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Der Orient · 1846-09-17 · 38 (17.9.1846) · p. Spalte 603-604

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
38 (17.9.1846)
Date
1846-09-17
Page
Spalte 603-604 (sequence 6)
Language
German
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604 603 , Studien-, Sabbatfluß. — Sammlung taimudischer Sentenzen. Und was hätte er auch durch eine solche Unwahrheit bezwecken wollen? Emen wichtigen Gewährsmann für den Sabbatfluß finden wir im Talmud: illli *ion y\ na DDn DJno batv v nbm roter osr not b"s p*ouo -0.1 nai ib -ion d’di’d dp xmw joiwo iO« ’D “b Nj’DNp on V'n os nm voe ton-W n3p noi’ din byi top jj’Md iru 6-ddn .(3, 4 5a nb pnnjo > msto \viy ntyo iw nop Aach Plinius in seinem großen Werkes erzählt: „Ln ^uüaes rivu's sabbatis omnibus siccatur“. Aus dieser Stelle ist zugleich ersichtlich/ daß die Ordnung des Fließens und Trockenwerdens im Iosephus gerade umgekehrt angegeben wird; was aber wahrscheinlich der Fehler eines Abschreibers ist. Für die Angabe des Plinius spricht auch die unter den Juden herrschende Sage über den Sabbatfluß, die sich in ihrem Sabbatgesa'ngen fps*1 ,-jD unb Nin cenp rou; nv ausspricht. Plinius, der während der großen Eruption des Vesuv's im Jahre 80 n. Ehr. starb, war ein Zeitgenosse des Iosephus, und dürfte die Nachricht über den Sabbatfluß von ihm selbst haben. Was die Periodicita't des Sabbatflusses betrifft, so finde ich nichts so Wunderbares in dieser Erscheinung. Wir sehen beim EZirknitzer See im Hexzogthume Kram, in dieser Beziehung etwas Aehnliches. In diesem See wird in einem und demselben Jahre gefischt, gesäet, geärntet, und Jagd gehalten. Während der trockenen Jahreszeit nämlich fließt das Wasser durch unterirdische Kanäle und Schlündederen gegen 30 sein sollen, nach und nach so gänzlich ab, daß der Boden ganz trocken und nach, wenigen Wochen in eine fette Weide verwandelt wird, welche eine.Menge Landthiere herbeizieht. Auch bauen die Landleute Hirse und Haidekorn darauf an, welche nach einigen Monaten geärntet werden können. Die Wiesenflächen gewähren eine reiche Heuä'rnte. Beim Ablaufen des Seees werden eine unglaubliche Menge Fische gefangen. Auch . eine Menge Wassergeflügel findet man darin. Gegen den Winter hin fängt der See auf einmal an, sich wieder mit Wasser Zu füllen; und zwar geschieht dies weit schneller als zuvor das Ablaufen-erfolgte. Denn schon in 24 Stunden ist der See angefüllt, da es hingegen zum Abfließen an 25 Tage bedarf^. .. Daß man den Sabbatfluß heutiges Tages nicht mehr findet, ist kein Beweis gegen sein ehemaliges Bestehen. Unsere Erde hat-seit Jahrhunderten manche Veränderung erlitten. 3) Hier'muß ich bemerken, daß dieser Römer nicht Turnus Riifus, sondern Tinnius Rufus hieß. Ec und der zu seiner.Zeit berühmte römische Feldherr Julius Severus führten, während der Negierung Hadrians, durch 2| Jahre den blutigen Krieg-gegen die. Juden unter Anführung Barkuchba's und eroberten Betar. — Allgem. Weltg. XIII. 340 u. 350. 4) C. Piinii natur. histor. XXX. c. II. 5) Gemälde der physischen Welt von I. G. Sommer. 3» Band. S. 184. Aus dem Meeresgründe haben sich neue Inseln erhoben, andere sind untergegangen. Vulkane sind erloschen, ganze Städte von der Oberfläche unseres Planeten verschwunden. Der Sirbonische See an der südlichen Grenze Patästina's ist in eine Sandebeae verwandelt. Die Kirgisische-, Kalmükische- und Donische Steppe sind ausgetrocknete Strecken des Kaspischen Meeres. Ihr Boden ist mit Salz geschwängert, und mit- Meeresüberresten, Muscheln und anderen Seeprodukten ungefüllt, die den noch jetzt im Kaspischen Meere vorkommenden Gattungen vollkommen gleichen. Wie leicht konnte nicht der kleine Srbdatfluß versiegen? M o r i tz H o r s ch e tz k y, jDoktor der Heilkunde in Groß-Kanischa. Lücke in der literarischen Notiz über einige talmudische Chrestomatieen und Sammlungen in der Nabbinischen Binmenlese von Leopold Dukes. Der gelehrte Verfasser dieses trefflichen Werkes, welches ich bis jetzt nur flüchtig durchgegangen, macht zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit dieser Notiz, doch behauptet ec daß Buxtorfi florilegium hebra'icum bis tief in's achtzehnte Jahrhundert alleiniges Hauptbuch der Sammlung von Sentenzen und Sprüchen geblieben sei , daß also weder vor noch nach ihm eine ähnliche Sammlung vorhanden war, oder wenigstens ein Merkchen dieser Art von einiger Bedeutung existirt habe. Dem fleißigen Sammler , welchem nicht allein daran gelegen sein mußte, die betreffende Literaturgeschichte so vollständig als möglich, zu geben, sondern auch die bereits vorhandenen literarischen Mittel gehörig zu benutzen, ist aber ein älteres Merkchen, aus welchem Buxtorf geschöpft zu haben scheint, entgangen; solches heißt nfrHD 1DD /,der Zuchtspiegel"; es enthält alfabetisch geordnet eine reiche Auswahl talmudischer Sentenzen und Sprüchwörter, letztere ziemlich vollständig, untermischt mit sehr kräftigen herrlichen hebräischen Sentenzen aus andern Schriften, wie in derVorrede selbst angegeben, wird. Die Sprüche sind interpunktirt, manchmal wo es paßte in Verse gebracht, wodurch die ursprüngliche Form sich in etwas verändert, und mit einer jüdisch-deutschen "Uebersetzung und Erklärung in gebundener Sprache, woran sehr schöne Lebensregeln und Betrachtungen geknüpft sind, versehen. .Zugleich enthält diese Erklärung vergleichsweise mit den talmudischen Sprüchwörtern recht kernige alte.deutsche Sprüchwörter, welche noch unter uns leben. Der Verfasser nennt sich am Schluffe der interessanten jüdisch deutschen Vorrede ■vnasfjyj pD Nobw pp^JJl DDyJwvi Seliginann Ulm, vom Genzburger Geschlecht (wahrscheinlich Günzburger Geschlecht, welches ein sehr altes berühmtes jüdisches Geschlecht ist). Dieses Büchlein ist schon

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