Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 38 (17.9.1846)
- Date
- 1846-09-17
- Page
- Spalte 605-606 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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■WIJPUJ «W ... Studien. Sammlung talmudischer Sentenzen. — Distichon 606 M im Jahre 1610, und vielleicht nach dem vorliegenden Titelblatts zu urtheilen, wenn solches das ursprüngliche ist, noch sechsunddrrißig Jab re früher erschienen (1574), also in jedem Falle beinahe-vierzig Jahre früher, als das Buxtorfische Werk, die CitaLe sind nach damaliger Weise sehr mangelhaft, und bei den Citaten -aus dem Talmud sind immer nur die Abschnitte, nicht die Folien, oft aber auch die Stellen gar nicht angegeben. H Nach dem Sifte Jeschenim, welcher den Namen des •; Verfassers nicht nennt, und nur angiebt, daß das Buch von Z Abigdor bar Rabbi Elieser Lippmann aus Hildesheim zum f Druck befördert wurde, hat dasselbe drei Auflagen erlebt, es ist in Prag im Jahre 1610, in Lublin im Jahre 1640 h und dann wieder in Prag im Jahre 1678 gedruckt worden; mir liegt aber noch eine vierte Auflage ohne Jahreszahl vor, f welche in Sulzbach aus der Druckerei des Salomon ben Ahron \* hervorgegangen ist. Der Verfasser, welcher blos auf die Belehrung des Volkes Rücksicht nahm, zieht nur den Kern des Sprüchwortes i aus den Stellen, wodurch dasselbe nicht allein schlagender ist, i[ sondern sich auch dem Geda'chtniß besser einprägt, ohne baß der Sinn darunter leidet, was im Gegentheil nicht durch die | Einkleidung, oder durch die uns nicht interessirende Veran- | lajsung bewirkt wird, auch ist dasselbe bei einer alfabetifchcn f Ordnung leichter herauszusinden, wie z. B. der “iDIDn bringt blos | •wbnN atyi itö in „Wäre nicht das Blatt (der Schirm und Schutz), so gäbe es | auch keine Traube", wogegen Herr Dukes die ganze Stelle \ unter i citirt: i ub &by s&ühxv wSjj fy wbznx ot fijCT | ■ * r-T -T ,:-v t-t - . t - - s . m - J; - o es gereicht das Citkren der ganzen Stelle dem Verfasser nicht v zum Vorwurfe, nur wollte ich den Standpunkt bezeichnen, r auf welchen sich sehr richtig der erste Sammler der Sprüch- ‘ Wörter gestellt hat!' Viele sehr treffende talmudifche Sprüchwörter und Sentenzen, welche ich in der „Rabbinischen Blumenlese" vermisse, sind noch dort zu finden, wie z. B. j w» nnaiN "fntfj jyn NZPV rr'bn ton« | „Wo der Teufel nicht ankommen kann, schickt er seinen Boten, | den (berauschenden) Wein". f rrv) Neb’n TronjpN ' nnzu I , ' (i’^np-i I „So lange du noch die Hand auf den Hals deines Sohnes j legen kannst (so lange er noch in Deiner Gewalt ist) belaste f ihn mit einem Korb (bestrafe ihn noch, denn ist er einmal | der Ruthe entwachsen, dann ist es zu spät) \ ■ (rc 's ron Nip’i) npt5>'n ab nsrp n« I „Wenn auch der Morgen sonnenklar, so ist es noch nicht l Nacht". (Lobe erst den Tag, wenn er vorüber ist, es ist noch nicht aller Tage Abend.) cnp , T2JJ «in ’j?2 K'N-i nn xnbx pris NM'mi Wh ]an /,Jn dieser Welt handelt der Mensch, wie es ihm gefällt, -doch in jener muß er Rechenschaft ablegen". ttv'vn N^22 721 , N2N2 "1$®. NNN JTJQ wn»n „Wenn das Feuer lodert, koche das Fleisch, schmiede das Eisen, so lange es noch heiß ist". Von Sentenzen aus j andern Schriften sind z. B. zu finden: 7DN :)0N ]DN NM N2N Ä ONN pllNN 2'lppL'N DW2;'Oittipn „Wer immer schweigt, und zu Allem Amen sagt, von dem sagt ein altes Sprüchwort: stille Wasser sind tief." N-I2N dpip wNI , 1'vN 1->2N bV bpi“ VVN 2’tt‘np ^2P nPi , c’D“ 7i?nnb bis’ N^rn , 1'!^ „Der Mensch trauert über verlorenes Geld, nicht aber über die verlorene Zeit, Geld kann wicderkommen, aber die verschwundene Zeit nimmermehr". . 2NiN j'NI , O'2N1N '^7 18 VN!2,N 2pa pN D'2<1N 'NV P’2’ D^ilTi „Das Nadelöhr ist nicht zu eng für zwei Freunde, zwei Feinde faßt das ganze Erdenrund nicht". Möge der geehrte Herr Dukes bei einer spatern Ausgabe seines Werkes dieses Büchlein recht fleißig benutzen. Jonas Bondi. Notizen und Miscellen. Distichon über die dritte R -D in Breslau. cr>*pNp niDJj, bj anrnn rn dd?CHin’ri D2ty IDPlh Iw -HgiJ '2 anian aiynii casj? |n .enion^- rnrp netw dp P22 '2 . Jewish Chr. Nr. 29.