenen Tenrpel besucht; die letztere Braut hingegen, elternlos, selbstständig, großjährig - unabhängig, hat sich vom Beginn zu jener Gemeinde gehaltenden Gottesdierlst fast regelmäßig besucht und reichlich freiwillig dazu gespendet. Die Jewiscli Ckronicle citirt wichtige Stellen in nyi mn, wonach dieser Cherem nicht mehr in Anwendung kommen" darf. Alle gut gesillnten friedliebenden Mitglieder der verschiedenen Gemeinden Englands, erkennen die Handlung des Dr. A. mit Dank und Achtung an, und wünschendaß der Allgütige ihn mit Muth stärken möge, stets offen gegen alte Misbräuche anfzutreten, die wenigen Abergläubigen nicht zu fürchten, die Mehrheit wird ihn immer unterstützen und 39

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